Analyse
Energie- und Lohnkosten als Standortbremse für Deutschland
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Deutschland verliert als Automobilstandort an Wettbewerbsfähigkeit. Ob wieder Vorteile entstehen, hängt von einem verlässlichen Ordnungsrahmen sowie einer Spitzenposition bei Automatisierung und KI ab.
Der deutsche Automobilstandort befindet sich in einer Phase tiefgreifender struktureller Belastungen, wie sie sich bereits in der letztjährigen Top-100‑Studie abzeichneten und sich seither weiter verfestigt haben. Die eingetrübte Stimmung spiegelt sich zunehmend in harten Fakten wider: Standortschließungen, Produktionsverlagerungen und ein spürbarer Beschäftigungsabbau prägen das Bild. Nach aktuellen Analysen hat die deutsche Automobilindustrie im Jahr 2025 etwa 49.000 Arbeitsplätze abgebaut, knapp 6,5 Prozent der Beschäftigten im Sektor. Seit 2019 ist von einem Rückgang in der Größenordnung von 100.000 Stellen auszugehen. Damit wächst die Sorge, dass Deutschland in einem seiner wichtigsten industriellen Kernbereiche nachhaltig an Wettbewerbsfähigkeit verliert.
Deutschland als „kranker Mann Europas“
Parallel dazu hat sich der gesamtwirtschaftliche Kontext deutlich eingetrübt. Das Bild des „kranken Mannes Europas“ kehrt in abgewandelter Form zurück: Strukturelle Probleme wie hohe Energiekosten, demografische Belastungen und eine schwache Investitionsdynamik treffen auf eine über Jahre hinweg verhaltene Konjunktur. Nach den beiden Rückgangsjahren 2023 und 2024 stagnierte die deutsche Wirtschaft auch 2025 weitgehend beziehungsweise wuchs nur leicht. Seit 2019 ergibt sich damit lediglich ein sehr begrenzter realer Zuwachs – deutlich weniger als in dynamischeren Volkswirtschaften wie etwa den USA mit knapp 14 Prozent Wachstum. Deutschland rutscht im Wachstumsvergleich auf die hinteren Ränge ab und verliert als Investitionsstandort an Strahlkraft.
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