Elektromobilität

Stuttgart testet Elektro-Lkw

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Elektro-Sechstonner mit fast drei Tonnen Tragfähigkeit

Der Fuso Canter E-Cell unterscheidet sich äußerlich von seinen diesel- oder dieselelektrisch-betriebenen Brüdern nur durch die Batteriepakete, die an beiden Rahmenseiten montiert sind. Die vier Lithium-Ionen-Akkus mit zusammen 48 kWh Energieinhalt wiegen insgesamt 600 kg. Anstelle des 3,0-Liter-Dieselmotor arbeitet hinter der unveränderten Canter-Kabine ein Elektroantriebsstrang. Sein Permanent-Magnet-Motor treibt direkt die Hinterachse an. Der Fahrgestellrahmen für normal 7,5 Tonnen Gesamtgewicht wurde abgelastet und auf sechs Tonnen zugelassen. Der Canter E-Cell hat einen Radstand 3,4 Meter und bietet Platz für Aufbauten bis fünf Meter Länge. Die Tragfähigkeit des Fahrgestells ohne Aufbauten beträgt gut drei Tonnen. Die Stuttgarter Fahrzeuge mit Kipper- und Kofferaufbau haben eine Nutzlast 2,5 Tonnen bzw. 2,8 Tonnen, der Nutzfahrzeug-Stromer im Paketdienst bei Hermes kann 2,4 Tonnen zuladen.

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E-Lkw beim Start fast so flott wie ein Pkw

Der 110 kW/150 PS leistende Elektromotor des amerikanischen Herstellers UQM Technologies hat maximalem Drehmoment von 650 Nm, die vom Start an zur Verfügung stehen und den Sechstonner fast wie einen Pkw beschleunigen lassen. Während der Fahrt wird das Drehmoment auf 400 Nm begrenzt, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Die Höchstgeschwindigkeit des Canter E-Cell ist gleich allen Fahrzeugen dieser Gewichtsklasse auf 90 km/h limitiert. Der Fahrer startet den Canter E-Cell durch einen Dreh mit dem „Zündschlüssel“. Wie bei einem Wandler-Automatikgetriebe wählt der Fahrer die Fahrstufe Drive, Rückwärts, Neutral, oder Parken. Geht er vom Gaspedal, schaltet die Elektronik auf Rekuperation, deren Stärke sich in zwei Stufen am rechten Lenkstockhebel wählen lässt. Dann wird der E-Motor zum Generator und speist die beim Rollen erzeugte Motorbremsenergie zurück in die Batterien. Nutzt der Fahrer die Rekuperation regelmäßig, schafft er mit dem Canter E-Cell mehr als 100 km Reichweite mit einer „Tankfüllung“.

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen) gab sich anlässlich der Schlüsselübergabe gespannt auf den Einsatz der vier E-Lkw im städtischen Fuhrpark, ob das Zwischenladen in der Mittagspause klappt und die nötige tägliche Reichweite erzielt wird. „Wir haben eine Änderung bei unserem Fuhrpark beschlossen. Jedes neue Auto, das die Stadt anschafft, wird ein E-Mobil sein. Das halte ich für ein sehr starkes Signal“, so der Oberbürgermeister. Und da der Erzeugermix von Strom noch stark CO2-belastet sei, werde Stuttgart für die elektrifizierten Fahrzeuge ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien einsetzen. Kuhn: „Wir werden die Fahrzeuge im Flottentest intensiv nutzen und freuen uns, wenn wir eines Tages die Elektroautos kaufen können.“

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