Radarsensoren Testsystem simuliert auch Objekte quer zur Fahrbahn
Mit dem neuen Radar-Testsystem von Rohde & Schwarz ist es möglich, Fahrszenarien für ADAS und Radarsensorik für autonomes Fahren komplett über die Luftschnittstelle zu simulieren.
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Für Fahrerassistenzsysteme (engl. advanced driver assistance system, ADAS) kommen Radarsysteme mit 24 GHz im ISM-Frequenzband zum Einsatz; für die Lang- und Mittelstrecke im Frequenzband von 77 GHz. Schlüsselkomponenten sind die entsprechenden Radarsensoren. Ihre Anzahl wächst, da neben Langstreckenradaren zunehmend Seitenradare verbaut werden. Letztere sind in der Lage, den querenden Verkehr zu überwachen. In der aktuellen Generation von Radarsensoren sind HF-Antennen und Signalprozessoren integriert. Mit den kompakten Chips lassen sich bewegliche Objekte erkennen.
Eine wichtige Rolle spielt der Test der Radarsensoren: Die zu erkennenden Objekte werden über die Luftschnittstelle simuliert. Rohde & Schwarz bietet dazu sein Radar-Testsystem R&S RTS an. Es besteht aus dem Backend R&S AREG800A und dem Antennenarray Frontend R&S QAT100. Der sogenannte Target-Simulator erzeugt dynamische Radar-Echos, er lässt sich von der Vorentwicklung über das Hardware-in-the-Loop-Testlabor bis zur Validierung von ADAS/AD-Funktionen im Gesamtfahrzeug einsetzen.
Abstand, Objektgröße und Radialgeschwindigkeit variieren
Das Backend kann eine große Zahl an voneinander unabhängigen, künstlichen Objekten erzeugen und dabei Abstand, Objektgröße (Radar Cross Section (RCS)) und Radialgeschwindigkeit dynamisch variieren. Eine Bandbreite von 4 GHz zwischen 76 GHz und 81 GHz deckt den typischen Frequenzbereich aktueller und künftiger Automotive-Radarsensoren ab.
Das Frontend simuliert quer zur Fahrtrichtung bewegende Objekte mit bis zu 192 einzeln schaltbarer Antennen. Das gewährleistet eine sehr feine Auflösung, hohe Umschaltgeschwindigkeit und Wiederholgenauigkeit. Die elektronische Umschaltung der Antennen verursacht laut Rohde & Schwarz keinen Verschleiß an HF-Kabeln oder anderen beweglichen Teilen wie bei mechanischer Bewegung der Antennen ansonsten üblich.
Autonomes Fahren
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Weiterhin lassen sich über eine optionale Sendezeile zwei nah benachbarte, quer bewegende Objekte simulieren. Der Antennenabstand von 3,7 Millimeter bietet eine feine Winkelauflösung. Um größere Sichtfelder von Radarsensoren abzudecken, können mehrere Frontends miteinander kombiniert werden.
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