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Fahrbericht Toyota GR Supra 3.0: Die japanische Interpretation des BMW Z4

| Autor / Redakteur: Patrick Broich/SP-X / Jens Scheiner

Endlich bringt Toyota die Supra wieder. Mit sahnigem Reihensechszylinder und anspruchsvollen Fahrleistungen kann es dem durchaus eigenwillig gezeichneten Coupé gelingen, neue Kunden zu gewinnen.

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Die neue GR Supra sieht in ihrem Nippon-Designerkleid gut aus.
Die neue GR Supra sieht in ihrem Nippon-Designerkleid gut aus.
(Bild: Toyota)

„Nie mehr wieder langweilige Autos“: So lautet das Versprechen von Toyota-Chef Akio Toyoda. Das eine oder andere aktuelle Modell der Toyota-Palette mag man vielleicht noch langweilig finden, aber die neue GR Supra im Nippon-Designerkleid gehört sicherlich nicht dazu. Es handelt sich dabei um ein knackig-kurzes Coupé mit wuchtigen LED-Scheinwerfern, zwei markanten „Höckern“ im Dach („Double-Bubble-Roof“) sowie schneidigem Heck samt integriertem, mächtigem Spoiler zum Basispreis von 62.900 Euro. Die Eckdaten machen durchaus Appetit – 250 kW/340 PS aus drei Litern Hubraum, die wiederum einem Reihensechszylinder entspringen. Das macht neugierig, die GR Supra endlich aus der Perspektive des Fahrersitzes kennenzulernen.

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GR Supra: Im Herzen ein Bayer

Der Einstieg gelingt kommod, die Sitzposition ist es auch. Ein kurzer Blick nach hinten macht schnell klar, dass das hier kein nutzwertiges Fahrzeug ist. Also Hab und Gut am besten gleich in den Kofferraum (290 Liter) legen, damit es im Fahrgastraum nicht stört. Wer sich mit BMW-Gepflogenheiten auskennt, merkt schnell die Kooperation: Display, Lenkrad, Mittelkonsole – zwar haben die Japaner nicht sämtliche Elemente eins zu eins von den Weißblauen übernommen, aber der BMW-Geist wabert dennoch durch das Interieur. Bekanntlich ist die Supra das Schwestermodell des BMW Z4 und somit das japanischer Coupé-Pendant zum bayrischen Roadster. Das Kombiinstrument setzt sich vom allerdings vom Z4-Pendant ab. Der Reihensechser liefert nach dem Druck auf die Start-Taste Umdrehungen auf der Kurbelwelle, Fahrstufe „D“ ist gerastet.

Die GR Supra kriecht los, und der Fahrer verspürt bereits Vorfreude, während sich das Gefährt einer einsamen Landstraße nähert. Doch erst einmal ein paar Kilometer das Motoröl auf Betriebstemperatur bringen, das geziemt sich so auch in modernen Zeiten. Dann kann es losgehen, das rechte Pedal sinkt langsam nieder. Schon bei kleinstem Mucken des geschmeidigen Reihensechsers massiert der jüngste Toyota mit sanfter, aber bestimmter Gewalt die Rücken der Mitfahrer. Beim Motorsound hat Toyota mächtig mitgewirkt und dem werksintern als B58 bekannten Power-Aggregat das typische BMW-Säuseln aberzogen. Stattdessen wummert es lebendig und akustisch eigenständig aus der Motorhaube. Die Klangtechniker haben allerdings Augenmaß bewiesen, lassen den Direkteinspritzer nicht aggressiv grollen, sondern mit eleganter Dezenz zeigen, wie viele Töpfe da werkeln.

Fährt wie auf Schienen

Auch wenn man im Alltag gerne auf dem Drehmoment-Peak von bärigen 500 Nm mitschwimmen mag – die Maximalzugkraft ist bis 4.500 Umdrehungen abrufbar –, schreit die neu aufgelegte Supra dann und wann nach Kickdown. Prompt schaltet der achtgängige Wandlerautomat in die kleinstmögliche Übersetzung, während das Triebwerk dem verhältnismäßig leichten Zweitürer (1.495 Kilogramm leer) förmlich einen Kick verpasst. Traktion gibt es auch dank aktivem Sperrdifferenzial reichlich, doch es ist für den Motor ein leichtes, die Grenze der Haftreibung an der Hinterachse zu durchbrechen. Mit Hilfe einer Launchcontrol gelingt es dem athletischen Coupé, binnen 4,3 Sekunden auf Landstraßentempo zu preschen.

Was man indes an keiner Zahl ablesen kann, ist der reale Fahrspaß auf kurvigen, einsamen Sträßchen. Erst lässt sich der mit Hinterradantrieb gesegnete Sportler – notfalls mit dem Gaspedal – um die Kehren werfen, dann moduliert man per ultrapräziser Lenkung den Kurs, das macht ihm so schnell niemand nach. Ausgewogene Gewichtsverteilung und kurzer Radstand ermöglichen solch dynamische Manöver.

Die GR Supra ist natürlich modern und kann sämtliche Finessen von TFT-Kombiinstrument über Head-up-Display bis hin zur Smartphone-Integration. Für das Gebotene ist der Performer durchaus nicht überbezahlt.

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