Interview

Toyota: Produktprogramm, Strategien und die Konkurrenz

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Hybridfahrzeuge und null Emissionen

Sie haben Hybridfahrzeuge angesprochen. Toyota ist mit unterschiedlichen Demonstrationsprogrammen für Brennstoffzellen-Hybridfahrzeuge aktiv. Können Sie etwas zum Verlauf sagen?

Toyota selbst setzt diese Autos bereits in Deutschland ein. Im Rahmen des Projektes „Clean Energy Parnership“ sind wir künftig unter anderem auch in Berlin vertreten. Die Tankstelle ist in Berlin, die Fahrzeuge kann man dort in Zukunft relativ einfach für ein paar Stunden ausleihen. Das ist der nächste Quantensprung in der Automobilindustrie. Das Fahrzeug könnte etwa 2015 auf den Markt kommen. Bis dahin müsste die Infrastruktur besonders in Deutschland stehen. Wir sind Teil mehrerer Programme in Deutschland, die gewährleisten sollen, dass Kunden, die unsere Autos kaufen, auch tanken können.

Sie halten an dem Ziel fest, 2015 ein Fahrzeug mit null Emissionen auf den Markt zu bringen?

Das ist absolut möglich, ja.

Was muss dafür an der Kostenschraube verändert werden?

Natürlich arbeiten wir in den nächsten Jahren daran, die Preise für ein Brennstoffzellenauto zu senken. Sie haben in Brennstoffzellen noch immer sehr viele edle Materialien. Wir wollen davon unabhängiger werden: weniger davon benutzen oder Ersatzmaterial finden. Das ist wahrscheinlich der Kern der Entwicklung in den nächsten Jahren: diese Kostendegration zu schaffen und den Antrieb für bestimmte Applikationen erschwinglich zu gestalten. Anfangs wird es wie beim Start der Hybridautos sein: Die Brennstoffzelle wird nicht sofort im B-Segment kommen können. Aber sie sehen: 15 Jahre nach dem Start sind wir mit Hybrid-Antrieb im B-Segment vertreten. Das Gleiche wird bei den Brennstoffzellenautos passieren.

Und die größte Herausforderung ist dabei die Infrastruktur?

Es gibt zwei Herausforderungen: die Kostendegration für die Autos und die Infrastruktur. Letztere können wir als Automobilhersteller nicht allein schaffen sondern brauchen staatliche Hilfe. Deutschland, England und Norwegen leisten sie bereits. Aber es gibt noch keine flächendeckende Infrastruktur an Wasserstofftankstellen.

Toyota hat eine große Antriebsvielfalt. Sie vernachlässigen keine Technologie: Sie optimieren den Verbrennungsmotor, Hybridfahrzeuge, rein batterieelektrische Fahrzeuge, Brennstoffzellenfahrzeuge – weil noch nicht sicher ist, wohin die Reise geht?

Das ist natürlich der Vorteil der Größe: Man kann an verschiedenen Fronten präsent sein. Gegenüber dem Hype für Elektroautos sind wir vorsichtig – wir sehen da einige Einschränkungen. Wir haben jetzt einen Plug-in-Hybriden. Toyota ist nicht gegen elektrische Autos. Aber nach unserer Ansicht ist es nicht zwingend das bessere Konzept, viel Batterie an Bord zu haben, um doch nur eine Reichweite von 150 Kilometern zu erreichen.

(ID:32772940)