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Toyota Verso: Europäer mit BMW-Dieselmotor

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Gerald Killmann, Vice President R&D im Toyota Forschungs- und Entwicklungszentrum in Belgien, erläutert den neuen Diesel:

Gerald Killmann, Vice President R&D im Toyota Forschungs- und Entwicklungszentrum in Belgien.
Gerald Killmann, Vice President R&D im Toyota Forschungs- und Entwicklungszentrum in Belgien.
(Foto: Toyota)

Wie kam es zu dem Entschluss, einen Motor zuzukaufen, anstatt selbst einen neuen 1,6-Liter Diesel zu entwickeln?

Diesel-Pkw werden überwiegend in Europa abgesetzt, und einen neuen Dieselmotor zu bauen erfordert einen erheblichen Entwicklungsaufwand. Diese Überlegungen führten uns zu dem Schluss, dass es in diesem Fall besser ist, mit einem anderen Erstausrüster zu kooperieren, als selbst ein Triebwerk zu entwickeln.

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Dem Entschluss folgte die Definition der Auswahlkriterien. Wir haben geeignete Motoren gesucht, die unsere Anforderungen hinsichtlich Drehmoment, Leistung und Kraftstoffverbrauch erfüllen. Und natürlich mussten die Abmessungen kompatibel mit unserem Fahrzeug sein.

Die Hardware sollte aber nicht unser einziges Kriterium sein. Wir haben auch nach einem Partner gesucht, der wie wir technikorientiert ist und ähnlich denkt wie wir. Die BMW Group hat sich schließlich als idealer Partner für uns erwiesen.

Welchen Entwicklungsanteil hat Toyota an diesem Motor?

Der Motor ist das mit Abstand am intensivsten vernetzte Bauteil eines Fahrzeugs – er interagiert mit einer Vielzahl anderer Systeme. Dazu haben wir zahlreiche neue Komponenten entwickelt: ein neues Zweimassenschwungrad, ein angepasstes Getriebegehäuse, neue Motorhalterungen, neue elektronische Schnittstellen…

Wenn man einen Motor in ein Auto einbaut, dann ist das nicht nur eine mechanische Vermählung, sondern gleichermaßen eine elektrische.

Die Anpassung der Elektronik war eine der Hauptaufgaben, denn die Motorsteuerung enthält Elemente beider Projektpartner, die über die bestehenden Schnittstellen in die Fahrzeugelektronik integriert werden mussten.

Die Nebenaggregate haben wir an die Platzverhältnisse im Verso Motorraum angepasst. Und wegen der thermischen Belastung, die bei einem vergleichsweise großen Fahrzeug mit hoher Ladekapazität nicht zu vernachlässigen ist, haben wir auch die Luftströmung im Motorraum optimiert.

Welches waren die Hauptziele, die zur Einführung des neuen Motors geführt haben?

Zunächst mal muss ein Kompakt-Van als Familienauto komfortabel zu fahren sein. Aber wir haben auch die dynamische Performance dieses Motors erkannt, der ja bereits in anderen Fahrzeugen eingesetzt wird. Diese beiden entscheidenden Eigenschaften wollten wir kombinieren.

Wenn man einen relativ kleinen Motor in einem vergleichsweise großen Fahrzeug einsetzt, dann muss der Motor entsprechende Leistung bringen. Eines der vorrangigsten Entwicklungsziele war sicherzustellen, dass schon bei niedrigen Drehzahlen ausreichend Drehmoment zur Verfügung steht und dass der Motor ein hohes Drehmoment über einen großen Drehzahlbereich liefert.

Dieses breite nutzbare Drehzahlband erlaubt dem Fahrer, länger im gleichen Gang zu bleiben, und er hat beim Beschleunigen - auch bei höheren Drehzahlen - nicht das Gefühl, dass dem Motor die Kraft ausgeht.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang das spontane Ansprechverhalten des Motors mit ausreichendem Drehmoment, schon bevor der Turbolader seine Wirkung entfaltet. Wir wollten eine harmonische Leistungsentfaltung mit linearem Zuwachs und nicht ein schwachbrüstiges Triebwerk mit plötzlich einsetzendem Turbo-Schub.

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