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Wirtschaft Trump kündigt hohe Importzölle für deutsche OEMs an

| Autor / Redakteur: dpa / Thomas Günnel

Deutschen Automobilherstellern könnten unter einer Präsidentschaft Donald Trumps in den USA harte Zeiten bevorstehen. Der designierte US-Präsident Trump droht der Branche mit hohen Strafzöllen.

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Der designierte US-Präsident Donals Trump will hohe Strafzölle für deutsche Automobilhersteller einführen.
Der designierte US-Präsident Donals Trump will hohe Strafzölle für deutsche Automobilhersteller einführen.
(Bild: Ford)

Der designierte US-Präsident Trump plant offenbar hohe Strafzölle für deutsche Automobilhersteller. In einem einem Interview sagte er der „Bild“-Zeitung und der Londoner „Times“ mit Blick auf deutsche OEMs: „Sie können Autos für die USA bauen, aber sie werden für jedes Auto, das in die USA kommt, 35 Prozent Steuern zahlen.“ Dem Hersteller BMW, der im Jahr 2019 eine Fabrik in Mexiko eröffnen will, legte Trump nahe, die Fabrik in den USA zu bauen. „Es wird für sie viel besser sein und für unsere Bemühungen.“ Wenn BMW von Mexiko aus in andere Länder verkaufen wolle, sei das in Ordnung. „Aber wenn sie in Mexiko eine Fabrik bauen und Autos in die USA verkaufen wollen ohne eine 35-Prozent-Steuer, dann können sie das vergessen.“

Deutschland sei ein großartiges Land, sagte Trump in dem Interview, ein Herstellerland. Er fügte aber hinzu: „Tatsache ist, dass Ihr den USA gegenüber sehr unfair wart. Es besteht keine Gegenseitigkeit.“ Trump sagte, in der 5th Avenue in New York habe jeder einen Mercedes vor der Tür stehen. Aber: „Wie viele Chevrolets sehen Sie in Deutschland? Nicht allzu viele, vielleicht gar keine, man sieht dort drüben gar nichts, es ist eine Einbahnstraße.“ Trump sagte, er wolle, dass es fair zugehe und Gegenseitigkeit bestehe.

Sigmar Gabriel mahnt zu Gelassenheit

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat angesichts der massiven Kritik zur Gelassenheit gemahnt. „Ich kann nur raten aufgrund solcher Positionen nicht hektisch zu werden, sondern abzuwarten, was passiert“, sagte der SPD-Chef am Montag bei einer Talkrunde auf „bild.de“. Deutschland sei nicht unterlegen, es sei ein starkes Land und müsse jetzt selbstbewusst sein. Gabriel sagte zu möglichen Strafzöllen auf importierte Autos: „Die amerikanische Autoindustrie wird dadurch schlechter, schwächer und teurer.“ Außerdem würden sich die USA ziemlich umgucken, wenn Trump auch die Zulieferteile mit Strafzöllen belege.

BMW zeigt sich unbeeindruckt von der Kritik des designierten US-Präsidenten Donald Trump und hält an seinen Plänen für ein Werk in Mexiko fest. „Die BMW Group ist in den USA zuhause“, erklärte das Unternehmen am Montag (16. Januar) in München. In dem Werk in San Luis Potosí in Mexiko werde von 2019 an die BMW 3er Limousine gebaut. „Die Produktion ist für den Weltmarkt bestimmt. Somit wird das Werk in Mexiko die bisherigen 3er-Prouktionsstätten in Deutschland und China ergänzen“, erklärte das Unternehmen.

VDA: „USA schaden sich selbst“

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) nimmt die neue Androhung hoher Importzölle für die Branche von Donald Trump ernst. „Allerdings muss sich erst noch zeigen, ob und wie diese Ankündigungen künftig von der US-Administration umgesetzt werden“, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Montag. „Im US-Kongress dürfte es gegen Importsteuer-Pläne erheblichen Widerstand geben.“ Denn Investitionsentscheidungen würden langfristig geplant und nicht von heute auf morgen über Bord geworfen.

Nach Trumps Aussagen blieb zunächst offen, ob er nur von Einfuhren aus dem Nachbarland Mexiko oder im Allgemeinen sprach. Fast alle deutschen Hersteller bauen bereits Autos in dem US-Nachbarland oder planen dort eine Produktion. „Mit dem Aufbau von Zöllen oder anderen Handelsbarrieren würden sich die USA langfristig ins eigene Fleisch schneiden“, sagte Wissmann weiter. Schon Einschränkungen der nordamerikanischen Freihandelszone Nafta würden der Wirtschaft einen deutlichen Dämpfer geben. Für die deutschen Autobauer sind die USA der zweitgrößte Exportmarkt nach China und inzwischen auch ein wichtiger Produktionsstandort. Zuletzt stellten die Deutschen dort 850.000 Autos und Vans jährlich her. Mehr als die Hälfte der Fahrzeuge, die die deutschen Autokonzerne in den USA selbst fertigen, werden exportiert.

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