Neuzulassungen „Zwei Chancen zur Förderung der E-Mobilität verspielt“

Von Thomas Günnel 3 min Lesedauer

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Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller kritisiert die Bundesregierung – sie setze keine positiven Impulse für E-Autos. Die Neuzulassungen im ersten Halbjahr seien zu gering, um die CO2-Flottengrenzwerte zu halten.

Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller kritisiert die Bundesregierung wegen mangelnder Förderung der E-Mobilität.(Bild:  Volkswagen)
Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller kritisiert die Bundesregierung wegen mangelnder Förderung der E-Mobilität.
(Bild: Volkswagen)

„Wir sind enttäuscht, dass die Regierungskoalition die versprochene Senkung der Stromsteuer nun wieder zurückgenommen hat. Wir bräuchten dringend die angekündigten Maßnahmen zur Förderung der E-Mobilität, um einen Anteil von deutlich über 20 Prozent BEVs an den Neuzulassungen und damit die CO2-Flottengrenzwerte zu erreichen. Positive Impulse für private E-Auto-Käufer setzt die Bundesregierung damit jedenfalls nicht“, sagte VDIK-Präsidentin Imelda Labbé laut einer Mitteilung des VDIK. Bedauernswert seien vor allem „die Ausweitung des Innovationsboosters auf gewerblich genutzte und geleaste Fahrzeuge und nun die Entscheidung, die geplante Senkung der Stromsteuer für Verbraucher nicht wie angekündigt umzusetzen“.

Knapp 40 Prozent ausländische E-Autos

Das Wachstum der BEV-Zulassungen ist laut des Verbands weiterhin zu gering und nach wie vor beschönigt durch den Einbruch der Neuzulassungen im Jahr 2024, teilt der VDIK mit. Im Segment der rein batterieelektrischen Pkw beliefen sich die Neuzulassungen im Zeitraum Januar bis Juni 2025 auf 248.726 Fahrzeuge – ein Wachstum von 35,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil von BEVs lag im ersten Halbjahr 2025 bei 17,7 Prozent und damit weiterhin unter dem notwendigen Niveau, um die CO2-Ziele zu erreichen. Internationale Marken standen für voraussichtlich rund 39,5 Prozent aller BEV-Neuzulassungen, ihr Anteil stieg damit um 2,8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Juni 2025 wurden 47.163 BEVs neu zugelassen – ein Plus von 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der BEV-Marktanteil lag bei 18,4 Prozent, rund 3,8 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat. Die Neuzulassungen internationaler Marken stiegen im Juni überdurchschnittlich, um voraussichtlich 16,9 Prozent auf 20.095 Fahrzeuge.

Neuzulassungen gesamt in Deutschland

Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2025 in Deutschland insgesamt 1.402.789 Pkw neu zugelassen – 4,7 Prozent weniger gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Davon entfielen 601.959 Fahrzeuge auf internationale Marken. Diese erreichten damit laut Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes einen Marktanteil von 42,9 Prozent. Im Juni 2025 wurden 256.193 Pkw neu zugelassen – 13,8 Prozent weniger verglichen mit dem Vorjahres-Juni. Der Anteil der internationalen Marken am Gesamtmarkt betrug im Juni rund 43,7 Prozent.

Im ersten Halbjahr 2025 wurden zudem 138.905 Plug-In-Hybride neu zugelassen, 55,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der PHEV-Marktanteil lag damit bei 9,9 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen. Internationale Hersteller machten rund 42,0 Prozent des Marktes aus. Auch im Juni verzeichneten PHEVs ein starkes Wachstum: Mit 25.608 neu zugelassenen Fahrzeugen stiegen die Neuzulassungen um 66,4 Prozent im Vergleich zum Juni 2024. Der Marktanteil betrug zehn Prozent – ein Zuwachs um 4,8 Prozentpunkte. Internationale Marken steigerten ihre PHEV-Zulassungen im Juni voraussichtlich um 69,0 Prozent und erreichten damit einen Marktanteil von etwa 39,2 Prozent aller PHEV-Neuzulassungen.

Neuzulassungen von E-Autos

Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 387.631 Elektrofahrzeuge – BEV und PHEV – neu zugelassen: ein Marktanteil von 27,6 Prozent. Im Juni kamen die Elektrofahrzeuge auf 72.771 Pkw-Neuzulassungen, 23,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Ihr Marktanteil lag bei 28,4 Prozent; im Juni 2024 waren es 19,8 Prozent.

Neuzulassungen von Nutzfahrzeugen

Bei den Nutzfahrzeugen beliefen sich die Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2025 auf 169.849 Einheiten – 17,8 Prozent weniger verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Im Juni wurden 32.157 Nutzfahrzeuge neu zugelassen – 32,1 Prozent weniger als im Juni 2024. Dieses deutliche Minus ist auch auf einen Sondereffekt zurückzuführen: Im Juni 2024 waren aufgrund der zum 7. Juli 2024 in Kraft tretenden neuen EU-Typgenehmigungsverordnungen vermehrt Neuzulassungen vorgezogen worden, die insbesondere den Nutzfahrzeugmarkt signifikant wachsen ließen.

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