Fahrerassistenzsysteme Volkswagen sammelt künftig Umfelddaten mit Kundenautos 

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Volkswagen trainiert seine Fahrerassistenzsysteme künftig mit Daten aus dem realen Verkehr. Die ersten Modelle senden Sensor- und Bilddaten noch in diesem Jahr an die Server des Konzerns.

Volkswagen will künftig mit Daten aus realen Szenarien Fahrerassistenzsysteme trainieren.(Bild:  Volkswagen)
Volkswagen will künftig mit Daten aus realen Szenarien Fahrerassistenzsysteme trainieren.
(Bild: Volkswagen)

Volkswagen will die Assistenzsysteme seiner Marken künftig mit Daten aus dem realen Verkehr trainieren. Dafür zeichnen die Sensoren und Kameras der Fahrzeuge ab dem vierten Quartal 2024 in Deutschland die entsprechenden Daten auf.
Den Anfang machen Volkswagen und Audi. Die weiteren Konzernmarken sollen nach und nach folgen.

Bereits heute generieren die Autos des Konzerns mittels anonymisierter Schwarmdaten hochauflösende Karten. Die Entwickler wollen diese nun mit Daten aus Kundenfahrzeugen in realen Verkehrssituationen ergänzen. Konkret geht es dabei um Kamerabilder der Fahrzeugumgebung und Detektionsergebnisse der Umfeldsensorik, die Fahrtrichtung, Geschwindigkeit und Lenkwinkel. Außerdem Informationen zu Wetter, Sicht- und Lichtbedingungen.

Datenübertragung in bestimmten Szenarien

Die Daten werden laut Volkswagen nur in bestimmten Situationen übertragen – solchen, in denen Fahrerassistenzsysteme besonders hilfreich sind: zum Beispiel beim Einsatz des Notbremsassistenten, bei manuellen Vollbremsungen und plötzlichen Ausweichmanövern. „Eine dauerhafte Datenübertragung zu diesem Zweck findet nicht statt“, teilt Volkswagen mit.

Für die Datenübertragung verbindet sich die Cloud-Plattform der Software-Tochter Cariad mit den Bordrechnern der Fahrzeuge. Die sogenannte Bilddatenausleitung funktioniert zuerst in Modellen von Volkswagen und Audi mit den Architekturen E3 1.1 und E3 1.2. Das heißt: die ID-Modellfamilie und die neuen Audi Q6 E-Tron, A6 E-Tron, A5 und Q5.

Fußgänger und Radfahrer sind Teil der Daten

Die gesammelten Daten können andere Fahrzeuge oder Verkehrsteilnehmer umfassen, etwa Personen und Radfahrer aus dem direkten Umfeld. „Das ist besonders wichtig“, beschreibt Volkswagen, „da kamerabasierte Systeme Objekte auch unter widrigen Bedingungen optisch eindeutig klassifizieren und komplexe Verkehrssituationen korrekt bewerten müssen“. Beispiele sind belebte Supermarkt-Parkplätze oder Abbiegespuren mit kreuzenden Radwegen.

Personalisierte Daten werden nicht erhoben

Grundvoraussetzung für das Verarbeiten der Daten ist das Einverständnis der Kunden, teilt Volkswagen mit. „Alle datenschutzrechtlichen Vorgaben werden selbstverständlich beachtet“. Die Art der Zustimmung gestalten die Marken selbst aus. Möglich ist zum Beispiel eine wählbare Option im jeweiligen Kundenprofil. Die Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden.
„Individuelle Informationen über die Personen im Verkehrsumfeld sind nicht relevant“, beschreibt Volkswagen weiter. „Interessierte können die Aufzeichnungsbedingungen und Datenschutzerklärungen online einsehen und weitere Auskünfte anfordern.“

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