Kreislaufwirtschaft VW startet Fahrzeug-Recycling in Zwickau

Von Sven Prawitz 2 min Lesedauer

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Der Volkswagen-Konzern baut am Standort Zwickau ein zentrales Kompetenzzentrum für Kreislaufwirtschaft auf. Ab 2030 sollen dort jährlich bis zu 15.000 Fahrzeuge zerlegt und aufbereitet werden.

Ausbau des Motors eines alten Volkswagen T6, bevor dieser demontiert wird.(Bild:  Volkswagen AG)
Ausbau des Motors eines alten Volkswagen T6, bevor dieser demontiert wird.
(Bild: Volkswagen AG)

Volkswagen will künftig gebrauchte Fahrzeuge der Konzernmarken – E-Autos ebenso wie Verbrenner – von Kunden und Händlern zurück in die Autofabrik holen. Nach einer Prüfung werden sie je nach Zustand entweder für Kunden neu aufbereitet oder zerlegt, um einzelne Bauteile wie Türen, Scheinwerfer oder Motoren beispielsweise für Gebrauchtwagen wiederzuverwenden. Auch Rohstoffe etwa aus den Batterien von E-Autos sollen zurückgewonnen werden.

Die Zahl der demontierten Fahrzeuge soll in den kommenden Jahren schrittweise erhöht werden. Dazu seien Umbauten nötig und es werden 90 Millionen Euro in neue Anlagen und KI-Anwendungen investiert, wie VW mitteilte. Dieses Jahr sollen die ersten 500 Vorserienfahrzeuge zerlegt werden. Ab 2027 steigt die Anzahl der Fahrzeuge an, bis 2030 ist ein Aufbau der Kapazitäten auf 15.000 Fahrzeuge jährlich geplant. Erfahrungen aus anderen Bereichen der Industrie zeigten, dass Recyclingquoten von mehr als 80 Prozent, bei Batterien von mehr als 90 Prozent möglich seien.

Nachdem das Werk beim Umstieg auf E-Autos Pionier im Konzern gewesen sei, übernehme es nun erneut eine Vorreiterrolle, sagte VW-Sachsen-Chef Danny Auerswald laut Nachrichtenagentur dpa. „Jetzt erschließen wir den wichtigen Geschäftsbereich der Kreislaufwirtschaft.“

Neue Perspektive für bedrohten Standort

Volkswagen kämpft mit Überkapazitäten an seinen deutschen Standorten. Die Autoproduktion in Zwickau wird daher reduziert und in den kommenden Jahren mehrere Modelle an andere Autofabriken abgegeben. Dafür erhält der Standort mit aktuell rund 8.500 Beschäftigten laut einer Vereinbarung von Ende 2024 das neue Geschäftsfeld der Kreislaufwirtschaft. VW zufolge werden damit 1.000 Arbeitsplätze gesichert.

Zwickau wird im Volkswagen-Konzern das zentrale Kompetenzzentrum für diesen Bereich. Neue Geschäftsfelder in diesem Sektor sollen auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft, Standards festgelegt und das Wissen für andere Standorte weltweit zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen die Erfahrungen aus der Demontage in die künftige Produktentwicklung einfließen.

Sachsen will Sparten-Hauptsitz

Fördergeld zum Projektstart: Wirtschaftsminister Dirk Panter (3.v.r.) brachte den positiven Bescheid mit. Von links: Thomas Edig, Geschäftsführer Personal und Organisation bei Volkswagen Sachsen, Mario Albert, Vorsitzender des Betriebsrats Fahrzeugwerk Zwickau, Danny Auerswald, Sprecher der Geschäftsführung und Geschäftsführer Technik und Logistik bei Volkswagen Sachsen, Mike Rösler, Stellvertretender Betriebsratsvorsitzender Fahrzeugwerk Zwickau, Dirk Panter, Andreas Walingen, Leiter Group Circular Economy der Volkswagen AG und Jochen Rahmfeld, Geschäftsführer Finanz und Controlling bei Volkswagen Sachsen.(Bild:  Volkswagen AG)
Fördergeld zum Projektstart: Wirtschaftsminister Dirk Panter (3.v.r.) brachte den positiven Bescheid mit. Von links: Thomas Edig, Geschäftsführer Personal und Organisation bei Volkswagen Sachsen, Mario Albert, Vorsitzender des Betriebsrats Fahrzeugwerk Zwickau, Danny Auerswald, Sprecher der Geschäftsführung und Geschäftsführer Technik und Logistik bei Volkswagen Sachsen, Mike Rösler, Stellvertretender Betriebsratsvorsitzender Fahrzeugwerk Zwickau, Dirk Panter, Andreas Walingen, Leiter Group Circular Economy der Volkswagen AG und Jochen Rahmfeld, Geschäftsführer Finanz und Controlling bei Volkswagen Sachsen.
(Bild: Volkswagen AG)

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) sagte laut dpa, dass dieser Einstieg in die Kreislaufwirtschaft am Standort nur ein erster Schritt sein könne. „Wir wollen auch den Konzernsitz für Circular Economy hier haben“, so Panter: „Wir wollen, dass hier entwickelt wird, dass hier geforscht wird, dass hier gearbeitet wird und dass hier auch Entscheidungen getroffen werden.“ Der Freistaat fördert die Ansiedlung laut VW mit knapp elf Millionen Euro.

Der Betriebsratsvorsitzende Mario Albert bezeichnete das Kompetenzzentrum als „Riesenschritt in die Zukunft". Wichtig sei aber, dass daneben weiterhin Autos am Standort gebaut würden.

Mit Material von dpa

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