Kreislaufwirtschaft Volvo EX90 ist erstes E-Auto mit Batteriepass

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Ab dem Jahr 2027 müssen E-Autos die in der EU neu verkauft werden einen Batteriepass haben. Volvo liefert den beim EX90 schon in diesem Jahr.

Volvo liefert den neuen EX90 mit Batteriepass aus – der erst im Jahr 2027 verpflichtend ist.(Bild:  Volvo)
Volvo liefert den neuen EX90 mit Batteriepass aus – der erst im Jahr 2027 verpflichtend ist.
(Bild: Volvo)

Anfang September stellt Volvo seine neuen Flaggschiffe vor: den vollelektrischen EX90 und den XC90 mit Hybridantrieb. Beim EX90 eilt der schwedische Autohersteller einer EU-Vorgabe voraus: Das Auto kommt gute zwei Jahre früher als vorgeschrieben mit dem sogenannten Batteriepass. Das hat die Nachrichtenagentur Reuters mitgeteilt.

Der Pass zeigt unter anderem, woher die Rohstoffe im Akku des Fahrzeugs stammen, welche recycelten Inhalte bei dessen Produktion verwendet worden sind und welchen CO2-Fußabdruck der Stromspeicher hat. Ab Februar 2027 ist der Batteriepass verpflichtend für Elektrofahrzeuge, die in der EU verkauft werden.

Wichtiger für Käufer dürfte der im Pass hinterlegte State of Health, der Gesundheitszustand, des Akkus sein. Vereinfacht beschreibt er, wie viel Reichweite mit dem Akku noch möglich ist. Die Daten sollen einen Zeitraum von 15 Jahren abdecken. Eine vereinfachte Version des Passes ist per QR-Code an der Innenseite der Fahrertür verfügbar, sagte Vanessa Butani, Leiterin für globale Nachhaltigkeit bei Volvo, der Agentur.

Daten aus Systemen der Lieferanten

Den Batteriepass hat Volvo mit dem britischen Software-Start-up Circulor innerhalb von fünf Jahren entwickelt. Laut Reuters stützt die Software sich auf die Produktionssysteme der Lieferanten, um die verwendeten Batteriematerialien von der Mine bis zum Fahrzeug zu verfolgen. Zusätzlich prüft Circulor die monatlichen Energierechnungen der Lieferanten – und ermittelt so, wie viel ihrer Energie aus erneuerbaren Quellen stammt. Basierend darauf lässt sich der gesamten CO2-Fußabdruck der Batterie berechnen. „Kommt ein neuer Zulieferer hinzu, muss Circulor ihn prüfen, damit die Informationen aktuell bleiben“, erklärte Circulor-Chef Douglas Johnson-Poensgen gegenüber Reuters.

Die ersten EX90 mit Batteriepass sollen laut Reuters demnächst im Volvo-Werk in Charleston im Bundesstaat South Carolina aus der Montagehalle rollen. Die Produktion des Modells hatte Volvo im Juni begonnen. Ab der zweiten Jahreshälfte sollen Kunden in Europa und Nordamerika das Elektro-SUV erhalten. Den Batteriepass will Volvo schrittweise für alle Elektroautos einführen.

Hohe Nachfrage nach Batteriepässen

In den USA gibt es bislang keine Vorschrift, die dem Batteriepass ähnelt. Dennoch, die dortigen Automobilhersteller „zeigten Interesse, weil sie möglicherweise nachweisen müssten, dass sie gemäß dem US-amerikanischen Inflationsreduzierungsgesetz Anspruch auf Subventionen für Elektrofahrzeuge hätten“, sagte Johnson-Poensgen gegenüber Reuters.

Der Circulor-Chef beschrieb laut der Agentur einen Ansturm von Automobilherstellern auf Batteriepässe. Für viele könne es aber schwierig sein, die EU-Frist bis 2027 einzuhalten, selbst wenn sie jetzt damit beginnen.

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