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Fahrbericht

VW Tiguan: Erfolg verpflichtet

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Geländetauglich

Im Gelände, das zeigte auch die Testrunde über den gesteckten Parcours, erleichtert der optionale Haldex-Allradantrieb inklusive elektronischer Differentialsperre das Fahren. Hierfür steht auch eine Fahrprofilauswahl zur Verfügung. Neben vordefinierten Programmen für die Untergründe Asphalt, Schnee und Geröll ist auch eine frei konfigurierbare Einstellung wählbar. Die VW-Verantwortlichen wiesen aber darauf hin, dass diese vor allem für ambitioniertere Offroadfahrer gedacht ist. Doch gerade diese Spezies sollte wirklich auch das Offroad-Paket mit angeschrägter Front, Karosseriehöherlegung und Unterfahrschutz ordern. Die Geländefahrt im Mellowpark meisterte der neue Tiguan erwartbar problemlos. Doch er wird wohl weiterhin eher auf der Straße rollen. Bei Touren in und um die Bundeshauptstadt wirkte er immer souverän und komfortabel. Beim Thema Agilität entscheidet sicher auch die Motorauswahl. Mit einer präzisen Lenkung und einem guten Wendekreis war der Tiguan äußerst handlich. Auch beim Thema Übersichtlichkeit überzeugte er, denn im Vergleich zu vielen Mitbewerbern bieten die Fensterflächen immer noch einen guten Rundumblick. Ein Surround-View-Kamerasystem macht allerdings auch den letzten Winkel sichtbar.

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Hybrid noch nicht bestätigt

Ein gut abgestimmter Antrieb ist der durchzugsstarke, bereits zur Markteinführung erhältliche 2,0-Liter-Diesel (110 kW/150 PS). Die Kraftübertragung kann mit einem manuellem Getriebe und Frontantrieb oder mit Allrad und Doppelkupplung erfolgen. Vor allem das DSG überzeugte. Eher seltener dürften deutsche Kunden auf den bärenstarken 2,0-Liter-Benziner mit 132 kW/180 PS und Allradantrieb zurückgreifen. Weitere Motoren sollen im Jahresverlauf folgen. Insgesamt drei weitere Benziner (92 kW/125 PS, 110 kW/150 PS, 162 kW/220 PS) sowie drei weitere Diesel (85 kW/110 PS, 140 kW/190 PS, 176 kW/240 PS) stehen dann zur Wahl. Ob ein Hybrid folgt, wollten sich die Entwickler noch nicht entlocken lassen. Mehr als 2,8 Millionen Einheiten des Tiguan wurden seit 2007 an die weltweite Kundschaft gebracht. Ein wirkliches Erfolgsmodell haben die Wolfsburger mit ihrem SUV damals ins Leben gerufen und ihn zur vierten Produktsäule neben Polo, Golf und Passat wachsen lassen. Das der Neue das wesentlich bessere Auto als der Vorgänger ist, steht außer Frage. Ob er aber so erfolgreich wird, ist noch nicht ausgemacht. Denn nicht nur der Tiguan hat sich verändert sondern auch das Mitbewerberumfeld. Waren es zu seinem Start noch etwa zehn Konkurrenzmodelle sind es nun über 30.

Höhere Ansprüche

Und die tolle Ausstattung des neuen Tiguan hat seinen Preis, den unter anderem Europas SUV-Bestseller Qashqai unterbieten wird. Auch muss man das treue Tiguan-Publikum der Vorgängergeneration für das komplett neue, erstmals auf dem MQB-Baukasten basierende SUV begeistern. Denn der Anspruch ist gestiegen und man will noch näher an Premiumkonkurrenten wie den BMW X3 heranreichen. Dadurch dürften selbst SUV-Modelle aus dem eigenen Konzern, wie der neue Seat Ateca, reizvolle Alternativen bieten.

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Über den Autor

 Christian Otto

Christian Otto

stellvertretender Chefredakteur, AUTOMOBIL INDUSTRIE