Suchen

Fahrbericht VW Tiguan: Erfolg verpflichtet

| Autor: Christian Otto

Mit dem Vorgängermodell hat die Marke Volkswagen ein Segment geprägt. Der neue Tiguan tritt in erfolgreiche und damit große Fußstapfen. Mit einem komplett überarbeiteten Design und viel Technik stellte er sich in Berlin einem ersten Test.

Firmen zum Thema

Mit 2,8 Millionen verkauften Einheiten legt das alte Modell des Tiguan vor. Doch auch der Neue hat viel zu bieten.
Mit 2,8 Millionen verkauften Einheiten legt das alte Modell des Tiguan vor. Doch auch der Neue hat viel zu bieten.
(Foto: VW)

Einen SUV in der Großstadt testen? Nur auf den ersten Blick ein Widerspruch. Hat sich diese Fahrzeugklasse doch zu einem Liebling der internationalen Kunden gemausert, die trotz der zumeist größeren Außenmaße die Sport Utility Vehicle vornehmlich im urbanen Umfeld navigieren. Und so durfte es auch nicht überraschen, dass die Marke Volkswagen die Neuauflage ihres SUV-Dauerbrenners Tiguan in Berlin präsentierte. Nicht ohne aber im sonst von der deutschen BMX-Elite genutzten Areal des Mellowpark einen Hindernisparcours anzubieten, der auch die Fähigkeiten des Fahrzeugs jenseits befestigter Straßen deutlich machen sollte.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 9 Bildern

Markant statt bieder

Doch bevor es zum Test der Fahreigenschaften ging, ließ man das neue Design auf sich wirken. Hier haben die Wolfsburger das biedere Auftreten des Vorgängers abgelegt. Der trotzdem sehr beliebten ersten Generation fehlte es merklich an Ecken und Kanten. Umso stärker finden sich diese nun im neuen Auftritt. Der Tiguan ist nicht nur breiter, tiefer und länger, sondern auch markanter. Das beginnt bei der komplett veränderten Front, die besser proportioniert ist, als beim aktuellen Passat. Die Fronthaube steht zudem höher als beim Vorgängermodell. An den Flanken dominiert die wesentlich höhere Gürtellinie, die die Verantwortlichen „Tornadolinie“ getauft haben. Die neuen Proportionen führen zu kürzeren Überhängen, einem längeren Radstand und einer starken Schulter. In der Heckpartie geht die Tornadolinie fließend in die LED-Beleuchtung über.

Viel Platz gewonnen

Beim Blick in den Innenraum kommt schon fast Premiumfeeling auf. Dort hat man zudem ein luftigeres Raumgefühl, als bei der alten Modellgeneration. Fahrer und Beifahrer sitzen trotz der Absenkung des Fahrzeugs ein wenig höher. Die Passagiere der Rückbank freuen sich über die aus dem längeren Radstand resultierenden drei Zentimeter mehr Kniefreiheit. Zudem bringen die neuen Abmessungen zusätzliche 50 Liter Gepäckraum, 520 Liter stehen damit zur Verfügung. Eine abgesenkte Ladekante sowie die um 18 cm verschiebbare Rückbank ergeben in Summe einen sehr alltagstauglichen Lastesel. Bei umgeklappten Sitzen fasst er maximal 1.655 Liter. Das Cockpitdesign greift das kraftvolle Außendesign auf. Aufwendig lasergeprägte Kunststoffoberflächen und der rahmenlose Innenspiegel fallen ebenso sofort ins Auge, wie das Virtual Cockpit. Dieses fährt schon im Passat mit und findet seine technische Vollendung bei der Konzernschwester Audi. Das virtuelle Cockpit ersetzt die für einen Aufpreis von 510 Euro die sonst analogen Instrumente.

Ausstattung satt

Ein weiteres Helferlein ist das ebenfalls aufpreispflichtige Head-up-Display. Dieses projiziert die Informationen allerdings nicht direkt in die Windschutzscheibe, sondern auf eine ausfahrbare Plastikfolie. Auffallend waren zudem die sehr bequemen Sitze, die es unter anderem mit einer Vier-Wege-Lordosen-Einstellung und einer Massagefunktion gibt. Solche Ausstattungsangebote dürften den Tiguan eine Spitzenposition im Volumensegment bescheren. Auch sonst dürfte der neue Tiguan Maßstäbe setzen. Beim Thema Sicherheit und Assistenz hat er beispielsweise viele Systeme schon serienmäßig an Bord: Sieben Airbags, ein kamerabasierter Spurhaltehelfer und ein Notbremsassistent mit Radartechnik kann nicht jeder Mitbewerber bieten. Für den Stauassistenten, der im stockenden Verkehr das Lenken und Bremsen übernimmt und eine Umfeldüberwachung per Kamera, die auch bei Geländefahrten hilfreich ist, muss der künftige Kunde allerdings extra zahlen.

(ID:43980857)

Über den Autor

 Christian Otto

Christian Otto

stellvertretender Chefredakteur, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE