Offener Brief Wirtschaftsverbände fordern Rettungsplan für Batteriestandort Deutschland

Von Sven Prawitz 2 min Lesedauer

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Fünf Wirtschaftsverbände schlagen Alarm: Das deutsche Batterieökosystem droht zum Erliegen zu kommen. In einem Acht-Punkte-Plan fordern sie von Bundeskanzler Merz eine industriepolitische Kehrtwende.

Industrieverbände warnen, dass die Batteriestandorte Deutschland und Europa gefährdet sind.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Industrieverbände warnen, dass die Batteriestandorte Deutschland und Europa gefährdet sind.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Fünf Wirtschaftsverbände sehen das deutsche Batterieökosystem in Gefahr und haben sich in einem offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz gewandt. Das Kompetenznetzwerk Lithium-Ionen-Batterien KLIB, der Verband der Chemischen Industrie VCI, der Verband der Automobilindustrie VDA, der Maschinen- und Anlagenbau-Verband VDMA sowie der Verband der Elektro- und Digitalindustrie ZVEI warnen vor einem Stillstand der Batterieentwicklung in Deutschland und Europa.

Offener Brief an die Bundesregierung

In ihrem Schreiben an die Bundesregierung kritisieren die Verbände das Fehlen einer gemeinsamen und langfristigen Strategie zur Industrialisierung der Batterietechnik. Obwohl sie die neue Hightech-Agenda der Bundesregierung begrüßen, vermissen sie eine von Politik und Industrie getragene Strategie zum Aufbau eines wettbewerbsfähigen Batterieökosystems.

Die Verbände warnen vor zunehmenden Insolvenzen und der Aufgabe von Geschäftsaktivitäten im Batterieumfeld, besonders bei kleinen und mittelständischen Unternehmen. Hohe Energiepreise, überbordende Bürokratie und ein nicht wettbewerbsfähiges Steuer- und Abgabensystem erschweren nach Ansicht der Verbände den Auf- und Ausbau der Batteriewertschöpfungskette.

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Acht-Punkte-Plan im Positionspapier

Parallel zum offenen Brief haben die fünf Verbände ein detailliertes Positionspapier mit acht konkreten Maßnahmen vorgelegt:

  • 1. Gemeinsames Wollen: Aufbau einer verbindlichen, langfristigen (10 bis 15 Jahre) Strategie von Staat und Industrie für ein technologisch souveränes Batterieökosystem
  • 2. Klarheit und Verbindlichkeit schaffen: Konsequentes Festhalten an der langfristigen Strategie als Basis für Planbarkeit und Investoren-Engagement
  • 3. Gesamtheitliches Verständnis: Berücksichtigung aller Elemente des Batterieökosystems von Rohstoffen bis zum fertigen Produkt in einem Netzwerk aus Kooperationen
  • 4. Standortbedingungen verbessern: Senkung der Strompreise, Bürokratieabbau, steuerliche Regelungen und effiziente Fördermaßnahmen zur Stärkung von Investitionen
  • 5. Faire Wettbewerbsbedingungen schaffen: Industriepolitische Maßnahmen gegen ungleiche Wettbewerbsbedingungen und Überkapazitäten, die Investitionen verhindern
  • 6. Risk-Sharing im Ökosystem: Staatliche und industrielle Maßnahmen zur Unterstützung von Unternehmen, besonders KMU, beim Aufbau von Pilotanlagen und Upscaling
  • 7. Rohstoffe sichern: Schnelle Umsetzung des Critical Raw Materials Act und Aufbau einer Recycling-Industrie für geschlossene Materialkreisläufe
  • 8. Forschung fördern: Massiver Ausbau der öffentlich geförderten Batterieforschung auf verlässlicher, langfristiger Basis

Die Verbände betonen, bis zum Jahr 2030 werde für Lithium-Ionen-Batterien ein globaler Markt von gut 150 Milliarden Euro erwartet, davon etwa 54 Milliarden Euro in Europa. Ein starkes Batterieökosystem sei entscheidend für die strategische Souveränität und Zukunftsfähigkeit des Hightech-Standorts Deutschland und Europa.

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