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Wirtschaft Zulieferer: Geschäftsklimaindex schrammt an Rekordtief nur knapp vorbei

| Redakteur: Svenja Gelowicz

Die Stimmung bei den Lieferanten ist denkbar schlecht. Und auch in die nächsten sechs Monate blicken die Unternehmen mit Sorgen, die auf dem Niveau zum Höhepunkt der Finanzkrise schwelen.

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Die Stimmung bei den Lieferanten ist auf einen neuen Tiefstwert seit der Finanzkrise gefallen.
Die Stimmung bei den Lieferanten ist auf einen neuen Tiefstwert seit der Finanzkrise gefallen.
(Bild: ZF Friedrichshafen AG )

Ob die Situation aktuell eine „Ruhe vor dem Sturm“ sei, wisse man nicht, sagte Daimler-Chef Ola Källenius am Mittwochmorgen (29. April) vor Journalisten. Die Rede war von Insolvenzen der Automobilzulieferer, für die der Konzern eine eigene Task Force eingerichtet hat.

Für manche Lieferanten geht es gerade um die Existenz. Die Sorgen der Branche lassen auch den Geschäftsklimaindex nochmal drastisch einbrechen. Die Stimmung hat sich in den vergangenen Monaten drastisch verschlechtert und ist auf einen neuen Tiefstwert seit der Finanzkrise gefallen.

Die aktuelle Befragung zeigt einen Saldo aus Optimisten und Pessimisten von Minus 44,3 und liegt damit nur um 3,3 Saldenpunkte über dem niedrigsten Wert im März 2009 – dem Höhepunkt der damaligen Finanzkrise. Die kommende Mai-Befragung wird zeigen, ob damit bereits der Tiefpunkt der aktuellen Corona-Pandemie erreicht ist.

Während des Lockdowns hat sich die Bewertung der aktuellen Geschäftstempo nochmal rasant verschlechtert, schreibt die Arbeitsgemeinschaft Zulieferer in einer Mitteilung. Sie erhebt die Branchenstimmung monatlich. Im April stürzte sie von - 6,6 auf - 37,9 Punkte ab. Und auch die Erwartungen für das nächste halbe Jahr sind mit - 50,6 Punkten im freien Fall.

Für den weiteren Verlauf des Geschäftsklimas, heißt es weiter, werden nun die Aussichten der verschiedenen Branchen und Konjunkturpakete der Politik entscheidend sein.

Wie der Geschäftsklimaindex erhoben wird

Der Geschäftsklimaindex Zulieferindustrie wird von der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ) in Zusammenarbeit mit dem Münchener Ifo-Institut ermittelt. Er beruht auf der Befragung von rund 600 Unternehmen und deckt die in der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie zusammengeschlossenen Branchen Gießerei-Industrie, Aluminiumindustrie, Kunststoffverarbeitung, Stahl- und Metallverarbeitung, NE-Metall-Industrie, Kautschukindustrie sowie technische Textilien ab.

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