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Klassische Fahrzeuge 50 Jahre Toyota 2000 GT

| Autor / Redakteur: SP-X / Thomas Günnel

Als automobile Geldanlage spielt dieser Toyota heute fast in der Hochpreisliga von Ferrari und ähnlichen Vmax-Legenden. Für alle Fans fernöstlicher Fast-and-Furious-Racer bleibt der 2000 GT aber vor allem eines: Japans erster Supersportwagen.

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Für alle Fans fernöstlicher Fast-and-Furious-Racer ist der 2000 GT Japans erster Supersportwagen.
Für alle Fans fernöstlicher Fast-and-Furious-Racer ist der 2000 GT Japans erster Supersportwagen.
(Foto: Toyota)

Für Ferrari wurde 1965 ein unerfreuliches Jahr. Zuerst musste sich Maranello neuer norditalienischer Herausforderer erwehren, dann dem profanen Ford GT 40 Paroli bieten. Schließlich sprang auch noch der Speed-macht-Spaß-Funke von Ferraris Hausmesse Turin auf die Tokyo Motor Show über. Dort stand vor 50 Jahren die Speerspitze aller japanischen Supersportwagen im Rampenlicht, der Toyota 2000 GT. Ein verführerischer Fastback, der für viele Sportwagenfans schöner war als alle damaligen Ikonen vom Schlage eines Ferrari GTO oder Jaguar E-Type und der als Spielzeugminiatur sofort die Kinderzimmerwelt eroberte.

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Technische Raffinesse

Auf Straße und Strecke sollte der erste Japan-Racer dagegen alle etablierten Rivalen durch technische Raffinesse deklassieren. Ob diese Anmaßung des fernöstlichen Brot-und-Butter-Auto-Produzenten Toyota einem Titanen wie Enzo Ferrari wenigstens ein amüsiertes Lächeln entlocken konnte, ist leider nicht überliefert. Verbürgt ist aber die Anerkennung, die der Toyota 2000 GT von Supercar-Konstrukteuren wie Carroll Shelby oder Alejandro De Tomaso erhielt. Erntete das Alphatier in Nippons neuer Sportschau – das Trio aus Prince R380, Hino Sprint GT und Mazda Cosmo folgte dem Toyota – doch raschen Ruhm auf Rennkursen und bei Rekordfahrten. Vor allem: Toyota hatte sich mit seinem ersten Gran Turismo für den schnellen Drift ins sportliche Glück weltweit ins Gespräch gebracht – beste Basis für die Besetzung der automobilen Hauptrolle im James-Bond-Streifen „Man lebt nur zweimal“ und den Vorstoß auf neue Exportmärkte in Europa.

Das teuerste asiatische Auto

In der Welt des Glamours und des Jetsets der Swinging Sixties ist der bis zum Jahr 1970 nur 351 Mal gebaute GT dennoch nie begehrt worden. Dafür jedoch von überraschend vielen technikaffinen Sportwagenfans, die bereit waren, die exorbitant hohen Preise für Toyotas Prestigeobjekt zu zahlen. Den Status des teuersten asiatischen Autos aller Zeiten errang der 2000 GT allerdings erst als Klassiker, für den Kenner heute bereitwillig siebenstellige Beträge bezahlen. Entwickelt wurde das Sportcoupé ab 1964 als emotionsgeladener Markenmeilenstein, der Toyota als technischen Fixstern am Autohimmel der Sechziger verankern sollte. Der GT war das Glanzlicht des 30. Geburtstags der Automobilproduktion bei Toyota, die bis dahin vor allem die Inlandsnachfrage bediente, ab 1965 aber einem 25-prozentigen Exportanteil entgegenstrebte. Und hier sollte der Gran Turismo als Türöffner für traditionelle Sportwagenmärkte dienen.

Leistungsstärkster Sechszylinder seiner Klasse

Von Toyota-Chefingenieur Jiro Kawano und Saturo Nozaki (Design) als technisches Kunstwerk konzipiert, folgte der GT der Philosophie der Götter Fujin und Raijin, die in der japanischen Kunstszene allgegenwärtig sind. Während der Windgott Fujin eher zurückhaltend auftritt, ist der Donnergott Raijin aufbrausend und aggressiv. So zeigte sich der Toyota-Sportwagen denn auch in zurückhaltend zierlichen Proportionen von gerade einmal 4,18 Meter Länge und 1,60 Meter Breite. Womit er im Vergleich zu manchen europäischen Supercars fast kleinwüchsig wirkte. Innerhalb des Toyota-Programms präsentierte er sich damit jedoch bereits als großer Bruder des Sports 800, der ab 1962 den Prototypen-Probelauf für Toyota Sportwagen absolvierte.

Statt eines mediokren Zweizylinders wie im Sports 800 arbeitete unter der endlos lang gestreckten Haube des 2000 GT aber der weltweit modernste und leistungsstärkste Sechszylinder seiner Leistungsklasse mit zwei obenliegenden Nockenwellen und zentral in den hemisphärischen Brennräumen angeordneten Zündkerzen. Liebe zum Detail zeigten die zwischen 110 kW/150 PS und 148 kW/200 PS abgebenden Maschinen sogar durch mit schwarzem Schrumpflack überzogenen Deckeln der Nockenwellen. Dort kündeten in stolzen Lettern die Schriftzüge Toyota und 2000 GT vom wilden Temperament eines Sportlers, der an den Donnergott Raijin erinnerte.

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