Absatzzahlen 2024 Europas Automarkt leicht im Plus – trüber Ausblick

Von Andreas Grimm 1 min Lesedauer

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Das Neuwagengeschäft ist nicht überall trist, in einigen EU-Ländern steigt der Absatz. Auch die E-Mobilität entwickelt sich unterschiedlich, teils mit hohen Zuwächsen. Im Ranking der Hersteller gibt es einen klaren Verlierer.

Der europäische Neuwagenmarkt hat 2024 leicht zugelegt. Im laufende Jahr ist nicht mit einer echten Belebung der Nachfrage zu rechnen.(Bild:  Grimm – VCG)
Der europäische Neuwagenmarkt hat 2024 leicht zugelegt. Im laufende Jahr ist nicht mit einer echten Belebung der Nachfrage zu rechnen.
(Bild: Grimm – VCG)

Der europäische Neuwagenmarkt hat im Gesamtjahr 2024 leicht zugelegt. Wie der Herstellerverband Acea am Dienstag (21. Januar) in Brüssel mitteilte, seien in den zurückliegenden zwölf Monaten 12.963.614 Pkw in den Ländern der EU, der Efta und in Großbritannien neu zugelassen worden. Das waren 115.000 Einheiten oder 0,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Zum Plus in Europa beigetragen hat nicht zuletzt der Schlussmonat. Im Dezember kletterten die Erstzulassungen um 4,1 Prozent auf 1,09 Millionen Einheiten. Unter dem Strich entwickelte sich der europäische Neuwagenmarkt damit besser als der deutsche Markt. Hierzulande ging es im Gesamtjahr um 1,0 Prozent und im Dezember um 7,1 Prozent nach unten.

Trotz des leichten Absatzanstiegs sieht Constantin Gall, Leiter Mobility beim Beratungsunternehmen EY für Westeuropa, derzeit keine positiven Impulse für den europäischen Neuwagenmarkt. Die Nachfrage verharre im Krisenmodus und bleibe schwach. Der Absatz liegt weiterhin deutlich unter Vorkrisenniveau – was zu einer dauerhaften Unterauslastung der Autofabriken führe. Politische Unsicherheiten, hohe Neuwagenpreise und die Verunsicherung über das Antriebskonzept der Zukunft „werden auch im Jahr 2025 dafür sorgen, dass insbesondere private Kunden sehr zurückhaltend sein werden“, befürchtet Gall.

Der Wandel zur Elektromobilität ist darüber in Europa ins Stocken geraten, allerdings erfolgte der Absturz weniger deutlich als in Deutschland. Europaweit sank der Anteil der Elektroautos (BEV) am Gesamtabsatz von 14,6 auf 13,6 Prozent. Verkauft wurden noch 1.993.102 BEV, das waren 1,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Letztlich hat vor allem der Absturz in Deutschland um 27,4 Prozent oder 380.000 Einheiten den Absatz nach unten gezogen.

Uneinheitliche Entwicklung

Allerdings ist das Bild sehr uneinheitlich. In Italien (-1,0 %) und Frankreich (-2,6 %) fiel der BEV-Absatz leicht, in Spanien (+11,2 %) und Großbritannien (+21,4 %) ging er deutlich nach oben. Auch in den mittleren und kleinen Märkten war die Entwicklung uneinheitlich von einem 26-prozentigem Rückgang in Finnland bis zu einem 63-prozentigen Anstieg in Tschechien.

Gesunken ist im zurückliegenden Jahr auch der PHEV-Absatz (-3,9 %), während gleichzeitig immer mehr Neuwagen hybridisiert sind (+19,6 % auf 4,07 Millionen Einheiten). Wichtigste Antriebsart ist weiterhin der Ottomotor mit einem Anteil von 33,3 Prozent, vor den Hybridantrieben mit 30,9 Prozent und eben den BEV mit 13,6 Prozent. Diesel-Fahrzeuge haben noch einen Anteil von 11,9 Prozent, PHEV kommen auf 7,1 Prozent.

Insgesamt verzeichneten 2024 drei große Automärkte Rückgänge, deren Ausmaß allerdings bis auf Frankreich (-3,2 %) übersichtlich blieb – Deutschland verlor 1,0 Prozent, Italien 0,5 Prozent. Spanien hingegen verzeichnete ein Plus bei den Neuzulassungen von 7,1 Prozent. In Großbritannien legte der Neuwagenabsatz um 2,6 Prozent zu.

Stellantis verliert deutlich Marktanteile

Spannend ist die Entwicklung der Absatzzahlen der Konzerne. Der Volkswagenkonzern baut dabei seinen Marktanteil noch leicht aus und kommt nun auf 26,3 Prozent (+0,2 Prozentpunkte). Auf Platz zwei liegt im Gesamtjahr weiterhin Stellantis, der Marktanteil des italienisch-französisch-amerikanischen Konzerns sank im Jahresverkauf aber von 16,5 auf 15,2 Prozent. Im Dezember konnte die Renault Group sogar knapp vorbeiziehen. Auf Platz fünf mit 7,8 Prozent Marktanteil ist Toyota. Die Japaner kommen dabei dem Hyundai-Konzern (8,2 %) recht nahe.

Ein weiterer großer Verlierer war 2025 der Ford-Konzern. Der Marktanteil des Autobauers sank von 4,0 auf 3,3 Prozent. Auch Tesla verlor deutlich, der Marktanteil schrumpfte von 2,9 auf 2,5 Prozent. Unter den Newcomern wird nur SAIC Motor von der Acea-Statistik erfasst (MG, Maxus). Die Chinesen erhöhten ihren Marktanteil leicht von 1,8 auf 1,9 Prozent.

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