Studie Autoindustrie rechnet mit Erholung

Redakteur: Tanja Schmitt

Es kann nur besser werden: Dieser Meinung sind die meisten Befragten der Strategy&-Studie und erwarten 2021 steigende Autoverkäufe – vor allem für Elektromodelle.

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Elektroautos wie der ID 4 von Volkswagen verkaufen sich wohl auch in diesem Jahr wie geschnitten Brot.
Elektroautos wie der ID 4 von Volkswagen verkaufen sich wohl auch in diesem Jahr wie geschnitten Brot.
(Bild: Volkswagen)

3,2 Millionen: So viele Neuwagen sollen in diesem Jahr verkauft werden – neun Prozent mehr als noch 2020. Davon gehen zumindest die Experten von PwC aus,die den „Stimmungsbarometer Automotive 2021“ zusammen mit Strategy& durchgeführt haben. Könnten die Händler ihre Türen aufgrund des Lockdowns nicht öffnen, rechnet PwC mit einem Plus von immerhin 2,5 Prozent.

Auch wenn drei Viertel der Befragten (77 Prozent) die Pandemie auch in diesem Jahr als die größte Herausforderung sehen, sind sie dennoch optimistisch. Die Mehrheit rechnet mit steigenden Neuzulassungen und einem Anstieg der Produktion.

Viele Menschen haben ihr Geld gespart, dass sie jetzt ausgeben können. Der Markt könnte somit nach dem Ende der Lockdown-Maßnahmen schnell wieder anziehen: „Wir erwarten im zweiten Quartal mindestens 50 Prozent mehr verkaufte Autos gegenüber dem Vorjahreszeitraum“, erläutert Felix Kuhnert, Partner und Global Automotive Leader bei PwC Deutschland. Damit es nicht erneut zu einem Halbleitermangel kommt, sprechen sich 86 Prozent der Befragten für eine Erweiterung der Chip-Produktion aus; 77 Prozent der befragten Manager fordern politische Lösungen in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung oder der EU.

Hoffnungsträger: Alternative Antriebe

E-Autos bleiben im Trend. Die Hälfte der Befragten rechnet mit einem Marktanteil von mindestens 30 Prozent für reine Elektroautos bis 2025. Somit liegt auch das Hauptaugenmerk auf der Elektromobilität: Knapp 50 Prozent der Manager investieren deshalb vor allem in E-Angebote, 20 Prozent in autonomes Fahren, zwölf Prozent in Smart Mobility und elf Prozent in Connected-Car-Services. Beim Thema Wasserstoff ist die Begeisterung etwas verhaltener. Die meisten sehen die Brennstoffzelle hauptsächlich im Lkw-Bereich: 46 Prozent erwarten dort durch die Weiterentwicklung höhere Marktpotentiale.

Mobilitätsverhalten der Deutschen

42 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Menschen auch nach der Pandemie individuelle Mobilitätsangebote vorziehen. Der öffentliche Personennahverkehr hat somit das Nachsehen. 38 Prozent glauben außerdem, dass die zurückgelegten Kilometer pro Verkehrsteilnehmer weiter sinken.

Eine Frage spaltet indessen die Branche: 45 Prozent gehen davon aus, dass die meisten Deutschen mehr Geld für ihre individuelle Mobilität ausgeben werden. Genauso viele glauben aber, dass das Gegenteil der Fall sein wird.

Frauenbewegung und Transformation

Die Hälfte der Befragten finden, es sollte mehr weibliche Führungskräfte geben. Im vergangenen Jahr waren es 44 Prozent. Auf der anderen Seite befürchtet jeder Dritte, dass mehr Frauen als strategischer Hemmschuh wirken könnten (2020: 36 Prozent).

Den größten Transformationsdruck spürt die deutsche Autoindustrie bei der Digitalisierung (52 Prozent) sowie bei neuen Mobilitätskonzepten und den damit verbundenen Geschäftsmodellen (49 Prozent). Den geringsten Transformationsdruck sieht die Branche im Weg hin zum softwaregetriebenen Auto. Hier fühlen sich vor allem OEMs bereits sehr gut beziehungsweise eher gut (71 Prozent) aufgestellt.

Stimmungsbarometer Automotive

Für die Onlinebefragung von PwC und Strategy& wurden im März und April 201 Manager der Automobilbranche (Hersteller, Zulieferer, Handel) in Unternehmen mit weniger als 50 Millionen Euro Jahresumsatz bis hin zu Unternehmen mit mehr als einer Milliarde Euro Jahresumsatz befragt.

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