Volkswagen Nächstes Batteriezellwerk kommt

Quelle: dpa

Die Eckpunkte der Roadmap in Sachen Batteriezellfertigung des Volkswagen-Konzerns waren bereits bekannt. Für das geplante Werk bei Valencia fehlte allerdings noch die Entscheidung.

Batteriesystemfertigung bei VW in Braunschweig.
Batteriesystemfertigung bei VW in Braunschweig.
(Bild: VW)

Die Region Valencia in Spanien steht nun endgültig als nächster Ort für das europäische Batteriezell-Netz des VW-Konzerns fest. Im Jahr 2026 solle dort ein Werk mit über 3.000 Beschäftigten seinen Betrieb aufnehmen, kündigte der Autobauer am Mittwoch (18. Januar) an. Zum Jahreswechsel sei ein passendes Grundstück in Sagunto gekauft worden.

Neben Seat soll die neue Zellfabrik das Fahrzeugwerk in Pamplona versorgen. Im Zentrum Valencias hat die VW-Batteriesparte Power-Co nun eine eigene Niederlassung, um von dort aus die Aktivitäten in Spanien zu koordinieren.

Spanien fördert Fabrik

Grundsätzlich war das Vorhaben bereits seit dem vergangenen Frühjahr bekannt – Volkswagen wollte bis zu einer abschließenden Entscheidung allerdings noch die Förderbedingungen der Politik prüfen. Der spanische Zentralstaat hatte der autonomen Gemeinschaft Valencia Ende Dezember 90 Millionen Euro als Subvention für die Batteriefabrik bereitgestellt.

Die Region wird nach dem niedersächsischen Salzgitter der nächste Ort, an dem Wolfsburg eigene Akkuzellen für Elektroautos produzieren will – nicht zuletzt, um unabhängiger von den dominanten Lieferanten aus Asien zu werden. Rechnet man ein Werk des Partners Northvolt im nordschwedischen Skellefteå mit, ist es der dritte solche Standort. Eine weitere Zellfabrik soll nach Osteuropa kommen, hierzu ist jedoch noch kein definitiver Beschluss gefallen.

Weitere Zellfabriken in Ostfriesland und Sachsen?

„In Spanien starten wir jetzt mit dem Aufbau des Führungsteams und werden bald mit ersten Bauarbeiten beginnen“, erklärte Power-Co-Chef Frank Blome. „Weitere Schritte für Osteuropa und Nordamerika befinden sich in Planung.“ Deutsche Politiker und der VW-Betriebsrat hoffen darüber hinaus auf zusätzliche Investitionen hierzulande. Dem Vernehmen nach könnten Ostfriesland rund um das Werk Emden oder die Region um die sächsischen Standorte Zwickau, Chemnitz und Dresden Chancen haben.

Bei dem spanischen Projekt gehe es auch um ergänzende Teile und Produktionsprozesse zur E-Mobilität. Für die Batteriezellfertigung selbst peilt VW eine jährliche Kapazität von 40 Gigawattstunden an. Der Standort Sagunto soll mit Ökostrom betrieben werden. Der Konzern begann eine Kampagne, um Fachkräfte einzustellen.

Insgesamt sind in Europa zunächst sechs interne Zellfabriken geplant. VW sondiert aber auch die Bedingungen für eine Nordamerika-Fertigung. Um sich Batterierohstoffe zu sichern, wollen die Wolfsburger in kanadische Minen investieren.

Auch andere Autohersteller bauen eigene Zellwerke oder steigen in oft milliardenteure Gemeinschaftsprojekte ein. Zudem wird das Recycling wichtiger. In China setzt Volkswagen in der Akku-Fertigung eher auf Beteiligungen an und Kooperationen mit Partnerfirmen wie Gotion.

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