Erneuerbare Energien Continental baut Windpark für Reifenwerk

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Continental baut in der Nähe seines Reifenwerks im hessischen Korbach einen Windpark. Planungssicherheit bei Energiekosten ist der Hauptgrund für die Investition.

Photovoltaikanlagen im Continental-Reifenwerk in Korbach: Ein neuer Windpark liefert bald zusätzliche Energie für das Werk.(Bild:  Continental)
Photovoltaikanlagen im Continental-Reifenwerk in Korbach: Ein neuer Windpark liefert bald zusätzliche Energie für das Werk.
(Bild: Continental)

Continental hat den Bau des ersten unternehmenseigenen Windparks mit drei Windenergieanlagen in Twistetal bei Korbach beschlossen. Er wird das rund acht Kilometer entfernte Reifenwerk im hessischen Korbach gemeinsam mit bestehender Photovoltaik  mit rund zwei Dritteln des benötigten Stroms versorgen.

Die Windkraftanlagen erzeugen laut Continental jährlich etwa 55 Gigawattstunden Strom – bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von etwa 3.500 Kilowattstunden ist das der Bedarf von rund 15.000 Haushalten. Dafür investiert der Zulieferer einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. Die behördlichen Genehmigungen liegen vor. Der Bau soll noch in diesem Jahr beginnen, etwa anderthalb Jahre später soll der Windpark ans Netz gehen.

„Mit eigenen Windrädern in der Nähe des Werks gewinnen wir Planungssicherheit bei den Energiekosten und machen uns unabhängiger von schwankenden Energiemärkten – entscheidende Faktoren für eine wettbewerbsfähige Reifenproduktion in Deutschland“, erklärt Bernhard Trilken, Leiter Produktion und Logistik des Reifenbereichs, das Projekt.

179 Meter hohe Windräder

Die Windräder vom Typ „Nordex N175/6.X“ haben eine Nabenhöhe von 179 Metern und einen Rotordurchmesser von 175 Metern. Mit einer Gesamthöhe von 267 Metern gehören sie laut Continental zu den leistungsstärksten Anlagen an Land und nutzen die kräftigen Winde in höheren Luftschichten.

„Der Windpark wird unserem Standort erhebliche Vorteile bringen. Er trägt dazu bei, einen großen Teil unseres Strombedarfs in Korbach mit selbst erzeugter, erneuerbarer Energie zu decken – zu wettbewerbsfähigen und verlässlich kalkulierbaren Kosten“, beschreibt Klaus Ohlwein, Leiter des Continental-Reifenwerks in Korbach. Im Werk fertigen rund 2.400 Menschen im Unternehmensbereich Tires Pkw-, Motorrad-, Fahrrad- und Industriereifen.

Portrait von Klaus Ohlwein
Klaus Ohlwein leitet das Continental-Reifenwerk in Korbach.
(Bild: Continental)

„Der erzeugte Strom wird direkt in der Reifenproduktion, beispielsweise bei Mischern und Extrudern, eingesetzt. Das Projekt ist ein wichtiger Baustein unserer Nachhaltigkeitsmaßnahmen am Standort und zeigt, wie sich industrielle Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltige Energienutzung in Deutschland erfolgreich verbinden lassen“, ergänzt Ohlwein.

Erneuerbare Energie für alle Werke seit 2020

Seit dem Jahr 2020 versorgt Continental seine Werke weltweit mit erneuerbarer Energien, gestützt auf langfristige Lieferverträge für erneuerbare Energien und die eigene Stromerzeugung vor Ort. In den vergangenen Jahren reduzierte der Zulieferer durch die Umstellung auf emissionsärmere Energieträger die absoluten Emissionen in der Reifenproduktion um rund 180.000 Tonnen CO2.

Seit dem Jahresbeginn 2026 nutzt das Unternehmen zudem keine Kohle und kein Schweröl mehr an seinen Produktionsstandorten. Die Energieträger sind jetzt Strom aus erneuerbaren Quellen, Biomasse und Biogas, Flüssiggas und Erdgas.

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