Fahrerassistenzsysteme

Daimler stellt teilautomatisierten Lkw vor

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Notbremsassistent Pflicht ab Ende 2015

Der Mercedes-Benz Actros der Jungfernfahrt mit neuem 12,8-Liter-Dieselmotor (OM 471) hat alle bewährten Assistenz- und Sicherheitssysteme an Bord. Dazu gehören etwa Mercedes PowerShift 3, Predictive Powertrain Control und Abstandhalteassistent sowie Aufmerksamkeitsassistent und ein Fleetboard Fahrzeugrechner. Selbstverständlich auch Active Brake Assist 3, der mit seiner automatischen Notbremsfunktion Auffahrunfälle ausschließt. Dieses Fahrerassistenzsystem muss übrigens ab Ende des Jahres europaweit in allen neu zugelassene Lkw und Busse eingebaut sein. Diese Systeme sind verknüpft mit den Sensoren des Highway Pilot: dem Fernbereichsradar mit einer Reichweite von 250 Metern und einem Erfassungswinkel von 18 Grad, der Frontstereokamera mit 100 Meter Reichweite und 45 Grad Erfassungswinkel sowie dem Nahbereichsradar, das 70 Meter weit reicht und 130 Grad abdeckt.

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Notwendige Technik im Fahrzeug

Die gesamte Technik des Actros mit Highway Pilot befindet sich im Fahrzeug, der Lkw benötigt also für die teilautomatisierte Fahrfunktion keine Information von außen, etwa über Internet. Die Redundanz in der Sensorik und ausfallsichere Komponenten wie Lenkung und Bremsen garantieren einen extrem hohen Sicherheitsstandard. Sind die Mindestvoraussetzungen für das System aufgrund schlechten Wetters oder fehlender Fahrbahnmarkierung, zum Beispiel in Baustellen, nicht gegeben, fordert der Highway Pilot den Fahrer durch akustische und optische Signale zur manuellen Übernahme auf. Der Fahrer hat für die Übernahme der Fahraufgabe ausreichend Zeit. Erfolgt keine Reaktion des Fahrers, bringt sich der Lkw selbstständig und sicher zum Stillstand. Im Straßengüterverkehr eröffnet das automatisierte Fahren über die steigende Sicherheit hinaus erhebliche Vorteile. Wobei unterschieden wird in teilautomatisiertes Fahren, bei dem der Fahrer das System dauerhaft überwachen muss. Dagegen muss der Fahrer beim hoch automatisierten Fahren das System nicht mehr dauerhaft überwachen. Das voll automatisierte Fahren, auch autonomes Fahren genannt, erfordert in speziellen Anwendungsfall keinen Fahrereingriff mehr.

Ermüdung von Fahrern reduzieren

Eine Studie von Daimler Trucks über das Highway-Pilot-System ergab unter anderem, dass die Ermüdung von Fahrern um 25 Prozent sinkt, wenn sie vom monotonen Spurhalten entlastet werden und anderweitige Aufgaben übernehmen können. Dies wird in künftigen Entwicklungsstufen des automatisierten Fahrens möglich sein. Ebenfalls würde durch optimales Schalten, Beschleunigen und Bremsen weniger Diesel verbraucht werden und so auch die CO2–Emissionen sinken. Daimler Trucks erwartet hier Einsparungen von bis zu fünf Prozent. Diese Vorteile zahlten sich insbesondere aus, weil die Laufleistung von Lkw sehr hoch ist: Im Fernverkehr legen deutsche Trucks pro Jahr durchschnittlich 130.000 km zurück.

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