Forschungsprojekt „Um die Ecke blicken“ – ohne teure Infrastruktur

Von Sven Prawitz 2 min Lesedauer

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Automatisierte Fahrzeuge tauschen Sensordaten direkt miteinander aus und erweitern so ihr Sichtfeld. Das Forschungsprojekt DEKOR-X hat drei Jahre lang an dieser dezentralen Kommunikation geforscht.

Im Projekt Dekor-X entwickelten Zulieferer und Hochschulen eine fahrzeugzentrierte und herstellerübergreifende Methode für dezentrale Intelligenz.(Bild:  Valeo)
Im Projekt Dekor-X entwickelten Zulieferer und Hochschulen eine fahrzeugzentrierte und herstellerübergreifende Methode für dezentrale Intelligenz.
(Bild: Valeo)

Im Forschungsprojekt DEKOR-X (Dezentraler Kommunikationsraum Kreuzung) wurden Methoden für dezentrale Intelligenz an innerstädtischen Kreuzungen entwickelt. Gemeinsam haben die Projektpartner Aumovio, Denso ADAS Engineering Services und Valeo (Konsortialführer) die Ergebnisse in Kronach vorgestellt. Im Zentrum des öffentlich geförderten Projekts stand die dezentrale Kommunikation: Automatisierte Fahrzeuge tauschen Informationen aus ihrer Sensorik direkt und in Echtzeit miteinander aus. Sie erweitern so ihr Sichtfeld und erhöhen die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer. Der Ansatz kommt ohne teure, fest installierte Infrastruktur aus und lässt sich einfach skalieren, heißt es in einer Abschlusserklärung von Valeo.

Das Projektteam entwickelte Konzepte zur Umgebungs- und Bewegungsmodellerzeugung sowie für Kommunikationskanäle und Informationsverarbeitung im Fahrzeug. Die gesammelten Daten lassen sich in einer Cloud verarbeiten. Mittels KI-basierter Vorhersagemodelle entstehen Bewegungsmuster. Diese Informationen fließen an die Fahrzeuge zurück, die so frühzeitig vor Gefahren gewarnt werden.

Demonstration im Realbetrieb überzeugt

Die entwickelten Konzepte wurden in verschiedenen Kreuzungsszenarien erprobt und bei einer Abschlussveranstaltung live demonstriert. Valeo gab Einblicke in die technische Aufsicht gemäß der Autonome-Fahrzeuge-Genehmigungs-und-Betriebs-Verordnung (AFGBV) und die Echtzeitobjekterkennung von Fahrzeugen.

Aumovio zeigte, wie sich anhand von Echtzeitdaten innerstädtischer Kreuzungen Vorhersagen zum Fahrverhalten und zu Fußgängerbewegungen treffen lassen. Diese Fähigkeit sei ein entscheidender Schritt für die Sicherheit im urbanen Straßenverkehr, sagte Arno Semmelroth, Growth Field Leader – Cloud-Based Mobility Solution bei Aumovio.

Auf der Testkreuzung am Valeo-Standort zeigten die Teams der TU Chemnitz und der Hochschule Coburg, wie ein Versuchsfahrzeug durch dezentrale Datenfusion und V2X-Kommunikation ein verdecktes Hindernis erkennt – es „blickt um die Ecke“.

„Eine dezentrale Datenfusion ermöglicht die Erzeugung deckungsgleicher Umfeldmodelle in intelligenten Fahrzeugen. Dadurch kann die Wahrnehmung künftig über die Grenzen der eigenen Sensorik hinaus erweitert werden“, beschreibt Dominik Raeck die Vorgehensweise. Er ist Mitarbeiter der Professur für Nachrichtentechnik an der TU Chemnitz.

DEKOR-X war Teil der „Leitinitiative autonomes und vernetztes Fahren“ des Verbandes der Automobilindustrie.

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