Sonderfahrzeuge

Dwarf Cars: automobile Zwerge

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Offizielle Zulassung für die „Kleinwagen“

Sittenwächter oder Moralapostel mögen damit ein Problem haben, doch dafür sind die Behörden in Arizona ausgesprochen entgegenkommend. Deshalb haben Adams’ Zwerge alle eine offizielle Zulassung. Wenn der Meister der Wagen aus dem Lande Liliput mal eben in die Stadt muss, lässt er seinen für US-Verhältnisse ebenfalls ziemlich kleinen Pick-Up die meiste Zeit stehen und nimmt lieber eines seiner Dwarf Cars. „Das ist bei uns ein Kinderspiel“, sagt Adams und zeigt auf ein Regal mit riesigen Einmachgläsern, aus denen er sonst bei der Arbeit händeweise geröstete Erdnüsse futtert. Darin sammelt er die Quittungen aller Einzelteile, die er für ein neues Auto zusammen kaufen musste, fährt damit am Ende der Arbeiten zum Department of Motor Vehicles und hat eine halbe Stunde später nicht nur den amtlichen Segen, sondern auch seine Nummernschilder. Nur dass die leider für seine Dwarf Cars eigentlich eine Nummer zu groß sind.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Ein Hobby, kein Geschäft

Zwar spielt Adams damit streng genommen in einer Liga mit Henry Ford oder Walter P. Chrysler. Doch der Versuchung, aus seinem Hobby Geld zu schlagen, ist er noch nicht erlegen. Dabei haben sie ihm schon so ziemlich alle Summen zwischen 5.000 und 500.000 Dollar geboten, wenn er eines seiner Autos verkaufen oder eine Auftragsarbeit annehmen würde. „Aber die Autos sind für mich wie Kinder, die verkauft man nicht“, sagt Adams. Und für eine Fremdfertigung hat er schlichtweg keine Zeit. Schließlich hat er vor ein paar Monaten mal wieder ein Einmachglas geleert und die ersten Quittungen für Auto Nummer Sieben hinein gestopft: Ein wunderbar gechoptes Ford Coupé, das noch rostig und unlackiert auf zwei Böcken in der Werkstatt steht. Auch wenn er dafür noch zwei, drei Jahre braucht und bei der Jungfernfahrt knapp 80 sein wird, denkt Adams gar nicht ans Aufhören. „Das hält jung“, sagt der Rentner: „Andere machen Gymnastik, ich baue meine Dwarf Cars.“

„Je kleiner das Auto, desto größer ist die Begeisterung.“

Obwohl er ein zutiefst eigensinniger Mensch ist und die Zwergenautos als sein ganz persönliches Hobby betreibt, lässt er sich mittlerweile dabei wenigstens über die Schulter schauen. Nicht ohne Grund hat Adams in der Scheune hinter seinem Haus ein kleines Museum eingerichtet. Doch wer nicht vorher anruft, macht den weiten und einsamen Weg in die staubig-heiße Provinz zwei Stunden südlich von Phoenix wahrscheinlich umsonst. Denn wenn Adams nicht gerade an der Werkbank steht, Bleche biegt und Kabel knipst, ist er die meiste Zeit mit seinen Dwarf Cars unterwegs. Nicht nur zum Friday-Night-Cruise vor dem örtlichen Burger King.

Er tourt mit seinen Zwergenautos durchs ganze Land und besucht ein paar Dutzend Oldtimer-Veranstaltungen im Jahr – natürlich die meiste Zeit auf eigener Achse. „Coast to Coast ist damit ein Kinderspiel“, prahlt Adams, auch wenn er zugibt, dass es mittlerweile eine arge Plackerei ist: Schließlich wird es mit seinen jetzt auch schon 75 Lenzen nicht eben leichter, seine fast zwei Meter in so eine mobile Miniatur zu falten. Doch er muss nur in die strahlenden Augen der anderen Verkehrsteilnehmer schauen, dann ist ihm das jede Mühe wert. Eines hat Adams ausgerechnet im Mutterland der Straßenkreuzer mit seinen Autos in den vergangenen Jahrzehnten gelernt: „Je kleiner das Auto, desto größer ist die Begeisterung.“

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:43568802)