Elektrisch angetriebene Lkw Realdaten von 80 E-Actros aus dem täglichen Einsatz

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Mercedes-Benz Trucks hat Telemetriedaten von rund 80 E-Lkw aus dem eigenen Produktionsnetzwerk analysiert: mit Blick auf Ladezeiten, Kosten und Verfügbarkeit der elektrisch angetriebenen Trucks.

Rund 80 batterieelektrische Lkw sind aktuell in der Logistik für vier deutsche Werke von Mercedes-Benz Trucks unterwegs.(Bild:  Daimler Truck)
Rund 80 batterieelektrische Lkw sind aktuell in der Logistik für vier deutsche Werke von Mercedes-Benz Trucks unterwegs.
(Bild: Daimler Truck)

Für Mercedes-Benz Trucks rollen im eigenen Lieferverkehr an die Produktionsstandorte Gaggenau, Kassel, Mannheim und Wörth am Rhein aktuell rund 80 batterieelektrisch angetriebene Lkw. Die meisten davon sind E-Actros 600; über sechs Millionen Kilometer hat die Flotte inzwischen zurückgelegt. Die Fahrten hat der Lkw-Hersteller genutzt, um Telemetriedaten zu sammeln – und Realdaten der E-Lkw im täglichen Betrieb zu analysieren.

Die zwischen November 2025 und März 2026 aufgezeichneten Daten umfassen „weit über 3.000 analysierte Touren und 3.100 Ladevorgänge“, teilt Mercedes mit. Das Fazit: „Batterieelektrischer Anlieferverkehr ist heute im regulären Serienbetrieb zuverlässig umsetzbar“. Und: Unter den richtigen Rahmenbedingungen können die Fahrzeuge heute im täglichen Einsatz wirtschaftlich sein – einschließlich der Gesamtbetriebskosten.

Fernverkehr bereits heute möglich

Am Beispiel der Ulmer Spedition Seifert zeigt eine Route zwischen Wörth am Rhein und Bielefeld, einfach rund 430 Kilometer: Ein E-Actros 600 mit durchschnittlich 36 Tonnen Gesamtzuggewicht bewältigt eine Tagesfahrleistung von rund 600 Kilometern. Etwa die Hälfte der Ladevorgänge erfolgt an öffentlichen Ladepunkten.

Der E‑Lkw spart auf dieser Strecke aktuell über 4.000 Euro Maut pro Monat. Pro Jahr spart der E-Truck auf der Route 90 Tonnen CO2-Equivalente. Der durchschnittliche Verbrauch lag zwischen November und Februar bei 100 Kilowattstunden auf 100 Kilometern – das entspricht umgerechnet etwa elf Litern Diesel pro 100 Kilometer.

Im Pendelverkehr wirtschaftlicher als Diesel-Lkw

Sehr wirtschaftlich ist der E-Lkw im Pendelverkehr. Auf der Strecke von Germersheim nach Wörth am Rhein fährt ein E‑Lkw von Logistik Schmitt täglich acht Mal, insgesamt 352 Kilometer. Bei einem Gesamtgewicht von durchschnittlich 30 Tonnen verbrauchte der Truck durchschnittlich 114 kWh/100 km; etwa zwölf Liter Diesel. Das Laden der Batterie erfolgte vollständig während der Be- und Entladezeiten. Drei E-Lkw ersetzen auf der Strecke die vorher verwendeten Diesel-Lkw. Gesparte Maut: über 2.300 Euro.

Mit bis zu 42 Tonnen elektrisch über die Alpen

Eine weitere Route führt von Südtirol in Richtung Wörth am Rhein. Auf dieser Fernverkehrsroute des Transportunternehmens Fercam legt ein E-Actros 600 täglich rund 600 Kilometer zurück. Mit einem Gesamtgewicht von bis zu 42 Tonnen verbrauchte der Truck zwischen November bis Februar bei 92 kWh/100 km – etwa zehn Liter Diesel. Rund 25 kWh/100 Kilometer leistete die Rekuperation im Lkw. Der monatliche Mautvorteil: 3.900 Euro.

Drei Ansätze für die Ladeinfrastruktur

Zum Laden ist Infrastruktur unerlässlich. Vor allem große Verlader schaffen mittels Werk- und Depotladen eigene Ladepunkte in ihren Logistikketten; Photovoltaik auf den Logistikhallen kann die Ladekosten weiter drücken. Beim „Semi-Public Charging“ bauen Speditionen eine teilweise öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur auf, die sie Partnern zur Verfügung stellen oder im Gegenzug selbst mitnutzen. Zum öffentlichen Laden bauen Anbieter wie Milence das Netz aus. 

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