Siliziumkarbid Wolfspeed und ZF eröffnen Forschungszentrum bei Nürnberg

Von Claus-Peter Köth 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Das neue FuE-Zentrum – eine 300-Millionen-Euro-Investition – soll zusammen mit der SiC-Fabrik von Wolfspeed im Saarland zum Mittelpunkt eines europäischen Siliziumkarbid-Netzwerks werden.

(Bild:  ZF Friedrichshafen AG)
(Bild: ZF Friedrichshafen AG)

Wolfspeed und ZF wollen ein gemeinsames europäisches Forschungs- und Entwicklungszentrum für Siliziumkarbid-Leistungselektronik in der Metropolregion Nürnberg gründen. Das gaben der Zulieferer und der Chiphersteller heute im Beisein des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und dessen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger bekannt. Der genaue Standort soll in Kürze bekanntgegeben werden. Die Verhandlungen befinden sich lauf ZF-Chef Holger Klein gerade in den letzten Zügen.

Insgesamt sollen etwa 300 Millionen Euro in das FuE-Zentrum investiert und zwischen 150 und 200 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Im Bild (v. l.): Gregg Lowe, CEO von Wolfspeed; Holger Klein, Vorstandsvorsitzender von ZF; Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern; Hubert Aiwanger, Wirtschaftsminister von Bayern.(Bild:  ZF Group)
Im Bild (v. l.): Gregg Lowe, CEO von Wolfspeed; Holger Klein, Vorstandsvorsitzender von ZF; Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern; Hubert Aiwanger, Wirtschaftsminister von Bayern.
(Bild: ZF Group)

Die neue Forschungseinrichtung wird von der Bundesregierung und der bayerischen Landesregierung unterstützt; von Bayern mit etwa 40 Millionen Euro. Wie bei der geplanten Siliziumkarbid-Chipfabrik von Wolfspeed im saarländischen Ensdorf, steht die Finanzierung des neuen Zentrums unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Europäische Kommission im Rahmen des Programms „Important Project of Common European Interest“ (IPCIE). Auch die vorherige Zustimmung der zuständigen Behörden, insbesondere der Kartellbehörden, ist erforderlich. Die Genehmigung für beide Projekte wird im Laufe dieses Jahres erwartet wird.

Nähe zu ZF-Standorten in Bayern

Die Fabrik im Saarland und das Forschungszentrum im Großraum Nürnberg sollen zum Eckpfeiler eines neuen europäischen Siliziumkarbid-Technologie-Netzwerks werden. ZF-CEO Holger Klein sprach von einer „einzigartigen Kombination aus Entwicklung und Produktion mit herausragender Bedeutung für die Energie- und Mobilitätswende in Europa“. Die Nähe des FuE-Zentrums zu den bayerischen ZF-Standorten in Auerbach, Bayreuth, Nürnberg, Regensburg und Schweinfurt sei ideal.

„Die Forschungseinrichtung stärkt unsere Partnerschaft mit ZF. Sie unterstreicht unser langfristiges Engagement und unser Know-how aus mehr als 35 Jahren Erfahrung in der Siliziumkarbid-Leistungselektronik“, ergänzte Wolfspeed-CEO Gregg Lowe.

Gemeinsam gelte es, zukunftsweisende Innovationen für Siliziumkarbid-Systeme, -Produkte und -Anwendungen zu entwickeln, die die gesamte Wertschöpfungskette vom Modul bis zum Komplettsystem abdecken. Mit Blick auf Systemdesign, Modulstruktur und Produktionsprozesse soll das gemeinsame Forschungszentrum helfen, die Technik signifikant zu verbessern. Es soll sich mit den Anforderungen in allen Mobilitätssegmenten befassen, darunter Pkw, Nutz-, Landwirtschafts- und Industriefahrzeuge sowie mit den Märkten für Industrie und erneuerbare Energien.

Siliziumkarbid (SiC)-Chips sind aktuell noch teuer, aber dennoch begehrt. Bei Elektrofahrzeugen steigern sie beispielsweise die Reichweite und verkürzen deren Ladezeit. Das SiC-Know-how von Wolfspeed und der Zugang von ZF zu allen Mobilitätssegmenten ermögliche laut Mitteilung einen schnellen und nahtlosen Übergang zu neuen Technologien.

Aufbau eines europäischen Netzwerks

ZF und Wolfspeed arbeiten mit weiteren führenden Organisationen aus Wissenschaft und Industrie zusammen, um ein europäisches Siliziumkarbid-Technologie-Netzwerk aufzubauen. Zu diesem Zweck will ZF seine Mitgliedschaft im European Center of Power Electronics (ECPE) nutzen und wichtige Forschungsergebnisse auf europäischer Ebene austauschen. Perspektivisch soll sich das neue Forschungszentrum zu einem Elektronik- und Halbleiter-Campus entwickeln.

(ID:49429564)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung