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Zulieferer-Dilemma: Stagnieren statt Skalieren

Von Sven Prawitz 3 min Lesedauer

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Die Transformation zur Elektromobilität verläuft langsamer und volatiler als erwartet. Eine Umfrage von Berylls unter 49 europäischen Automobilzulieferern zeigt: Die Branche steckt in einem Dilemma.

Der SOP für den elektrischen Macan (hier im Porsche-Werk Leipzig) wurde mehrfach verschoben. Das ist in Europa bei neuen E-Autos üblich und ein Problem für hiesige Zulieferer, urteilt eine aktuelle Berylls-Studie.(Bild:  Porsche AG)
Der SOP für den elektrischen Macan (hier im Porsche-Werk Leipzig) wurde mehrfach verschoben. Das ist in Europa bei neuen E-Autos üblich und ein Problem für hiesige Zulieferer, urteilt eine aktuelle Berylls-Studie.
(Bild: Porsche AG)

Die Automobilzulieferer im DACH-Raum befinden sich in einer paradoxen Situation: Obwohl die Transformation zur E-Mobilität sich verlangsamt hat, Margen unter Druck stehen und OEM-Plattformen sich verzögern, bewerten 90 Prozent der befragten Unternehmen ihre Vorbereitung als gut. Diese Diskrepanz zwischen wahrgenommener Bereitschaft und Marktrealität ist eine der zentralen Erkenntnisse der „E-Mobility Supplier Survey 2025“ des Beratungsunternehmens Berylls.

Verbrenner-Abhängigkeit unverändert

Gut 70 Prozent der befragten Zulieferer generieren weiterhin mehr als ein Viertel ihres Umsatzes mit Verbrennungsmotor-Komponenten – exakt der gleiche Wert wie im Vorjahr. Bis zum Jahr 2030 erwarten die Unternehmen einen Rückgang auf 55 Prozent. Diese Prognose ist identisch mit der Erwartung aus der Vorjahresumfrage. Die Verbrenner-Abhängigkeit sinkt damit faktisch nicht, obwohl die Transformation seit Jahren als zentrale Herausforderung in der Geschäftsentwicklung gilt.