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Continental Ethernet für die Fahrzeugvernetzung

| Redakteur: Bernd Otterbach

Continental bereitet den Serienstart von Internet-Protokoll-basierten Steuergeräten vor und sieht klare Vorteile gegenüber anderen Vernetzungsstandards wie MOST.

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Zur Deckung des ständig wachsenden Kommunikationsbedarfs im Auto sei die Nutzung der Ethernet-Technik als Fahrzeugnetzwerk ideal, teilte der Zulieferer am Mittwoch mit. Es bietet auf Basis von ungeschirmten, zweiadrigen Kupferkabeln 100 Megabit Bandbreite zwischen allen verbundenen Netzwerkknoten wie Steuergeräten, Antennen und Sensoren. Die robuste Datenübertragung und die große Verbreitung des Internet-Protokolls (IP) auch außerhalb der Automobilindustrie seien weitere Punkte, die für diese Vernetzungstechnologie sprächen, so Conti weiter.

„Im ersten Schritt sehen wir die Möglichkeit, die leicht im Fahrzeug verlegbaren ungeschirmten Ethernetleitungen für Funktionen aus den Domänen Interior und Chassis&Safety zu nutzen. So können wir die Gesamtfahrzeugkosten senken und gleichzeitig die Funktionsvielfalt erhöhen“ erklärte Helmut Matschi, anlässlich des diesjährigen VDI Kongresses „Elektronik im Kraftfahrzeug“ in Baden-Baden. „Bis 2020 können wir uns erste Vorentwicklungsprojekte mit Ethernet in allen Fahrzeugdomänen vorstellen.“

Kostenvorteile gegenüber MOST

Die Nutzung der Ethernet-Technik erlaubt die Wiederverwendung von Komponenten, die sich im Einsatz außerhalb der Fahrzeugindustrie bewährt haben. Dies bedeutet laut Conti gegenüber anderen Technologien mit weniger großer Marktverbreitung weltweit Kostenvorteile. Besonders für den optischen Vernetzungsstandard MOST (Media Oriented Systems Transport, ein Standard vor allen Dingen für die Übertragung von Multimediadaten) hat der Zulieferer Kostenvergleiche angestellt. Diese hätten ergeben, dass durch ein Ethernet-basiertes Netzwerk Kostenvorteile von 15 bis 20 Prozent erzielt werden können. Dabei seien sowohl die elektrischen Komponenten als auch die Verkabelung berücksichtigt worden.

Die Nutzung der Ethernet-Vernetzung unterstützt den Trend, dass die Datenübertragung im Fahrzeug und die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen und ihrer Außenwelt immer weiter ansteigt. Auch die Bandbreitenanforderungen für die Kommunikation zwischen den Steuergeräten werden weiter steigen. Deshalb hat sich

Erste Produkte ab 2015

Continental hat sich auf die Nutzung von IP und Ethernet als Netzwerkebene im Fahrzeug eingestellt und bietet den Fahrzeugherstellern eine Reihe von Produkten, die diese Technologien unterstützen. Continental plant den ersten Produktionsbeginn für das Jahr 2015.

Das Herz eines IP/Ethernet-basierten Fahrzeugnetzwerks bilden zentrale Knoten (Ethernet Switches), die bereits in die von Continental angebotenen Infotainment-Systeme und Gateways integriert sein werden. Die Gateways fungieren darüber hinaus als Schnittstelle zu Diagnosesystemen, die die zukünftige Diagnose über IP (DoIP) unterstützen. Gleichzeitig bilden diese Gateways die Schnittstelle zu den konventionellen Kfz-Netzwerktechnologien wie CAN, FlexRay und MOST.

Continental sieht große Vorteile darin, diese Technologien, insbesondere MOST, im Infotainment-Bereich Schritt für Schritt zu ersetzen, um die Vision einer einheitlichen Netzwerkebene zu realisieren. Eines der wichtigsten Systeme für die nahtlose Ethernet-Kommunikation hat Continental bereits zusammen mit Kathrein entwickelt: Das Intelligente Antennen Modul. Diese Einheit beinhaltet Antennen für die drahtlose Kommunikation zwischen Fahrzeug und Infrastruktur, die Antennen für den Fahrzeuginnenraum und die zugehörige Übertragungs- und Empfangselektronik. Alle im Modul empfangenen Daten können direkt digitalisiert und über das IP-basierte Netzwerk an die entsprechenden Komponenten gesendet werden. Auch die Funktion einer Rundumsicht-Kamera lässt sich in Echtzeit auf Basis der IP-Technologie realisieren.

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