Nach vier Jahren erneuert Audi sein Flaggschiff A8 – mit feinen Änderungen beim Design und mit neuen Funktionen. Bei den Motoren gibt es vorerst nichts Neues; dafür aber beim Namen des chinesischen Topmodells.
Audi hat den A8 geliftet.
(Bild: Audi)
Er gehört zum Trio der deutschen Luxuslimousinen, ist ein Exportschlager vor allem nach China und steht für Luxus und technischen Fortschritt: Nachdem Mercedes seine S-Klasse gerade komplett erneuert und BMW dem 7er Frischzellenkur spendierte, zieht Audi kurz vor Jahresende nach. Der neue A8 ist nach wie vor 5,19 Meter lang die gestreckte Version sogar gut 5,30 Meter. Er behält seinen üppigen Radstand von glatten drei Metern (zwölf Zentimeter mehr beim langen Modell), was vor allem dem Fußraum der Rücksitzpassagiere zugutekommt.
Das weitgehend aus Aluminium bestehende Blechkleid der A8 wurde nur behutsam auf Höhe der Zeit gebracht, so dass aktuelle Modelle weniger an Wert verlieren als bei einem völlig neu gestylten Luxus-Audi. Nur wer genau hinschaut, erkennt die Feinarbeit der Designer. Dabei geht es vor allem um den Kühler und den Grill.
Die untere Basis des sogenannten Single-Frame, neben den vier Ringen das Audi-Erkennungszeichen, ist breiter geworden. Das Gitter zieren verchromte Winkel, die nach oben hin immer breiter werden. Die Luftschlitze an den Seiten stehen jetzt aufrechter, die Scheinwerfer wurden markanter in die Karosserie eingebettet.
In den Lichtgehäusen steckt die neue Version der LED-Matrix-Technik. Jeder Scheinwerfer verfügt über rund 1,3 Millionen Mikrospiegel, die das Licht in winzige Pixel zerlegen. Das macht eine neue Funktion möglich, die von Audi „Spur- und Orientierungslicht“ genannt wird und vor allem auf der Langstrecke für eine neuartige Erhellung sorgt: Der von der Matrix erzeugte Lichtteppich macht die eigene Spur zur sonnigen Seite des Autobahnlebens.
Vor allem in unübersichtlichen Baustellen mit karger Markierung hilft das beim Spurhalten. Die neuen Lampen sorgen auch fürs Markenbewusstsein: Beim Entriegeln oder Verlassen des A8 wird das 4-Ringe-Logo auf den Boden oder eine Wand projiziert. Ein netter Gag, wenn auf einem vollbesetzten Parkplatz das Auto gefunden werden soll.
In Summe wirkt die Frontpartie mit der neuen Grill-Architektur wuchtiger, in manchen Augen sogar protziger als bisher. Vielleicht ist das auch die Audi-Antwort auf die immer größer werdenden Kühlluft-Gitter von BMW.
Statement bei der Innen- und Außenansicht
Ein Statement auch die Seitenansicht, deren unterer Falz zwischen den Rädern nach vorne hin leicht abfällt und so das Flaggschiff optisch in die Länge zieht. Ein gerader Chromstreifen unterhalb der Türen schließt das Gesamtbild ab. Ende des Rundgangs ist am ebenfalls leicht retuschierten Heck: Eine Leiste unterhalb des durchgehenden Leuchtenbands betont die Breite und besteht natürlich auch aus Chrom.
Bei der Grafik der Heckleuchten mit ihren OLED-Elementen können künftige Kunden unter zwei Ausführungen auswählen, beim Sportmodell S 8 noch eine mehr. Das Besondere am Schlusslicht: Im Zusammenspiel mit den Assistenzsystemen leuchten alle OLED-Module gemeinsam auf, wenn sich ein anderes Auto weniger als zwei Meter von hinten nähert und warnen dessen Fahrer vor drohender Berührung.
Mehr als nur ein Sahnehäubchen ist die Gestaltung des Innenraums, vor allem auf den Rücksitzen herrscht Lounge-Feeling. Diverse Sitzmodelle sind im Angebot. Wer in der Langversion rechts hinten mitfährt, kann sich dank Vorrücken des Beifahrersitzes über eine nahezu ebene Liegefläche freuen, wenn er seine Akten-Lektüre mal unterbrechen will.
Der Audi-Ruhesitz beinhaltet eine Rückenmassage mit 18 pneumatischen Kissen, elektrisch einstellbare Kopfstützen oder eine Fußablage an der Rückseite des Beifahrers, die in mehreren Stufen wärmt und ebenfalls massiert. Zur Wohnlichkeit tragen hochwertige und teure Materialien bei. Die Aufpreisliste wird wohl wieder einem der früheren Telefonbücher ähneln. Das ist bei den süddeutschen Rivalen aber genauso.
Start mit drei Benzinern
Unverändert ist das Angebot unter der langen Haube. Zum Start des A8 im Dezember stehen drei Benziner bereit. Der 3,0 TFSI mit sechs Zylindern verteilt 250 kW/340 PS auf alle vier Räder. Der Vierliter-Achtzylinder bringt es auf 338 kW/460 PS. Der unvermeidliche Benzindurst kann in Schranken gehalten werden, da die Elektronik die Hälfte der Zylinder abschaltet, wenn sie nicht gebraucht werden.
Stand: 08.12.2025
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Das Familienoberhaupt des A-8-Clans ist natürlich die Sport-Limousine S8. Mit Doppelturbo leistet das Triebwerk 420 kW/571 PS und bringt es auf eine Durchzugskraft von 800 Newtonmetern. Außerdem ist das „vorausschauende“ Fahrwerk serienmäßig an Bord.
Aktives Fahrwerk erkennt Unebenheiten vorher
Dieses System erkennt Straßenunebenheiten und bereitet die elektronische Federung und Dämpfung auf drohende Schläge und Stöße vor, die dann gezielt mit einem Elektromotor pro Rad bekämpft werden, um das Wohlbefinden vor allem der hinten ruhenden Geschäftsleute nicht zu stören.
Wählt der Fahrer den Modus „comfort+“ tritt eine weitere Hilfe in Aktion: Bei Kurvenfahrt zwischen 80 und 130 km/h wird die kurvenäußere Seite des A8 leicht angehoben, auf der anderen Seite dagegen abgesenkt. Der Effekt bewirkt, dass die Seitenneigung des Autos kaum noch spürbar ist.
Das Fahrwerk ist nur eines von in Summe 40 Assistenten, die für den A8 bestellt werden können oder in einem von drei Paketen stecken. Weitere sind etwa elektronische Beifahrer, die im Kreuzungs- oder Querverkehr vor Unheil warnen, die Alarm schlagen, wenn man trotz Verkehr von hinten die Tür öffnen will, oder die das lange Auto in Längs- oder Querlücken einparken und dabei per App von außen gesteuert werden.
Wie erwartet ist auch der neue Audi A8 eine mit allen Errungenschaften aus dem Forschungslabor versehene Luxuslimousine, die dann aber auch mindestens 99.500 Euro beziehungsweise 144.800 Euro (für den S8) kostet. Als nächste Ausbau-Stufe stehen ein moderner Diesel und ein Plug-in-Hybrid auf dem Plan. Ein rein elektrisches Modell ist nicht geplant.
Dafür entwickelt Audi gerade den ähnlich großen Grandsphere. Er wird wohl ab etwa 2025 den A8 zwar nicht ablösen, könnte ihn aber durchaus ins Abseits stellen.
Horch kommt zurück
Ausschließlich für den chinesischen Markt belebt Audi mit dem Facelift seine Historie: Die Topversion bekommt die Bezeichnung „A8 L Horch“ – in Erinnerung an die Geschichte des Automobilherstellers. Deutlich wird das unter anderem an einer Logo-Prägung in den Ruhekissen, einer Horch-Plakette an der C-Säule und das „H-Krone“ Felgendesign. Technisch unterscheidet sich die Version ebenfalls: mit einer spezifischen Lichtsignatur am Heck oder einem größeren Panoramadach.