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Aktiver Stabilisator gegen das Wanken
Das massige Drehmoment von 900 Nm knapp über der Leerlaufdrehzahl führte zu gelassenen Testfahrten über National- und Landstraßen. Bei ausgeschaltetem prädiktiven Effizienzassistenten glänzte die elektromechanische aktive Wankstabilisierung (EAWS) – die weitere neue Serienanwendung. Sie verleiht dem SQ7 TDI ein straffes sportliches Handling, sichert schnelle Kurvenfahrten und das Auto bleibe laut Audi dank optionalem Sportdifferenzial stabil bis in den Grenzbereich. Den Grenzbereich wollten wir bei den ersten Fahrten nicht erreichen. Doch wie holprig der Weg auch war, die EAWS und die Luftfederung mit stufenlos, elektronisch geregeltem Dämpfersystem überzeugten und machten die Fahrt äußerst komfortabel. Bei den Kurvenfahrten reduziert die EAWS die Tendenz zum Untersteuern und bei hoher Querbeschleunigung deutlich die Seitenneigung der Karosserie. Insgesamt steigt neben der Fahrsicherheit auch der Komfort.
Die EAWS im SQ7 TDI arbeitet schneller als die konventionelle hydraulische Wankstabilisierung, erzeugt mehr Kraft und ist schon bei niedriger Geschwindigkeit aktiv. Jeweils eine kompakte E-Maschine trennt bei der EAWS die beiden Hälften des Stabilisators sowohl an der Vorder- und an der Hinterachse. Das geschieht durch ein dreistufiges Planetenradgetriebe. Bei holpriger oder unebener Fahrbahn werden die beiden Stabilisatorhälften voneinander entkoppelt, das erhöht den Fahrkomfort. Bei sportlicher Fahrweise werden die Rohre aktiv gegeneinander verdreht. Das reduziert die Seitenneigung der Karosserie, das Auto fährt, extrem formuliert, quasi „ohne Beinchen hoch“ durch die Kurve. Planetenradgetriebe und E-Maschine müssen dafür stufenlos eine Kraft bis zu 1.200 Nm aufbringen. Zusätzlich lassen sich der vordere und der hintere Stabilisator voneinander unabhängig regeln und so gleichfalls die Lenkpräzision sowie die Agilität des SUV steigern.
48-Volt-Teilbordnetz
Die elektrisch gestützten Innovationen bei Motor und Fahrwerk benötigten ein 48-Volt-Teilbordnetz, die dritte Weltneuheit im SQ7 TDI. Grund dafür ist die Antriebsleistung für den elektrisch angetriebenen Verdichter und die EAWS, die eine herkömmliche Starterbatterie nicht liefern kann. Immerhin benötigt der EAV des Motors allein eine Antriebsleistung bis sieben Kilowatt. Die Energie liefert die kompakte Lithium-Ionen-Batterie des 48-Volt-Netzes, die im Untergeschoss des Gepäckraums untergebracht ist. Sie besitzt 0,47 kWh Energieinhalt und ist für eine Spitzenleistung von 13 kW ausgelegt – beispielsweise kann die größte 12-Volt-Bleibatterie bei Audi während der Fahrt nur zwei bis drei Kilowatt bereitstellen. Für den Anschluss zum 12-V-Bordnetz, gestützt von einem 3-kW-Generator, sorgt beim 48-Volt-Teilbordnetz ein DC/DC-Wandler. Dabei kann die EAWS auch rekuperieren: Starkes Einfedern der Achse regen den Stabilisator an, dessen Motor den Impuls in elektrische Energie umwandelt, die in der Lithium-Ionen-Batterie gespeichert wird.
Das Fahren des SQ7 TDI war ohne Fehl und Tadel, es war schon „easy giong“. Die optionale Allradlenkung unterstützt das Lenken, mit dem sich das 5,07 Meter lange SUV leicht in die Parklücke bugsieren lässt. Der SQ7 TDI ist außen lang und innen groß und bietet laut Audi den größten Innenraum seiner Klasse – auf Wunsch gibt es ihn auch mit sieben Sitzen. Der Fünfsitzer hat ein Gepäckraumvolumen von 805 Liter – maximal sind es 1.990 Liter. Eine elektrische Heckklappe ist Serie. Fahrer und Beifahrer sitzen auf Sportsitzen, die serienmäßig mit Alcantara und Leder bezogen sind. Vielfältige Assistenzsysteme bestimmen Sicherheit, Komfort und Fahrspaß. Audi bietet in allen Modellen der Q7-Baureihe nach eigenen Angaben das größte und „aktuellste“ Angebot an Fahrerassistenzsystemen, Connectivity und Infotainment am Markt: insgesamt 24 Systeme. Leider gehören nur wenige zur Serienausstattung des SQ7 TDI.
Schnell über 100.000 Euro
Der Audi SQ7 TDI kostet in Deutschland in der Basisversion 89.900 Euro und ist ab sofort bestellbar – der Auslieferungsstart ist Sommer. Dabei seien beliebte Optionsausstattungen aus dem Audi Q7 im Wert von rund 10.000 Euro bereits serienmäßig mit an Bord, so Audi. Dazu zählen unter anderem LED-Scheinwerfer, Luftfederung mit S-spezifischer Abstimmung, Dreispeichen-Sportlenkrad mit Multifunktionstasten und Schaltwippen, 85-l-Tank, Diebstahlwarnanlage, 20-Zoll-Räder, sportlich konturierte Stoßfänger und Türaufsatzleisten sowie Dekoreinlagen aus gebürstetem Aluminium. Bei den angebotenen Sonderausstattungsmöglichkeiten geht es auch sportlich zu. Wer beim neuen SQ7 TDI neben dem üblichen Must-have zusätzlich etwa auf das empfehlenswerte optionale „Fahrdynamikpaket Advanced“ setzt, mit den drei Technikbausteinen Sportdifferenzial, Allradlenkung und der elektromechanischen, aktiven Wankstabilisierung, schiebt die Preislatte immer höher. Wie schnell sie oberhalb von 100.000 Euro liegt, ist bei dem Angebot nicht verwunderlich.
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