Elektromobilität

Fahrbericht: Neuer Ford Mondeo Hybrid

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Planetenradgetriebe mit Leistungsverzweigung

Die Antriebskraftverteilung des Mondeo Hybrid übernimmt ein Planetenradgetriebe mit Leistungsverzweigung. Für diese Konzeption wählten die Ford-Ingenieure in Dearborn, Michigan/USA, zwei Elektromotoren mit 88 kW/120 PS und 64 kW/87 PS, die im Planetenradgetriebe integriert sind. So ausgerüstet bietet der Mondeo Hybrid die maximal 140 kW/187 PS Systemleistung und 173 Nm Drehmoment bei 4.000 U/min. Das Planetenradgetriebe koppelt Benzinmotor und die große elektrische Maschine mit dem Antrieb der Vorderräder. Die kleine E-Maschine ist nicht direkt mit dem Verbrennungsmotor verbunden. Sie dient als Generator, der ein Teil der mechanischen Leistung des Benziners in elektrischen Strom umwandelt, der in der 1,4-kWh-Lithium-Ionen-Batterie gespeichert wird. Der Generator unterstützt auch den Fahrzeugantrieb bei Bedarf. Und gemeinsam mit der großen E-Maschine wird Energie zurückgewonnen (Rekuperation), etwa beim Bremsen.

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Elektrisch bis 135 km/h

Über das Planetengetriebe stehen die Drehzahlen des Benzinmotors, der großen elektrischen Maschine sowie die Fahrzeuggeschwindigkeit in einem festen Verhältnis zueinander. Das elektronische Hybridantriebsmanagement kann die Drehzahl des Benzinmotors weitgehend frei wählen, damit er mit optimalem Wirkungsgrad läuft. So steuert die elektrische Maschine bei einem gegebenen Tempo die Drehzahl des Verbrennungsmotors. Das wirkt auf den Fahrer wie das charakteristische Verhalten eines stufenlosen Getriebes (CVT). Die Limousine mit 1.670 Kilogramm Leergewicht beschleunigt von null auf 100 km/h in 9,2 Sekunden und ist agil auch aus höherer Geschwindigkeit bis 135 km/h, ab dann entfällt die Vortriebsunterstützung durch die Elektromotoren. Danach muss der Saugmotor alleine ran, was deutlich zu spüren ist. Die erreichbare Höchstgeschwindigkeit von 187 km/h ist vergleichsweise niedrig in der Leistungsklasse, wo der Turbodiesel im Mondeo 2.0 TDCi Econetic 215 km/h erreicht. Im Testbetrieb mit bis maximal 150 km/h auf der Autobahn war dies nicht relevant und im Stadt- und Pendlerverkehr machte der Mondeo Hybrid Spaß.

Antriebe sehr gut integriert

In der Limousine fährt es sich komfortabel, leise und fast vibrationsfrei. Der Benziner ist im Duo-Betrieb laufruhig und überzeugt im Stadtverkehr, wo er mit der zusätzlichen elektrischen Kraft einen bulligen Vortrieb bietet. Bei mehr sportlicher Fahrweise und bei Autobahnfahrten über 135 km/h neigt der Saugmotor etwas zum Brummen, auch wird er mit dem Planetenradgetriebe etwas lauter, aber nicht zum „Hochtöner“ wie vormals der Toyota Prius. Klasse, ja perfekt ist die Kooperation von Verbrennungs- und Elektromotoren, sie arbeitet ruckfrei und unauffällig. Neben den Standardfahrstufen gibt es die Stufe „L“, in der bei Bergabfahrten die Motordrehzahl erhöht wird und sich dadurch die Motorbremswirkung verbessert. Ebenso kann am Wählhebel per Tastendruck der „Gefälleassistent“ aktiviert werden. Bei Bergabfahrten bremst hier der Generator und erzeugt mehr Strom zur Batterieladung als beim üblichen Bremsvorgang. Übrigens gibt Ford an, dass der Hybrid mehr als 90 Prozent der Bremsenergie zum Laden der Batterie und somit für eine möglichst große Reichweite nutzt.

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