60 Jahre Automobil Industrie

Getrag: In 80 Jahren um die Welt

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Etablierung im DKG-Segment

Zum Jahrtausendwechsel wurden DKG immer populärer, und Getrag steckte wieder in lebhaften Diskussionen und Vorserienprojekten mit den Automobilherstellern. Aus dem Kontakt mit Ford entstand das Joint Venture Getrag Ford Transmissions (GFT), das den Umsatz des Zulieferers über Nacht verdoppelte und heute für die weltweite Produktion von Handschaltgetrieben und DKG steht. „Parallel dazu beschlossen wir im Jahr 2004, dass aus Getrag mehr werden musste als ein europäischer Hersteller von Handschaltgetrieben“, erinnert sich Mihir Kotecha, CEO der Getrag. „Zum einen wollten wir das Unternehmen globalisieren. Zum anderen sollte das von Handschaltgetrieben dominierte Portfolio um Doppelkupplungsgetriebe erweitert werden.“

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Entwicklung für Ferrari

In den Folgejahren wurden diese Überlegungen umgesetzt. 2004 kam bereits der erste Entwicklungsauftrag für ein DKG in Transaxle-Bauweise. Kunde: Ferrari. Nur ein Jahr später vereinbarte Getrag mit BMW die Entwicklung eines Siebengang-DKG mit nasser Kupplung, längs eingebaut und für bis zu 600 Newtonmeter Drehmoment. Dieses 7DCI600 läutete im März 2008 im BMW M3 offiziell bei Getrag die Ära der Doppelkupplungsgetriebe ein. Kurz darauf erfolgten der Serienanlauf des 7DCL750 für den Ferrari California und der Auftrag, das DKG für weitere Modelle der Sportwagen-Edelmarke zu adaptieren. Inzwischen wird dieses Transaxle-DKG auch im Mercedes-AMG SLS und Mercedes-AMG GT eingebaut. Parallel zu diesen beiden anspruchsvollen Baureihen arbeitete Getrag seit 2003 an einem quer eingebauten DKG mit nasser Kupplung und sechs Gangstufen für Drehmomente von bis zu 450 Newtonmetern. Dieses Getriebe mit der Bezeichnung 6DCT450/451 wird seit 2009 in großen Stückzahlen an Kunden wie Ford, Volvo und Renault geliefert. Mit dem 6DCT250 mit trockener Kupplung und für Drehmomente bis zu 280 Newtonmeter bietet man seit 2010 ein weiteres volumenstarkes, quer eingebautes Getriebe für Kunden wie Ford und Renault an, neuerdings auch für die dritte Generation des Smart.

Produktionsvolumen verdoppelt

Dieses zweite Standbein neben dem Handschaltgetriebe beschleunigte den Wachstumskurs von Getrag. Aktuell ist das Unternehmen mit mehr als 13.000 Mitarbeitern und mehr als drei Milliarden Euro Umsatz vorwiegend in Europa, Asien sowie Nord- und Mittelamerika aktiv. Mehr als eine Million DKG und rund drei Millionen Handschaltgetriebe bedeuten eine Verdopplung des Produktionsvolumens in gut einem Jahrzehnt. Das breite DKG-Produktportfolio (Längs-, Quer-, Transaxle-Bauweise, nasse und trockene Kupplung, elektrische und elektrohydraulische Aktuatorik) ist nur durch eine weitgehende Modularisierung und Standardisierung wirtschaftlich tragbar. So setzt Getrag schon immer auf Vorgelegegetriebe, die eine technische Konsistenz vom Handschaltgetriebe über das ASG bis hin zum DKG schaffen. Diese Strategie ermöglicht über alle Getriebebauarten hinweg viele Gleichteile.

Ein durchgängiges Merkmal der DKG ist ihr geringer Leistungsbedarf für die automatische Betätigung. Schon die erste Generation kam mit etwa 250 statt der sonst üblichen 500 Watt im NEFZ aus. Die zweite Produktgeneration, das 6DCT250, benötigt dank ihrer bedarfsgeregelten und ausschließlich elektromechanischen Schalt- und Kupplungsaktuatorik sogar nur 40 Watt im NEFZ.

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