60 Jahre Automobil Industrie

Getrag: In 80 Jahren um die Welt

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Kupplungen elektrohydraulisch bewegen

Für das im Februar 2015 in Serie (Renault Espace) gestartete 7DCT300 entwickelte Getrag eine noch sparsamere Variante: Dieses nasse DKG verfügt zusätzlich über eine elektrohydraulische Aktuierung der Kupplungen. Ihre Pumpenaktuatoren sind nicht auf einen permanenten Volumenstrom angewiesen, sondern erzeugen den Öldruck nur nach Bedarf. Es kann wie bereits beim „trockenen“ 6DCT250 gekuppelt und geschaltet werden, auch wenn der Verbrennungsmotor nicht läuft – ideale Voraussetzungen für Stopp-Start-Systeme oder eine Segelfunktion. Ein weiterer Vorteil: Die Pumpenaktuatoren sind beliebig platzierbar und für verschiedene Getriebevarianten geeignet. Insgesamt beträgt beim 7DCT300 der Leistungsbedarf für Kuppeln und Schalten nur noch rund 30 Watt im NEFZ.

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100 Serienapplikationen in Planung

Für das 7DCT300 hat Getrag nach eigenen Angaben bereits 100 Serienapplikationen in Planung. 2017 wird es zusätzlich in China für den asiatischen Markt produziert. Die dortigen Märkte hat man auch mit dem 6DCT150 im Visier, das für Drehmomente bis zu 170 Newtonmeter und somit für Kleinwagen ausgelegt ist. Es folgt der Standardisierungs- und Modularisierungsstrategie und verfügt – wie das 7DCT300 – über eine nasse Doppelkupplung mit elektrohydraulischer Betätigung und über elektromechanisch betätigte Schaltwalzen. Außerdem hat es erstmals weniger Zahnradpaare als Gänge. Dank einer „virtuell“ gebildeten Gangstufe fällt es äußerst kompakt aus. Das nur 57 Kilogramm schwere 6DCT150 wird ab 2016 ausgeliefert und soll im Vergleich zu CVT- und Automatik-Getrieben Verbrauchsvorteile von mehr als zehn Prozent realisieren. Auch das 7DCT300 und das 6DCT250 sind nach Angaben von Getrag immer noch bis zu neun bzw. sechs Prozent effizienter als vergleichbare moderne Wandlerautomaten.

Skalierbare Hybridisierung

Aus diesem DKG-Baukasten entwickeln die Ingenieure auch Hybridgetriebe wie das HybridDrive 7HDT300. Es ist aus dem 7DCT300 abgeleitet, ergänzt um eine kleine Hochdrehzahl-E-Maschine, die im Getriebe achsparallel verbaut ist. Dieser platzsparende und günstige Ansatz erlaubt eine in weiten Bereichen skalierbare Hybridisierung. Maßgeschneiderte und auf Wunsch ölgekühlte E-Maschinen ermöglichen eine bauraumneutrale Skalierung der elektrischen Leistung bis über 100 Kilowatt. So ist ein 48-Volt-Mildhybrid mit 15 Kilowatt Dauerleistung ebenso möglich wie sehr leistungsstarke Voll- und Plug-in-Hybride. Je nach Ausführung sind Kraftstoffersparnisse von 15 bis 80 Prozent im Vergleich zum verbrennungsmotorischen Antrieb möglich. „Wir sind jetzt anerkannter Technologieführer in unseren Produktkategorien“, zieht Mihir Kotecha Bilanz. „Dieses Know-how ist die Grundlage für unser volles Auftragsbuch und das Fundament, auf dem wir den künftigen Erfolg aufbauen. Bis Ende dieses Jahrzehnts wollen wir unsere Größe erneut verdoppeln.“ ‹

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