Institut der deutschen Wirtschaft Gutachten: Jobs und Umsatz mit Power-to-X

Autor / Redakteur: SM/Ampnet/Thomas Günnel / Thomas Günnel

Mehr strombasierte, synthetische Energieträger großindustriell herstellen: Das fordern Vertreter der Energiewirtschaft in einem Gutachten. Es hätte positive Auswirkungen auf Umwelt und Wirtschaft.

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Mehr strombasierte, synthetische Energieträger: Das fordert das Institut der deutschen Wirtschaft in einem Gutachten.
Mehr strombasierte, synthetische Energieträger: Das fordert das Institut der deutschen Wirtschaft in einem Gutachten.
(Bild: Shell International Limited)

In einem am 23. März vorgelegten Gutachten zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln welche Effekte Power-to-X (Ptx) auf das Klima und die Wirtschaft haben kann. Power-to-X heißt: synthetische Energieträger, in flüssigem oder gasförmigem Zustand.

Das IW hat in seinem Gutachten unter anderen folgende Potenziale ermittelt:

  • 80 Milliarden Euro zusätzliche jährliche Wertschöpfung für die europäische Wirtschaft
  • 1,2 Millionen mögliche neue Arbeitsplätze durch die Produktion und den Export von PtX-Anlagen
  • über 340.000 hochproduktive Arbeitsplätze in Ländern, schon wenn diese nur etwa zwei Prozent des weltweiten Bedarfs an synthetischen Energieträgern produzieren

Vollständige Klimaneutralität lässt sich laut der Autoren nur mit größeren Mengen synthetischer und biogener Kraftstoffe erreichen. Um synthetische Kraftstoffe herzustellen, sind umfangreiche Investitionen notwendig: in Anlagen zum Bereitstellen von erneuerbarem Strom und dessen Umwandlung in flüssige Energieträger. Von diesen Investitionen können europäische Anlagenhersteller und die Wirtschaftsregionen an wind- und sonnenreichen Standorten profitieren.

Wachstum bislang meist außerhalb Europas

Obwohl sich der Weltmarkt für Elektrolyseure zur Erzeugung von Wasserstoff in den letzten 20 Jahren schon verdoppelt hat, fand das Wachstum bislang größtenteils außerhalb Europas statt. Damit sich das ändert, müssen die entsprechenden Investitionen so bald wie möglich getätigt werden, heißt es in dem Gutachten. Die Technologien für den Einstieg in die großindustrielle Produktion von PtX stünden bereit.

Geeignete Bedingungen schaffen

Die Auftraggeber des Gutachtens fordern geeignete politische Bedingungen. Dazu zählen sie vor allem:

  • Industrieprojekte zur Vorbereitung des Markthochlaufs alternativer Kraftstoffe unterstützen
  • geeignete Rahmenbedingungen für einen verlässlichen Hochlauf solcher Kraftstoffe, zum Beispiel die Anrechenbarkeit klimaneutraler Kraftstoffe bei den CO2-Flottengrenzwerten der EU
  • die Neugestaltung der Energiebesteuerung im Verkehrssektor, zum Beispiel in eine CO2-Bepreisung
  • eine technologie- und anwendungsoffene Umsetzung der europäischen RED II (Erneuerbare-Energien-Richtlinie), damit erneuerbare Energien in Form von PtX-Produkten breit angewendet werden können
  • die Anerkennung flüssiger alternativer Brennstoffe als eine Regel-Erfüllungsoption in der Gebäudeenergiegesetzgebung

„Enormes wirtschaftliches Potenzial“

„Die EU hat die Chance, sich als führender Anbieter der zukunftsträchtigen, nachhaltigen PtX-Technologien zu positionieren. Der Hochlauf der Produktion von strombasierten Energieträgern hat ein enormes Potenzial für die europäische Wirtschaft und die Produktionsstandorte“, sagt Thilo Schaefer, Leiter des Kompetenzfelds Umwelt, Energie, Infrastruktur des IW und einer der Autoren des Gutachtens „Synthetische Kraftstoffe: Potenziale für Europa“.

Die Auftraggeber des Gutachtens sind das IWO Institut für Wärme und Mobilität, die MEW Mittelständische Energiewirtschaft Deutschland und der Uniti Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen.

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