E-Achsen Von 3-in-1 bis 12-in-1: Wie integrierte Antriebssysteme die E-Mobilität verändern

Von Hartmut Hammer 4 min Lesedauer

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Chinesische Hersteller setzen mit 12-in-1-Elektro-Achsen neue Maßstäbe bei der Funktionsintegration. Zulieferer wie Schaeffler und ZF kontern mit modularen Baukastensystemen. Ein Überblick über die Trends.

Die Antriebseinheit L300 von Infimotion ist ein 3-in-1-System mit Ausrückmechanismus für hohe Integration und geringes Gewicht.(Bild:  Vogel Communications Group/Stefan Hafen)
Die Antriebseinheit L300 von Infimotion ist ein 3-in-1-System mit Ausrückmechanismus für hohe Integration und geringes Gewicht.
(Bild: Vogel Communications Group/Stefan Hafen)

Insbesondere in China überbieten sich die Hersteller. BYD hat 2024 eine erste 12-in-1-E-Achse in Serie gebracht. Sie umfasst neben E-Motor, Getriebe und Steuergerät auch einen DC/DC-Wandler, ein Onboard-Ladegerät, eine Verteilerbox, ein Batterie-Managementsystem, eine Fahrzeug-Kontrolleinheit, zwei Boostermodule für mehr Spannung und Stromstärke beim Laden, sowie zwei Funktionen für das Temperaturmanagement der Batterie. Geely ist mit einer ähnlichen 12-in-1-E-Achse mit leicht anderer Funktionalität nachgezogen.

Ziel dieser forcierten Funktionsintegration sollen weniger Komponenten, Entwicklungs- und Produktionskosten sowie allgemein ein reduzierter Aufwand sein. Hinzu kommen eine Gewichts- und Bauraumreduzierung und ein geringerer Energieverbrauch. Der deutsche Tier-1-Zulieferer Schaeffler gibt beispielsweise an, dass seine 4-in-1-E-Achse durch die vollständige Integration des Thermomanagements im Vergleich zu einer 3-in-1-Lösung bis zu 14 Prozent Energie und zehn Prozent Kosten einsparen kann – bei gleichem Bauraum und verbesserter Funktionalität. Ein Pluspunkt des integrierten Kühlkreislaufs ist Heat Harvesting, die gezielte Gewinnung und Abfuhr der Wärme aus der Antriebseinheit und Nutzung für Zwecke, wie Kabinenklimatisierung oder Batterieheizung.