Knorr-Bremse

Honeywell-Tochter übernommen

Honeywell-Tochter übernommen

24.01.2002 | Redakteur:

Die Knorr-Bremse AG übernimmt die Sparte Nutzfahrzeug-Bremsen vom US-Konzern Honeywell und steigt damit zum weltgrößten Hersteller von Lkw-Bremsen auf.

Die Knorr-Bremse AG übernimmt die Sparte Nutzfahrzeug-Bremsen vom US-Konzern Honeywell und steigt damit zum weltgrößten Hersteller von Lkw-Bremsen auf. Knorr kaufe die restlichen 65 Prozent an dem US-Gemeinschaftsunternehmen Bendix Commercial Vehicle Systems, das im vergangenen Jahr mit 1800 Mitarbeitern einen Umsatz von 365 Millionen Dollar (rund 416 Millionen Euro) erzielte, teilte die Münchener Firma am Donnerstag mit.

Der Preis liege über 100 Millionen Dollar, sagte Vorstandschef Heinz Hermann Thiele, ohne konkreter zu werden. Durch den Zukauf steigt die Zahl der Knorr-Mitarbeiter auf rund 11.000 und der 2002 erwartete Umsatz auf mehr als zwei (2001: 1,6) Milliarden Euro.

Knorr-Bremse hatte das Joint Venture mit Honeywell 1993 gegründet und bisher 35 Prozent gehalten. Zu den bisherigen zwölf Standorten des Konzerns kämen nun vier weitere in den USA und Mexiko hinzu. Mit der Akquisition sei Knorr-Bremse in den drei Regionen Europa, Amerika und Asien der führende Anbieter von Lkw-Bremsen, erläuterte Thiele. Der Anteil von Knorr-Bremse am Weltmarkt liege bei 45 bis 50 Prozent, in den USA bei 58 Prozent. Bei Bremsen von Schienenfahrzeugen ist Knorr-Bremse ebenfalls die Nummer 1 mit einem Weltmarktanteil von 43 Prozent.

Der Zukauf des ertragsstarken US-Unternehmens werde kurzfristig über Kredite, in den nächsten Monaten dann über die Begebung einer Anleihe im Volumen von rund 150 Millionen Euro finanziert, sagte Thiele. "Wir haben sicherlich zu günstigeren Bedingungen gekauft, als es zur Zeit der Hochkonjunktur möglich gewesen wäre", fügte er hinzu. Für den amerikanischen Lkw-Bremsen-Markt, der unter der allgemeinen konjunkturellen Schwäche leidet, erwartet Thiele in diesem Jahr eine Stagnation, 2003 dann ein Wachstum von fünf bis sieben Prozent.

"Wir werden mit dieser Akquisition nicht am Ende der Entwicklung sein, ganz im Gegenteil", erläuterte Thiele die Perspektiven. Für den Fall einer weiteren großen Übernahme werde auch ein Börsengang in Betracht gezogen. Angesichts der schwachen Börsenlage sei das aber derzeit kein Thema.

Honeywell gibt den Angaben zufolge zudem seine 20-prozentige Beteiligung an der Knorr-Bremse Systeme für Nutzfahrzeuge GmbH und den 35-prozentigen Anteil an der brasilianischen Knorr-Tochter an Knorr-Bremse ab. Diese sollten dann von einem Finanzinvestor übernommen werden, sagte Thiele. Entsprechende Gespräche stünden kurz vor dem Abschluss. Namen wollte er aber noch nicht nennen. (ab)

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