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Fahrbericht Hyundai i20 Active: Offroad-Look für die Stadt

| Autor: Jens Scheiner

Der Hyundai i20 Active ist nach dem Drei- und Fünftürer die dritte Modellvariante des Kleinwagens. Mit dem Fahrzeug springt der koreanische Hersteller auch auf den Zug der Stadt-SUV auf. Wir haben das „SUVchen“ im Stadtverkehr getestet.

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Der Hyundai i20 Active ist nach dem Drei- und Fünftürer die dritte Modellvariante des Kleinwagens.
Der Hyundai i20 Active ist nach dem Drei- und Fünftürer die dritte Modellvariante des Kleinwagens.
(Bild: Sven Prawitz)

Wer heutzutage kein Stadt-SUV im Programm hat, tut sich bekanntermaßen sehr schwer auf dem Markt. Deshalb hat Hyundai den i20 nach dem Drei- und Fünftürer um die Variante „Active“ erweitert. Das neue Modell kommt einem SUV sehr nahe- zumindest optisch: Eine neue Front- und Heckgestaltung mit markanten Stoßfängern und angedeutetem Unterfahrschutz sowie unlackierten Kunststoffleisten an Radläufen und Türen lassen das Fahrzeug robuster wirken.

Eine silberne Dachreling sowie 17-Zoll-Leichtmetallräder runden den Offroad-Look ab. Die Ingenieure haben auch die Bodenfreiheit von 17 auf 19 Zentimeter angehoben, dadurch ist die Sitzposition des Fahrers auch leicht erhöht und vermittelt jedoch nur eine bessere Sicht auf die Straße. Denn trotz der gesteigerten Bodenfreiheit ist ein Ausflug ins Gelände nicht zu empfehlen. Dafür fehlt dem SUVchen der Allradantrieb.

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Stattdessen gibt es den i20 Active mit Frontantrieb und drei Motorisierungen: Neben einem Dieselmotor kommen die neuen Dreizylinder-Turbobenziner zum Einsatz, die es in zwei Leistungsstufen gibt. Die im Testwagen verbaute Variante mit 74 kW/100 PS und 5-Gang-Getriebe beschleunigt in 10,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Eine Sechsgang-Automatik soll mit dem Facelift des i20 erhältlich sein. Das Triebwerk ersetzt den bisherigen 100 PS-Sauger und mobilisiert deutlich mehr Drehmoment. Statt 134 Nm sorgen nun bei beiden Aggregatsstufen 172 Nm für gute Durchzugskraft. Gleichzeitig sollen die Verbrauchswerte um zirka 20 Prozent sinken.

Unser Testwagen verbrauchte statt der angegebenen 4,8 Liter rund 6,8 Liter, was für einen angeblich sehr sparsamen Motor recht viel ist. Allerdings müssen wir hier erwähnen, dass wir zu circa 70 Prozent in der Stadt und nur zu 30 Prozent außerorts unterwegs waren. Dabei hat sich der Motor laufruhig und ausgesprochen leise präsentiert. Lauter wurde es allerdings auf der Autobahn: Hier haben wir eine Spitzengeschwindigkeit von 160 km/h geschafft, und das mit vier Personen an Bord. Allerdings wollten wir nicht mehr aus dem i20 herauspressen, da aufgrund des lauten Fahrtwindes die Unterhaltung mit den Passagieren in Geschrei ausgeartet wäre.

Großzügiges Raumangebot – für vier Personen

Alle vier Passagiere hatten ausreichend Bein- und Kopffreiheit, allerdings war keiner größer als 1,80 Meter. Ab dieser Größe könnte es etwas enger zugehen und von längeren Ausflügen mit fünf Personen würden wir hier abraten, obwohl mit einem Kofferraumvolumen zwischen 326 beziehungsweise 1.042 Liter ausreichend Platz für ein paar Reisetaschen wären. Die Sitze sind straff gepolstert und geben einen guten Seitenhalt auch bei zügiger gefahrenen Kurven. Insgesamt ist die Verarbeitung des kleinen Koreaners gut und die Haptik des Plastiks ist auch in Ordnung. Sitze und Armaturen sind gegen Aufpreis zweifarbig erhältlich und harmonieren dabei gut mit der Außenfarbe des Fahrzeugs. Es ist erstaunlich, wie diese kleinen Farbtupfer das gesamte Interieur aufwerten und die sonst recht schlichte, aber funktionale Inneneinrichtung aufwerten.

Insgesamt ist der i20 Active in Basisvariante „Classic“ großzügig ausgestattet: Im Grundpreis von 17.100 Euro sind unter anderem Klimaanlage, RDS-Radio, elektrische Fensterheber vorn, Bordcomputer und Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung enthalten. Unser Testwagen war zwar aus der Ausstattungslinie „Trend“, die standardmäßig Sitz- und Lenkradheizung, Audioanlage mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Geschwindigkeitsregelanlage, Spurhalteassistent, LED-Tagfahrlicht und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen ausgestattet ist. Das Modell hatte aber zusätzlich noch elektrisch ausklapp- und beheizbare Außenspiegel, eine Einparkhilfe und Klimaautomatik. Darüber thront nur die Linie „Style“ die zusätzlich mit einem chromumrandeten Kühlergrill und ab der B-Säule dunkel getönten Scheiben aufwartet.

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Die Menüführung des mittig installierten Sieben-Zoll-Touchscreen ist einfach und auch die Wahlfelder sind sinnvoll angeordnet und dimensioniert. Tablets oder Smartphones lassen sich per USB oder Bluetooth mit dem Auto verbinden, aber der Touchscreen spiegelt nicht deren Apps oder greift auf Musikstreamingdienste zurück. Gegen 1.200 Euro Aufpreis erhält man außerdem ein Infotainmentsystem mit digitalem Radioempfang über DAB+ und ein fest installiertes „TomTom“-Navi.

Der Hyundai i20 Active ist zwar kein Schnäppchen, denn ein Cross Polo von VW ist mit der Basisausstattung auch schon für 19.750 Euro zu haben, aber dafür hebt sich der Koreaner optisch ab. Gemeinsam mit dem strammen Fahrwerk und dem stylisch gestalteten Innenraum könnte er im Markt der Stadt-SUVs durchaus eine gute Rolle spielen – wenn Hyundai noch den Verbrauch in den Griff bekommt.

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Über den Autor

 Jens Scheiner

Jens Scheiner

Redaktioneller Mitarbeiter Online/Print, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE