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Strom aus der Brennstoffzelle
Dem Thema Elektrizität widmet sich auch Eberspächer (Halle 16, Stand B02). Der Zulieferer zeigt auf der IAA ein Brennstoffzellenaggregat, das Diesel sehr effizient in Strom umwandeln und damit alle Verbraucher an Bord versorgen soll. Das System arbeitet motorunabhängig, was den Generator bei der Stromerzeugung entlastet. Basis des Aggregats ist eine Hochtemperatur-Brennstoffzelle, die aus Brenngas fossilen Ursprungs Strom erzeugen kann. Dieses Brenngas entsteht in einem sogenannten Reformer: Hier wird zuerst Diesel mit Luft vermischt; anschließend durchströmt das Gemisch einen Katalysator. Dabei wird wasserstoff- und kohlenmonoxidhaltiges Brenngas erzeugt. Die Stickoxid-, Kohlenmonoxid- und Rußpartikelemissionen fallen laut Eberspächer verglichen mit einem dieselmotorischen System um 90 Prozent geringer aus. Die Maximalleistung liegt bei drei Kilowatt, der mögliche Wirkungsgrad bei bis zu 40 Prozent. Damit arbeitet das System so effektiv, dass es nicht nur in den Standzeiten, sondern dauerhaft als Energielieferant einsetzbar ist.
Als mögliche Anwendungsgebiete nennt der Zulieferer bislang mit dem Antriebsmotor gekoppelte, energieintensive Verbraucher wie die Kühlwasser- und Hydraulikpumpe, das Druckluftsystem oder den Klimakompressor beziehungsweise ein zusätzliches Standkühlsystem. „Wir sind aktuell noch nicht am Ende der Entwicklung angelangt“, sagt Dr. Klaus Beetz, Geschäftsführer Eberspächer Climate Control Systems. „Aber wir haben Stand heute ein Produkt, das wir gemeinsam mit einem namhaften Nutzfahrzeughersteller weiterentwickeln. Noch in diesem Jahr werden wir umfangreiche Praxistests durchführen und wollen das Brennstoffzellensystem Ende 2017 zunächst im US-Markt einführen.“
Modulares Bremssystem
Wabco (Halle 16, Stand B10) stellt auf der Nutzfahrzeug IAA unter anderem seine nach eigenen Aussagen branchenweit erste modulare Bremssystem-Plattform vor. Die Architektur des Bremssystems ermöglicht es, unterschiedlichen Lkw- und Bus-Plattformen entsprechend dem regionalen Bedarf und den gesetzlichen Anforderungen mit Antiblockiersystem (ABS) oder elektronischem Bremssystem (EBS) auszustatten. Laut Hersteller verfügt das System über den höchsten Standardisierungsgrad der Branche bei ABS- und EBS-Komponenten und Systemsoftware. Außerdem zeigt der Zulieferer sein Portfolio an Sicherheitstechniken, darunter das Kollissionsfolgeminderungssystem OnGuard mit aktiver Bremsung. Mit OnGuardPlus stellt das Unternehmen nach eigener Angabe das erste Notbremssystem der Branche vor, das den jetzt geltenden Vorschriften der Europäischen Union entspricht. Es warnt den Fahrer vor drohenden Kollisionen und kann autonom bis zum Stillstand bremsen.
Displays statt Außenspiegel
Continental (Halle 17, Stand B11) zeigt, wie sich die Aerodynamik von Nutzfahrzeugen verbessern lässt. Dazu hat der Zulieferer „ProViu Mirror“ entwickelt – eine Kameratechnik, die die Außenspiegel auf Bildschirme in der Fahrerkabine verlagert. Die großflächigen Außenspiegel können entfallen und der Luftwiderstand nimmt entsprechend ab – ohne Sicht und Sicherheit einzuschränken. Ebenfalls zum Thema Fahrerassistenz zählt der elektronische Horizont des Zulieferers. Vernetzte Fahrzeuge liefern dabei über ein Backend eine immer aktuelle Straßenkarte. Basierend auf digitalen Kartendaten berücksichtigt das System so die vorausliegende Strecke und deren Topographie bei der Motorsteuerung und der Schaltstrategie. Erkennt zum Beispiel die Automatik eine vorausliegende Kurve oder eine anstehende Steigung, schaltet sie entsprechend später in einen höheren Gang. Außerdem beschäftigt sich das Unternehmen mit der Rückgewinnung von Abgaswärme. Dabei erhitzt die Abgaswärme ein zusätzliches Medium. Das entstehende Gas lässt sich zur Unterstützung des Motors nutzen – mit positiven Auswirkungen auf den Kraftstoffverbrauch. ContiTech (Halle 17, Stand A06) entwickelt bereits Schlauchleitungen für diese Anwendung.
Fahrerablenkung verringern
Delphi (Halle 17, Stand A04) stellt auf der Messe die zweite Generation seines Technologie-Konzept-Lkw vor. Außerdem will das Unternehmen die Fahrerinformation verbessern. Ermöglichen sollen das farbige, hochauflösende und vom Hersteller vollständig rekonfigurierbare Instrumententafel-Displays. Das System zeigt dem Fahrer Informationen innerhalb eines Betrachtungswinkels von 20° an und verwendet dazu fotorealistische 3D-Grafiken. ‹
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