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Motherson Sumi Inder kaufen Peguform

| Redakteur: Bernd Otterbach

Der indische Automobilzulieferer Motherson Sumi Systems hat die Peguform GmbH übernommen. 80 Prozent der Anteile gehen an die Inder, die restlichen 20 Prozent bleiben in den Händen des bisherigen Eigentümers, der Beteiligungsgesellschaft Cross Industries. Damit findet die wechselhafte Peguform-Historie vorerst ihren Abschluss.

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Dies teilte der Hersteller von Stossfängersysteme, Instrumententafeln, Innenverkleidungen am Mittwoch mit. „Wir haben für Peguform einen strategisch ausgerichteten Mehrheitseigentümer gewonnen“, sagte Peguform-Chef Klaus Rinnerberger. Mit Hilfe der Inder könne das Unternehmen in den neuen internationalen Märkten wachsen.

Für den Kunststoffspezialisten arbeiten etwa 7.000 Beschäftigte in zehn deutschen Werken sowie in Standorten in Spanien, der Slowakei, China, Brasilien, Mexiko und Portugal. Zu den wichtigsten Kunden gehören Audi, VW, Porsche, Daimler und BMW. Das Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 1,33 Milliarden Euro und ein EBIT von 21,8 Millionen Euro. Im laufenden Jahr erwarte man einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro, so Rinnerberger weiter.

An der Tochter Wethje Carbon Composite beteiligen sich die Inder mit 50 Prozent. Peguform hatte im Oktober 2010 51 Prozent der Anteile an dem auf Kleinserienfertigung von CFK-Komponenten spezialisierten Unternehmen übernommen.

Mit dem Motherson Sumi-Deal findet die wechselhafte Peguform-Historie vorerst einen Abschluss. 1983 verkaufte die Muttergesellschaft Pegulan AG die Peguform an British American Tobacco BAT. 1990 erfolgte die Übernahme der nunmehr Eurotec genannten Gruppe durch die Klöckner-Werke. Im Oktober 2002 ging das Unternehmen in die Insolvenz und wurde 2005 von Cerberus Capital Management übernommen.

Zerplatzter Interieur-Traum

Im August 2008 hatte der oberösterreichische Kunststoffspezialist Polytec Peguform für 218,5 Millionen Euro übernommen. Durch Wirtschaftskrise war die Gruppe von Friedrich Huemer kurz darauf finanziell ins Straucheln geraten und hatte das Bötzinger Unternehmen 2009 an den eigenen Anteilseigner Cross Industries, eine Gesellschaft von KTM-Chef Stefan Pierer und seinem Partner Rudolf Knünz, abgetreten.

Damit platzten auch die Träume von einem Groß-Zulieferer im Bereich Interieur. Inzwischen hat Polytec das eigene Innenraum-Geschäft an den japanischen Zulieferer Toyota Boshoku verkauft.

Motherson Sumi ist einer der größten indischen Automobilzulieferer. Der 1975 gegründete Konzern beschäftigt mehr als 40.000 Mitarbeiter und setzte im Geschäftsjahr 2010/11 rund 2,7 Milliarden Dollar um, vier Mal so viel wie vier Jahre zuvor. Die Unternehmensgruppe ist insbesondere in den Bereichen Spiegelsysteme sowie Fahrzeugverkabelungen mit mehr als 90 Standorten in 23 Ländern aktiv. Für die Übernahme hat Motherson Sumi ein Joint Venture mit Samvardhana Motherson Finance Ltd. gebildet.

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