Umstrukturierung Intel gibt Automotive-Sparte auf

Von Sven Prawitz 2 min Lesedauer

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Intel stellt sein Automotive-Geschäft ein und entlässt den Großteil der Belegschaft in diesem Bereich. Die Entscheidung ist Teil des von Intel-CEO Lip-Bu Tan angekündigten, umfassenden Konzernumbaus.

Eine Live-Demo von Intels KI-gestützter Lösung für Software-Defined Vehicles (SDV) auf der CES 2025 in Las Vegas. 2017 hatte Intel noch auf seine Automotive-Sparte als großen Wachstumszweig fürs Unternehmen gesetzt. Nun soll der Bereich Medienberichten zufolge aufgelöst werden.(Bild:  Intel Automotive)
Eine Live-Demo von Intels KI-gestützter Lösung für Software-Defined Vehicles (SDV) auf der CES 2025 in Las Vegas. 2017 hatte Intel noch auf seine Automotive-Sparte als großen Wachstumszweig fürs Unternehmen gesetzt. Nun soll der Bereich Medienberichten zufolge aufgelöst werden.
(Bild: Intel Automotive)

Intel zieht sich aus dem Geschäft mit Fahrzeugtechnik zurück. Wie das lokale Nachrichtenportal The Oregonian/Oregon Live zuerst berichtet, werde der US-Chiphersteller seine Automotive-Sparte schließen und den Großteil der dort beschäftigten Mitarbeitenden entlassen. Die Entscheidung ist Teil einer größeren Restrukturierung, mit der Intel auf sinkende Umsätze und einen verschärften Wettbewerb reagiert.

Einstige Hoffnungssparte

Das Unternehmen bestätigte die Entscheidung gegenüber mehreren Medien und betonte, man wolle sich künftig auf das Kerngeschäft mit Prozessoren für Client- und Rechenzentrumsanwendungen konzentrieren. Intel werde bestehende Kundenverpflichtungen im Automobilbereich noch erfüllen, aber „die Mehrheit“ der Arbeitsplätze in der betreffenden Abteilung abbauen. Eine genaue Zahl der betroffenen Stellen nannte das Unternehmen bislang noch nicht.

Mit dem Rückzug beendet Intel ein Kapitel, das seit der Übernahme von Mobileye im Jahr 2017 für Hoffnung stand. Zwar bleibt Intel weiterhin Großaktionär des börsennotierten Unternehmens, doch die Automotive-Architektur innerhalb der Client Computing Group ist davon nicht betroffen. Auch frühere Zukäufe wie Moovit oder Investitionen in Software-definierte Fahrzeuge verlieren damit an Relevanz im Konzern.

Angekündigter Konzernumbau läuft

Noch zu Beginn des Jahres präsentierte Intel Automotive seine System-on-Chip-Lösungen für vernetzte Fahrzeuge auf der CES 2025. Auch auf der Shanghai Auto Show im April war das Unternehmen vertreten – doch bereits damals zeichnete sich eine unklare Zukunft für die Sparte ab. Der neue CEO Lip-Bu Tan hatte intern vor einem harten Sparkurs gewarnt.

Tan, der im März 2025 die Unternehmensführung übernommen hat, verfolgt eine radikale Neuausrichtung: kleiner, effizienter, innovationsstärker. So soll unter anderem das Foundry-Geschäft ab Juli bis zu 20 Prozent der Belegschaft verlieren. Im Marketing wird künftig auf externe Dienstleister gesetzt – auch dort stehen Entlassungen an.

Möglicher Einstieg in KI-Geschäft

Für die Elektronikindustrie ist Intels Schritt ein deutliches Signal: Der Konzern sortiert sich neu und setzt klare Prioritäten. Der Fokus liegt auf dem Kampf um Marktanteile im PC- und Rechenzentrumsbereich sowie auf einem möglichen Einstieg in das wachstumsstarke Geschäft mit Künstlicher Intelligenz. Was der Umbau konkret für die Wettbewerbsfähigkeit der Intel-Produkte bedeutet, bleibt vorerst offen.

Fakt ist: Mit dem Ende der Automotive-Sparte verabschiedet sich Intel aus einer Branche, die in der Industrie weiterhin stark an Bedeutung gewinnt. Für Zulieferer und Partner aus dem Automotive-Sektor stellt sich nun die Frage, wie sie laufende Projekte fortführen – und mit welchen Lieferanten sie künftig zusammenarbeiten wollen. (sp)

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