Suchen

Fahrbericht

Kia Optima Sportswagon GT-Line: Koreanischer Packmeister

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Bescheidene Motorenauswahl

Bei der Motorenauswahl muss Kia noch deutlich aufrüsten, wollen die Koreaner in einem Segment mithalten, in dem der Diesel-Anteil ähnlich hoch ist wie das Kombi-Verhältnis. Zur Auswahl steht gerade einmal ein Selbstzünder -und dieser ist mit 104 kW/141 PS auch noch der kleinste Motor in der Palette des Optima. Mit einem 2,0-Liter-Vierzylinder (2,0 CVVL) mit 120 kW/163 PS und einem 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo (2,0 T-GDI)mit 180 kW/245 PS ist das Sortiment bei den Benzinern schon etwas größer. Auch einen Plug-in-Hybrid haben die Koreaner im Angebot. Er bietet eine Gesamtleistung von 151 kW/205 PS und soll mit einer vollständig geladenen Batterie 54 Kilometer rein elektrisch zurücklegen können.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 13 Bildern

Wir fuhren den 1,7-Liter-Vierzylinder-Diesel mit automatischem Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Im „Sport“-Modus und mit durchgetretenem Pedal beschleunigt der Kia Sportswagon GT in 10,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Bei einer Geschwindigkeit von 200 km/h kommt das 1.635 Kilogramm schwere Fahrzeug an seine Leistungsgrenze. Der angegebene Verbrauch von 4,4 Litern auf 100 Kilometern klingt gut, ist aber unmöglich zu schaffen. Dennoch schlägt sich der Kia mit 6,9 Litern ordentlich. Und auch die Preise sind im Rahmen: Die Benziner mit dem 2,0 CVVL und der 2,0 T-GDI sind für 25.990 Euro bzw. 41.790 Euro zu haben. Der 1,7 CRDi startet bei 28.290 Euro. Für unser Testfahrzeug mit allen Extras liegen schnell 42.000 Euro auf dem Tisch.

Optisch weiß der Optima zu überzeugen: Die Koreaner sicherten sich die Dienste von Star-Designer Peter Schreyer, der das Fahrzeug fast vollständig in Frankfurt zeichnete. Geprägt wird die Front von dem markentypischen Tigernasen-Grill. Die LED-Scheinwerfer sind weit in die Flanken gezogen und betonen so die langgestreckte Motorhaube. Mit der steil ansteigenden Fensterlinie und dem leicht abfallenden Dach umgeht der Kia gekonnt den Kastenlook. Allerdings ist die D-Säule zu breit geraten - sie schränkt die Sicht nach hinten extrem ein. Eine 360-Grad Rundumsichtkamera schafft hier aber Abhilfe. Die Heckleuchten ziehen sich ebenfalls bis weit in die Fahrzeugseite hinein. Die GT-Line mit dem kraftvoll strukturiertem Heckdiffusor und dem Doppelauspuff verleihen dem Fahrzeug einen sportlichen Touch. Unterstrichen wird dieser Eindruck durch die groß dimensionierten seitlichen Lufteinlässe in der Front.

Fazit

Der Kia Optima Sportwagon GT überzeugt mit geschärftem Design, großzügigem Raumangebot und Sieben-Jahre-Garantie-Paket. Leider lässt die dürftige Auswahl an Antrieben zu wünschen übrig. Will man sich mit der Premium-Konkurrenz aus Sindelfingen, München oder Ingolstadt messen, müssen die Koreaner noch an der ein- oder anderen Stellschraube drehen.

(ID:44609531)

Über den Autor

 Jens Scheiner

Jens Scheiner

Redaktioneller Mitarbeiter Online/Print, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE