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Fahrbericht Kia Optima Sportswagon GT-Line: Koreanischer Packmeister

Autor: Jens Scheiner

Des Deutschen liebste Karosserievariante ist der Kombi. Das haben jetzt auch endlich die Koreaner begriffen und bieten den Optima als sogenannten Sportswagon an. Im Test überzeugte der Kia Optima Sportswagon 1.7 GT Line durch Größe und Verarbeitung.

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Die vierte Generation des Kia Optima ist nun endlich als Kombi zu haben.
Die vierte Generation des Kia Optima ist nun endlich als Kombi zu haben.
(Bild: Kia)

Deutschland ist Kombiland: Neun von zehn Fahrzeugen im Mittelklasse-Segment fahren als solches vom Händlerhof. Dieses Segment wird traditionell von den deutschen Herstellern dominiert. Kia spielte hier kaum eine Rolle, was auch daran liegen mag, dass die Koreaner bislang keinen Kombi in ihrer Modellpalette angeboten haben. Mit der vierten Generation des Kia Optima hat sich dies nun geändert.

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Mit einer Länger von 4,86 Meter besitzt das Fahrzeug nahezu das Gardemaß im Mittelklasse-Kombisegment. Die Kopf- und Beinfreiheit sowohl vorne als auch hinten ist überdurchschnittlich großzügig: Selbst Personen über 1,80 Meter haben hier ausreichend Platz. Reichlich Stauraum bietet auch der Kofferraum mit 552 Liter Volumen. Klappt man die Rücksitze um –ganz einfach per Hebelzug im Kofferraum - erhöht sich die Kapazität auf 1.686 Liter. Das sind zwar fast 100 Liter weniger als beim VW Passat oder Skoda Superb, doch sollte man den ersten Kia-Kombi nicht gleich mit den Lademeistern schlechthin vergleichen. Immerhin platziert sich der Optima Sportswagon beim Ladevolumen noch vor der anvisierten Konkurrenz, dem BMW 3er Touring und dem Audi A4 Avant. Auch überzeugt der Koreaner mit einem ausgeklügelten Logistiksystem. Bei unserem Testfahrzeug war serienmäßig ein praktisches Gepäck-Trennsystem mit variabel einsetzbaren Haltestangen, Zurrgurten und Gepäckbändern an Bord. Im Souterrain des Kofferraums befindet sich zusätzlich ein unterteilter Stauraum. Dank der niedrigen Ladekante und der elektrisch öffnenden Heckklappe lässt sich auch der letzte Winkel einfach befüllen. Das Praktische dabei ist: Bleibt man länger als drei Sekunden mit dem Schlüssel in der Hosentasche hinter der Heckklappe stehen, öffnet sich diese auch ohne wildes Wedeln mit dem Fuß.

Head-up-Display noch nicht im Angebot

Der Innenraum ist aufgeräumt und wertig. Die Verarbeitung ist gut und die Materialien wirken edel, selbst der verarbeitete Kunststoff. Das in ledergefasste Sportlenkrad der von uns getesteten GT-Line liegt gut in der Hand, ist aber mit Knöpfen und Schaltern überladen. Das macht es etwas schwierig die richtige Funktion anzuwählen. Die Ledersitze geben ausreichend Seitenhalt und bieten auch bei längeren Strecken einen guten Sitzkomfort. Bei den Ausstattungslinien GT-Line und GT lassen sich die Vordersitze je nach Jahreszeit beheizen oder belüften. Sogar die Sitze im Fond sind elektrisch beheizbar. Das optional erhältliche Panoramadach lässt den Innenraum noch großzügiger wirken. Luft nach oben hat hingegen das Navigations-/ Infotainmentsystem. Zwar liefert Kia in der GT-Line-Ausstattung ein Acht-Zoll-Touchscreen, doch die Rückmeldung der angewählten Programme ist meist etwas zeitverzögert. Allerdings punkten die Koreaner mit dem siebenjährigen Navigations-Update. Auch die Anzahl an Assistenzsystemen lässt keine Wünsche offen: Vom Spurhalteassistent über eine autonome Vollbremsung bis 80 km/h inklusive Fußgängererkennung bis hin zum automatischem Querparken ist alles an Bord. Für zusätzliche Sicherheit sorgen serienmäßig sieben Airbags inklusive Knie-Airbag, sowie ein Stabilitätsprogramm mit Gegenlenkunterstützung. In punto Ausstattung und Sicherheit überzeugen uns die Koreaner. Was uns gefehlt hat waren digitale Instrumente wie im VW Passat oder ein Heap-Up-Display wie etwa im BMW 3er.

In der Mittelkonsole findet sich der Drive-Mode-Schalter mit dem sich das adaptive Fahrwerk aktivieren lässt. Zur Auswahl stehen dem Fahrer die Modi „Sport“, „Eco“ oder „Normal“. Je nach Einstellung reguliert das elektronische System die Dämpfungskraft der einzelnen Räder. Im „Normal“-Modus gleitet der Kia sanft über die Straßen, selbst übermäßige Seitenneigungen sind kaum spürbar. Unebenheiten oder Schlaglöcher federt das Fahrwerk leise und souverän ein. Im „Sport“-Modus wird das Fahrwerk nicht wesentlich härter und die Lenkung auch nur etwas direkter. Generell ist der Innenraum gut gedämmt, sodass auch bei höheren Geschwindigkeiten eine Unterhaltung mit den Fondpassagieren möglich ist.

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Über den Autor

 Jens Scheiner

Jens Scheiner

Redaktioneller Mitarbeiter Online/Print, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE