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60 Jahre Automobil Industrie

KSPG: 100 Jahre Entwicklergeist

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Umstrukturierung geschafft

Die Forderung nach niedrigerer Schadstoffemission und geringerem Kraftstoffverbrauch erwies sich dann als Fluch und Segen zugleich. Als Segen, weil Pierburg seine Motorenkompetenz für die Entwicklung von neuen Effizienztechniken einbringen konnte. So arbeitete das Unternehmen ab 1970 zusammen mit BMW an Abgasrückführventilen. Sie regeln den externen Rückfluss von Abgas in den Verbrennungsprozess, wodurch die Schadstoffentstehung verringert beziehungsweise der Verbrauch gesenkt wird. Aktuelles Produkthighlight von KSPG ist hier ein integriertes AGR-Kühlermodul.

Effizienztechnik Saugrohranlagen

Saugrohranlagen waren eine weitere Effizienztechnik, die KSPG seit 1990 in verschiedenen Werkstoffen, Varianten und Integrationsgraden anbot. Weitere Spezialitäten sind Sekundärluftsysteme sowie elektronisch schaltbare Schubumluftventile. Mit diesen Effizienztechniken konnte die damalige Pierburg auch den „Fluch“ kompensieren, der in Form der elektronisch geregelten Einspritzung das Vergasergeschäft eliminierte. Denn die sukzessiv flächendeckend erlassenen Abgasgesetze forderten eine betriebspunktabhängige Steuerung des Verbrennungsprozesses. Genau diese Forderung lässt sich mit einer geregelten Einspritzung besser und effizienter erfüllen als mit einem Vergaser. Ähnliche Anforderungen stellte die Einführung des Drei-Wege-Katalysators anfangs der neunziger Jahre. 1995 endet daher die Vergaserfertigung von Pierburg in Europa.

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Ein weiteres Standbein von Pierburg war zu diesem Zeitpunkt schon längst den Kinderschuhen entwachsen: die Pumpen. Schon seit den sechziger Jahren ergänzten Vakuumpumpen das Portfolio. Ein weiterer Meilenstein war die Etablierung und Ausbau des Standortes Livorno in Italien, der heute konzernweit das Entwicklungszentrum für Ölpumpen beheimatet. Wachsende Bedeutung erhalten in jüngster Zeit die seit 1992 unter anderem am Standort Hartha in Sachsen gefertigten elektrischen Kühlmittelpumpen.

Hochkomplexer Kolben

Auch die Kolbenschmidt GmbH konnte seit den ersten selbst entwickelten Aluminiumkolben auf ein stetig wachsendes Produktportfolio zurückblicken. Zunächst fertigte man Kolben aus Al-Cu-Legierungen für Pkw-Motoren. Mit wachsendem Know-how wurden noch bessere Legierungen entwickelt, und der Kundenkreis wuchs schnell um Nutzfahrzeug- und Großmotorenhersteller an. Im Jahr 1927 schließlich wandte sich Kolbenschmidt Al-SI-Legierungen zu, die sich als idealer Werkstoff für Automobile erwiesen. In den sechziger Jahren wurde die Kühlung des Kolbens aufgrund der steigenden Belastungen des Bauteils immer vordringlicher. Kolbenschmidt arbeitete ab 1963 zunächst mit Kühlkanälen durch eingegossene Sand- oder Metallkerne. Allerdings lassen sich diese Kerne nur mit großem Aufwand und nie vollständig wieder entfernen.

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