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60 Jahre Automobil Industrie

KSPG: 100 Jahre Entwicklergeist

| Autor/ Redakteur: Jürgen Goroncy und Hartmut Hammer / Claus-Peter Köth

Wenn auch der aktuelle Name relativ jung ist, so blickt die KSPG AG doch auf eine lange Tradition zurück. Der 1998 aus Kolbenschmidt und Pierburg gegründete Zulieferer kann auf mehr als 100 Jahre Entwicklergeist und zahlreiche innovative Produkte verweisen.

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Die KSPG AG blickt auf eine lange Tradition zurück: Mehr als 100 Jahre Entwicklergeist und zahlreiche innovative Produkte kann der aus Kolbenschmidt und Pierburg gegründete Zulieferer vorweisen.
Die KSPG AG blickt auf eine lange Tradition zurück: Mehr als 100 Jahre Entwicklergeist und zahlreiche innovative Produkte kann der aus Kolbenschmidt und Pierburg gegründete Zulieferer vorweisen.
(Bild: KSPG)

Das Jahr 1909 war für den noch jungen Automobilbau wegweisend: Der Elektrostarter löste die Handkurbel ab, und die Einzelradaufhängung erhöhte den Fahrkomfort. Der Mercedes-Stern erblickte das Licht der Welt. Und mit Bernhard Pierburg und Karl Schmidt schickten sich zwei deutsche Unternehmer an, die Automobilwelt nachhaltig mitzugestalten. Bernhard Pierburg gründete 1909 mit zwei Brüdern ein Stahlhandelsunternehmen in Berlin, das unter anderem Automobil- und Flugzeugbauer mit hochwertigen Stahl- und Eisenprodukten belieferte. 1925 gelangte Pierburg an eine Lizenz für die Produktion und den Vertrieb von Solex-Vergasern für Ottomotoren. Erster Kunde wurde 1928 Hanomag mit seinem Modell „Kommissbrot“. Schon bald setzte sich das Solex-Vergaserprinzip bei renommierten Kunden wie Maybach, Mercedes-Benz, Horch, NSU und Adler durch; „Pierburg“ wurde zum Begriff für hochwertige und leistungsfähige Vergaser.

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Erste Aluminiumkomponenten für NSU

Nur einige Monate nach der Gründung des Pierburg-Stahlhandels startete auch Karl Schmidt seine Karriere. Zunächst produzierte er in Heilbronn ölbefeuerte Drehöfen zum Schmelzen von Metallen, insbesondere von Aluminium. Schon 1917 siedelte er ein neues Werk in Neckarsulm an, in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem von seinem Vater Christian Schmidt gegründeten Unternehmen NSU. Diese räumliche Nähe führte unter anderem dazu, dass Schmidt schon bald erste Aluminiumkomponenten für NSU fertigte und ab 1921 dann die Anerkennung von Aluminium als Kolbenwerkstoff vorantrieb.

Patent für neue Gleitlager

Als weitere Neuerung meldete die damalige Karl Schmidt GmbH im Jahr 1936 neue Gleitlager zum Patent an. Ihre auf einen Stahlträger walzplattierten Aluminiumlegierungen lösten das Hauptproblem reiner Aluminiumlager. Diese haben nämlich einen höheren Ausdehnungskoeffizienten als Stahl, weshalb sie bei extremer Kälte zu stark schrumpften. Nach dem ersten Kunden Ford belieferte das Unternehmen schon bald darauf den VW-Käfer-Motor mit Gleitlagern aus der Aluminium-Zink-Blei-Legierung KS 83a. In den achtziger Jahren entwickelte das Unternehmen einige PVD (Physical Vapour Deposition)-Verfahren, mit denen sehr dünne Aluminium-Gleitschichten auf Lagerschalen aufgebracht werden können. Nur mit diesen extrem strapazierfähigen Lagern ist die heutige eingesetzte Dieseltechnik mit ihren hohen Belastungen für Werkstoffe und Reibflächen möglich.

Spezialist für Vergaser

Eine andere Herausforderung war die EU-Direktive 2000/53/EC zum Einsatz bleifreier Lagerwerkstoffe. Heute bietet KSPG für alle neuen Anwendungen in Motor und Getriebe Gleitlager aus bleifreien Werkstoffen an. Ein anderer Meilenstein sind sogenannte Permaglide-Lager mit Beschichtungswerkstoffen auf Bronze- und Kunststoffbasis. Pierburg baute über die Jahrzehnte seine Position als Vergaserspezialist aus, nicht zuletzt durch Innovationen wie den Registervergaser und den Vergaser mit Startautomatik. Registervergaser erhöhten das Drehmoment eines Motors, damit einhergehend sank der spezifische Kraftstoffverbrauch. Kennzeichnend ist, dass die Drosselklappen nacheinander mit unterschiedlicher Geschwindigkeit öffnen.

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