Ladeinfrastruktur Mehr Ausbau als Bedarf: Ladesäulen nicht ausgelastet

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Der Ausbaue der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge kommt in Deutschland gut voran. So gut, dass die Netzauslastung weit hinter dem zurückbleibt, was möglich ist.

Die Ladesäulen für E-Fahrzeuge in Deutschland sind kaum ausgelastet.(Bild:  EnBW)
Die Ladesäulen für E-Fahrzeuge in Deutschland sind kaum ausgelastet.
(Bild: EnBW)

Der öffentliche Ladeinfrastruktur-Ausbau in Deutschland kommt weiter sehr gut voran. Die Netzauslastung bleibt jedoch deutlich hinter dem technisch Möglichen zurück. Das zeigt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V., BDEW, in seinem aktuellen Elektromobilitätsmonitor.

Demnach wurden die öffentlichen Ladepunkte im Jahr 2025 im Schnitt nur zu zwölf Prozent zeitgleich belegt – trotz stark steigender Zahl batterieelektrischer Fahrzeuge. Der BDEW spricht von einem klaren Hinweis darauf, dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur weiterhin dem Hochlauf der E-Pkw „vorausläuft“. Zum Jahresende 2025 waren in Deutschland rund 200.000 öffentliche Ladepunkte installiert, die zusammen auf eine Ladeleistung von über neun Gigawatt kommen.

Zuwachs bei High-Power-Chargern

Besonders der Zuwachs bei High-Power-Chargern, HPC, mit 150 bis 400 Kilowatt Ladeleistung hat die installierte Gesamtleistung nach oben gedrückt. Dennoch zeigt die geringe zeitgleiche Belegung von AC-, DC- und HPC-Ladepunkten, dass vielerorts noch ausreichend Kapazitäten vorhanden sind.

Beim räumlichen Ausbau meldet der BDEW: Ende 2025 gab es in 6.399 Gemeinden mindestens einen öffentlichen Ladepunkt, das entspricht 58 Prozent aller Gemeinden. In diesen Kommunen leben 95 Prozent der Bevölkerung, während nur 42 Prozent der Gemeinden überhaupt über mindestens eine klassische Tankstelle verfügen. Das Ladenetz sei damit deutlich feiner geknüpft als das Tankstellennetz, kommentiert der Verband.

Kosten für Nutzer meist unkritisch

Trotz des Infrastrukturvorsprungs sehen die Kosten viele Nutzer weniger kritisch als oft angenommen. Laut Nutzerumfrage im Rahmen des E-Mobilitätsmonitors haben mehr als 80 Prozent der befragten E-Mobilisten noch nie oder nur sehr selten mehr als 80 Cent pro Kilowattstunde an öffentlichen Ladesäulen bezahlt. Unter Fahrerinnen und Fahrern, die ausschließlich öffentlich laden, liegt dieser Anteil sogar bei 84 Prozent, bei den „Pionieren“ der Elektromobilität bei 97 Prozent.

Parallel dazu sorgt wachsende Preistransparenz für mehr Kontrolle beim Laden: Über die Hälfte der Befragten nutzt laut BDEW Preis-Vergleichs-Apps, um Tarife an öffentlichen Ladepunkten zu vergleichen. Unter den Early Adoptern ist die App-Nutzung deutlich verbreiteter als bei den ersten Pionierkunden, während Nutzer von Dienstwagen solche Tools im Schnitt seltener einsetzen.

Nutzer bewerten öffentliches Laden überwiegend positiv

Unterm Strich zeigt der Elektromobilitätsmonitor, dass ein Großteil der Nutzer das öffentliche Laden hinsichtlich Verfügbarkeit und Preisniveau positiv bewertet: 86 Prozent der Befragten sehen ihre Erwartungen an das öffentliche Laden als erfüllt, 58 Prozent empfinden das Angebot sogar als besser als erwartet.

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