Fahrerassistenzsysteme Mercedes-Benz sammelt Bilddaten aus Kundenautos

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Mercedes-Benz will ab Ende Juli Sensor- und Videodaten aus Kundenfahrzeugen nutzen, um damit Fahrerassistenzsysteme zu trainieren. Volkswagen nutzt entsprechende Daten bereits seit Ende 2024.

Ab Ende Juli 2025 sammelt Mercedes Bilddaten aus Kundenfahrzeugen, um damit Fahrerassistenzsysteme zu trainieren.(Bild:  Mercedes-Benz)
Ab Ende Juli 2025 sammelt Mercedes Bilddaten aus Kundenfahrzeugen, um damit Fahrerassistenzsysteme zu trainieren.
(Bild: Mercedes-Benz)

Mercedes-Benz nutzt ab Ende Juli 2025 Sensor- und Videodaten aus Kundenfahrzeugen, „um unterschiedliche Verkehrsteilnehmende und atypische Verkehrssituationen künftig noch besser zu erkennen“. Das hat der Autohersteller mitgeteilt. Nutzerinnen und Nutzer müssen der Erhebung zustimmen. „Je realistischer die Systeme trainiert werden, desto sicherer und zuverlässiger verhalten sie sich im Alltag. Bisher greift Mercedes-Benz auf Daten zurück, die von Testfahrzeugen weltweit erhoben werden“, beschreibt das Unternehmen. „Um automatisierte Systeme so zu trainieren, dass sie alle Arten von Verkehrsteilnehmenden und -situationen zuverlässig erkennen, sind vielfältige und reale Daten aus dem Verkehrsgeschehen notwendig.“ Die Basis dafür sind künftig Bilddaten aus Kundenfahrzeugen.

Kontextbasierte Aufzeichnung

Die ergänzenden Bilddaten aus Kundenfahrzeugen sollen den Systemen helfen, besser auf Personengruppen wie Kinder, Fußgänger, Radfahrer und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zu reagieren. Auch seltene Verkehrssituationen, wie temporäre Verkehrsführungen oder Pop-up-Radwege, oder ungewöhnliches Verhalten von Verkehrsteilnehmenden fließen in die Trainingsdaten ein.

Die Datenaufzeichnung läuft aber nicht permanent. Die Videodaten aus den Kundenfahrzeugen werden laut Mercedes ausschließlich orts- oder ereignisbasiert erfasst – zum Beispiel beim starken Bremsen. Die Daten liegen dann temporär im Fahrzeug und „dann selektiv an das Mercedes-Benz-Backend übertragen. Dort werden sie in der Regel anonymisiert und von der Fahrzeugidentifikation getrennt“, teilt Mercedes mit. Die gelernten Szenarien sollen per Software-Updates in die Fahrzeuge kommen: Und: Perspektivisch sei es so möglich, die Verkehrsführung und infrastrukturelle Maßnahmen mit Blick auf mehr Sicherheit anzupassen.

Eigene Daten löschen lassen

Menschen, die potenziell von der Bilddaten-Erhebung durch Fahrzeuge erfasst wurden, können diese Daten löschen lassen. Dazu müssen sie sich laut Mitteilung „unter Angabe von Ort und Zeit an Mercedes-Benz wenden und die Löschung möglicher Aufnahmen anfordern“. In der Praxis dürfte es eher selten vorkommen, dass Menschen erkennen, ob sie gefilmt worden sind oder nicht.

Datenerhebung im VW-Konzern seit Ende 2024

Der Volkswagen-Konzern erhebt Umfelddaten aus Kundenautos seit Ende 2024; los ging es bei Audi und Volkswagen. Die Daten werden auch hier nur in bestimmten Situationen erfasst, in denen Fahrerassistenzsysteme besonders hilfreich sind: zum Beispiel beim Einsatz des Notbremsassistenten, bei manuellen Vollbremsungen und plötzlichen Ausweichmanövern.

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