Nutzfahrzeuge

Mercedes Sprinter - Usain Bolt der Transporter

Seite: 3/3

Firmen zum Thema

Unruhe aufgrund der US-Pläne

Die Großserien-Produktion der nächsten Generation des Sprinter in den USA brachte allerdings Unruhe ins Düsseldorfer Stammwerk. Hinzu kam die Verständigung von Daimler und VW, dass Ende 2015 die Produktion des Transporter Crafter auf Sprinter-Basis für Volkswagen Nutzfahrzeuge ausläuft. Doch der Arbeitsplatzangst der Düsseldorfer entgegnete Volker Mornhinweg auf dem Jubiläum, dass das Werk in den USA dem deutschen Standort nichts wegnimmt: „Das Wachstum findet in den USA statt, aber auch der Markt in Europa wächst. Und wir brauchen die frei werdenden Produktionskapazitäten selbst für ein Nachfolgeprodukt.“

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

Anfang 2016 startet laut Daimler in Charleston, Bundesstaat South Carolina, der Bau des Transporterwerks. Dadurch soll die Belieferung des stetig wachsenden nordamerikanischen Marktes künftig deutlich wirtschaftlicher werden. Hohe US-Importzölle führen bislang dazu, dass die in Deutschland für den US-Markt produzierten Sprinter aufwendig zerlegt und vor Ort wieder aufgebaut werden müssen. Allgemein lasse sich die wachsende Nachfrage der nordamerikanischen Kunden mit Fahrzeugen „Made in USA“ viel schneller bedienen. Denn im Jahr 2014 fuhr der Sprinter mit 25.800 Einheiten auch dort einen neuen Absatzrekord ein und machten die USA nach Deutschland zum zweitgrößten Markt für den Erfolgstransporter.

So fließen in den kommenden Jahren rund 500 Millionen Dollar in den Aufbau des neuen US-Werks. Auf einer Gesamtfläche von über 800.000 Quadratmetern entstehen in Charleston ein komplett neuer Rohbau, eine Lackiererei sowie eine Montage.

Düsseldorf bleibt Kompetenzzentrum

Trotz des großen Schritts über den Atlantik behält das Werk Düsseldorf einen besonderen Stellenwert im Produktionsnetzwerk. „Für die nächste Sprinter-Generation setzen wir mit dem Werk Düsseldorf als Kompetenzzentrum auf den Standort Deutschland“, so Mornhinweg. Dazu würden insgesamt 450 Millionen Euro in die Modernisierung der beiden deutschen Werke investiert werden.

Seit dem ersten Sprinter 1995 möchte Mercedes-Benz Vans Maßstäbe bei den Transportern setzen. Dazu gehören neben dem Design, das ergonomisch gestaltete Cockpit sowie die Vielfalt von 1.000 Grundvarianten. Aber auch mit effizienten Motoren, umfassenden Sicherheitsausstattungen und Assistenzsystemen, heute unter anderen der serienmäßige Seitenwind-Assistent und die optionalen Spurhalte-, Totwinkel-, Fernlicht- und Abstandswarn-Assistenten will man bei den Kunden punkten. Bei der Effizienz soll das aktuelle Modell laut Daimler vor allem mit geringem Kraftstoffverbrauch trotz leistungsstarker Motoren überzeugen. Die Aggregate erreichen die künftige Abgasstufe Euro 6 und sollen sich mit einem Verbrauch von 6,1 l/100 km begnügen.

(ID:43655450)