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Conti Neue Festsattelbremse

| Redakteur: Bernd Otterbach

Continental hat eine neue Festsattelbremse für mittelschwere Pkw entwickelt. Der neue Aluminium-Monoblock-Bremssattel mit gezogenen Belägen spart bis zu 1,5 Kilogramm je Bremse.

Außerdem sollen die Bremsen weniger Quietschen – bisher ein Manko von Festsätteln. „Um das Quietschen von Festsattelbremsen zu beseitigen, haben wir für die neuartige Festsattel-Konstruktion Erkenntnisse von unseren Faustsattelbremsen genutzt“, sagte Dietrich Golz, Entwicklungsleiter für Radbremsen im Geschäftsbereich Hydraulische Bremssysteme bei der Continental-Division Chassis & Safety.

Der neue Festsattel ist vorrangig für die Vorderachse ausgelegt, kann aber auch für die Hinterachse skaliert werden. Zudem überlegt Conti, auf Basis des Konzepts auch für das Hochleistungssegment eine Festsattelbremse zu entwickeln.

Geringere Materialstärken

Anders als die Faustsattelbremse verfügt der Festsattel über Bremszylinder auf beiden Seiten der Bremsscheibe. Die neue 4MF Festsattelbremse (vier Kolben im Monoblock-Festsattelgehäuse) hat entsprechend über vier Bremszylinder. Der Bremssattel ist in sich starr und muss keine Reaktionskraft von der Seite mit den Bremszylindern auf die gegenüberliegende Scheibenseite übertragen. Festsättel können deshalb im Bereich der massiven Brücke, die die Bremsscheibe überspannt, aber auch an den Seiten des Sattels mit geringeren Materialstärken ausgeführt werden. Technisch vorteilhaft ist der Festsattel auch bei sogenannten Restbremsmomenten, wenn die Bremse nicht betätigt ist: Der Abstand zwischen den Bremsbelägen und der Oberfläche der Bremsscheibe – Lüftspiel genannt – kann beim Festsattel kleiner und gleichmäßiger sein.

„DNA-Transfer“ von der Faustsattelbremse

So vorteilhaft die Festsattelbremse ist, bisher hatte sie eine hörbare Schwachstelle: Da ihr Rahmen starr ist, kann er keine Schwingungen dämpfen. Festsättel neigen daher beim Bremsvorgang zum Quietschen. Um diese Nebenwirkung zu beseitigen, hat Continental im Zuge eines Simultaneous Engineering die charakteristische Form gezogener Bremsbeläge auf den Festsattel übertragen.

Die Bremsbeläge werden bei der neuen Bremse nicht durch einzelne Bolzen mit Belagbefederung in ihrer Position fixiert, sondern durch eine zentrale Haltefeder mit integrierter Bolzensicherung. In Kombination mit der Formgebung der Belagrückenplatte zur Belagabstützung wird so die Schwingungsenergie beim Bremsvorgang stark reduziert.

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