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Genfer Autosalon 2020 Neuer Audi A3: Kompaktsportler im Tarnkleid

| Autor / Redakteur: Michael Specht/SP-X / Maximiliane Reichhardt

Äußerlich wie unter dem Blech legt Audi beim neuen A3 viel Wert auf Sportlichkeit. Eine superschnelle Elektronik bei Antrieb, Lenkung und Fahrwerk soll das Kompaktmodell zum agilsten Vertreter im Segment machen. Erste Testfahrt in einem noch getarnten Prototyp.

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Bei den getarnten Prototypen handelt es sich um die S3-Version.
Bei den getarnten Prototypen handelt es sich um die S3-Version.
(Bild: Audi)

Nicht einmal die Tarnfolie, mit der die Prototypen beklebt sind, kann verbergen, wie stark sich Audi bei seinem Kompaktmodell A3 auf ein dynamisches Äußeres besinnt. Deutlich zu sehen ist dies etwa an den im Vergleich zum Vorgänger weit ausgestellten Kotflügeln. Sie sollen laut Designchef Mark Lichte genau das betonen, wofür Audi in seinen sportlichen Anfängen stand: den Quattro-Antrieb. Die Allradtechnik gehört zur DNA der Marke.

Performance-Modell RS3 kommt erst 2021

Der neue A3 wirkt nicht nur breiter als je zuvor, er ist es auch, wenn auch nur einige Zentimeter. Zusammen mit den großen 19-Zoll-Rädern und den extra für ihn neu entwickelten 235er-Bridgestone-Reifen steht er satt und solide auf der Straße. Bei den getarnten Prototypen handelt es sich um die S3-Version, was zum einen im Grill steht, zum anderen die Vierrohr-Auspuffanlage und der Diffusor am Heck erkennen lassen. Der S3 ist mit einer Leistung von 228 kW/310 PS das vorläufige Topmodell der A3-Baureihe und soll im Herbst dieses Jahres in den Markt gehen. 2021 wird dann der RS3 mit fünf Zylindern und deutlich über 400 PS den Abschluss nach oben markieren.

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Um die hohe Leistung des S3 möglichst gut auf die Straße zu bekommen, sind serienmäßig eine Sieben-Gang-S-Tronic (Doppelkupplungsgetriebe) und Quattro-Antrieb an Bord. Darüber hinaus haben die Ingenieure dem Wagen eine intelligente und superschnelle Elektronik installiert, die sich um die optimale Regelung von Antrieb, ESP, Lenkung und Dämpfer kümmert. Alles läuft im Bereich von Millisekunden ab. Wann wie geregelt wird, hängt im Wesentlichen von der Fahrweise und der Straßenbeschaffenheit ab, aber auch von der Wahl des „Drive-Select“-Schalters. Über ihn können zuvor die fünf unterschiedlichen Modi „comfort“, „dynamic“, „auto“, „effizient“ und „individual“ ausgewählt werden. Erstaunlich, dass selbst bei „dynamic“ der A3 noch angenehmen Komfort bietet und nicht bretthart über Unebenheiten rüttelt.

Unser Ziel war es, über die elektronische Regelung bewusst eine große Spreizung zwischen Komfort und Sportlichkeit zu erreichen.

Maria Rasch, die Projektleiterin Gesamtfahrzeug

Der A3 kommt mit schlauen Steuergeräten

Im A3 sind die Steuergeräte so schlau, dass in scharf gefahrenen Kurven die Dämpfer unterschiedlich geregelt und die kurveninneren Räder leicht abgebremst werden, um das Auto besser in die Kurve hineinzuziehen und so ein möglichst neutrales Fahrverhalten zu gewährleisten. Kurvenreiches und weitgehend unbefahrenes Terrain, wie wir es auf unserer Testroute auf den Azoren häufig vorfanden, sorgen hinter dem Lenkrad des S3 für reichlich Fahrspaß. Der Wagen geht wie an der Schnur gezogen. Beim Herausbeschleunigen aus den Kurven schickt der Quattro-Antrieb in dicke Portion des Drehmoments zu den Hinterrädern. Das können bis zu 50 Prozent sein.

Der A3 bleibt auch in neuer Generation ein Kompakter, selbst wenn er mit 4,35 Meter eine Handbreit länger ist als der Golf. Vorne sitzt es sich prima, hinten zwickt es bei größeren Personen schon mal. Ein Raumwunder war der A3 noch nie. Wie gehabt lässt sich die Rücksitzbank im Verhältnis 40:20:40 umlegen. Die Laderaumwerte dürften leicht über denen des Vorgängers liegen. Einen riesigen Sprung machte der A3 im Cockpit: Statt der sonst üblichen runden Luftaustritte sitzen die jetzt eher eckigen Lüfterdüsen wie Satelliten links und rechts am Instrumententräger hinter dem Lenkrad. Alles wirkt deutlich kantiger, bis hinein in die Türen. Fließende Linien sucht man vergeblich. Der größte Teil der Bedienung läuft über den Touchscreen in der Mitte. Physische Schalter gibt es noch für die Klimaanlage und Sitzheizung. Statt des bekannten Schalthebels für die S-Tronic hat der Audi A3 nun einen Mini-Shifter. Und damit auch der Beifahrer eingreifen kann, falls ihm die Lautstärke zu hoch ist, platzierten die Designer daneben einen kleinen runden berührungsempfindlichen Knopf, etwa so groß wie eine Zwei-Euro-Münze. Fingerspitze kreisen reicht.

Premiere auf dem Genfer Autosalon

Im Frühjahr beginnt der Verkauf des neuen A3. Seine Premiere wird er auf dem Genfer Autosalon Anfang März haben. Dann erst gibt es auch detaillierte technische Daten. Schon jetzt ist klar: Der A3 startet mit einem 110 kW/150 PS starken 1,5-Liter-Benziner und einem Zweiliter-Diesel. Letzterer hat entweder 85 kW/116 PS oder 110 kW/150 PS. Im Wesentlichen entspricht die Motorisierung jener im Golf 8, denn beide Modelle basieren auf der gleichen Architektur, intern MQB8W genannt. So wird der A3 ebenfalls den neuen 1,5-Liter Vierzylinder-Benziner mit der 48-Volt-Hybridtechnik und als Einstieg den 1.0-TFSI-Dreizylinder (81 kW/110 PS) erhalten. Später im Jahr kommt eine Plug-in-Variante hinzu. Mit ihr wird man vermutlich um die 60 Kilometer elektrisch fahren können. Eine komplett batterieelektrische Version vom A3 wird es dagegen nicht geben, ebenso kein Cabrio und keinen Dreitürer. Neben dem fünftürigen Sportback bietet Audi den A3 aber weiterhin als viertürige Limousine an. In Europa ist der kompakte Audi das meistverkaufte Modell der Ingolstädter. Die Preise dürften wie üblich leicht über denen des alten Modells liegen. Wir vermuten, dass es bei knapp unter 27.000 Euro losgeht. Der Vorgänger startete bei 25.800 Euro.

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