Transformation Porsche: „Der 911er behält den klassischen Antrieb“

Autor / Redakteur: Jens Meiners, ampnet / Claus-Peter Köth

Frank Walliser ist bei Porsche zuständig für die Heckmotor-Ikone 911 und die Mittelmotor-Sportwagen Boxster und Cayman. Doch während beide Baureihen bislang technisch eng miteinander verzahnt waren, treten sie künftig völlig eigenständig auf.

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Frank-Steffen Walliser, Baureihenleiter für die Porsche-Sportwagen.
Frank-Steffen Walliser, Baureihenleiter für die Porsche-Sportwagen.
(Bild: Porsche/Rossen Gargolov)

Herr Walliser, Sie sind zuständig für den 911, aber auch für die Mittelmotor-Sportwagen 718, also Boxster und Cayman, dessen nächste Generation elektrisch angetrieben sein wird. Wie heben Sie in Zukunft die Skaleneffekte, die sich bislang aus der technischen Überschneidung dieser Baureihen ergeben?

Wir erzielen diese Effekte in Zukunft anders. Die Fahrzeugentwicklung hat sich dramatisch verändert, es geht zum Beispiel nicht mehr um klassische Blechteile. Aber wir nutzen zum Beispiel die Elektronikarchitekturen des Konzerns.

Betrachten wir den nächsten 718: Kann ein Sportwagen auf einer „normalen“ Elektroplattform basieren?

Nein, das geht nicht. Denn wenn Fahrer und Passagiere auf den Akkus sitzen, wandert der Schwerpunkt notwendigerweise nach oben. Umgekehrt kann man auch kein konventionelles Auto auf einer Sportwagen-Plattform bauen, weil Maßstab, Proportionen und Platzverhältnisse zu unterschiedlich sind.

Der Mission R, den Sie auf der IAA in München gezeigt haben, gibt einen Ausblick auf den nächsten 718. Was für ein Getriebe hat dieses Auto?

Der Mission R hat ein einstufiges Getriebe. Ich glaube, dass in diesem Konzept die Zukunft liegt.

Und was für eine Reichweite streben Sie an?

Ein elektrischer Sportwagen muss mindestens 400 Kilometer weit kommen. Mehr ist besser. Dabei besteht unser Konzept aus zwei Säulen: adäquate Reichweite und Porsche-typische Lade-Performance.

Was darf so ein Auto wiegen? Der 718 (Anm. d. Red.: ab 1.335 Kilogramm) hat sich bisher durch Leichtbau ausgezeichnet.

Wir streben optimistisch ein Gewicht von 1.650 bis 1.680 Kilogramm an.

Kommen wir zum 911: Ist es korrekt, dass der Elfer auch über 2030 hinaus von Verbrennungsmotoren angetrieben wird?

Ja. Zur Produktplanung gehört natürlich, dass man sich alles anschaut. Aber es gibt derzeit kein Alternativszenario, in dem der 911 elektrisch wird.

Wird der 911 zumindest hybridisiert?

Das könnte passieren, aber das Mehrgewicht tut uns weh, und es ist auch schwierig, bei diesem Fahrzeugkonzept noch Bauraum für eine Hybridisierung zu finden. Wir suchen Lösungen. Wenn der 911 als Hybrid kommt, dann darf es kein ,Mild-Hybrid‘ sein, sondern es müsste ein ,Wild-Hybrid‘ werden, bei dem der Kunde deutlich spürt, dass etwas anders geworden ist. Vielleicht lässt sich die Linearität des Ansprechverhaltens, die mit der Turbo-Aufladung ein wenig verlorengegangen ist, mit einer Hybridisierung wieder zurückholen.

Ändert sich durch die unterschiedlichen Antriebskonzepte in Zukunft die Positionierung von 911 und 718?

Gleich teuer werden sie nicht, aber sie werden sich stärker überdecken. Von einer Kannibalisierung gehe ich dabei nicht aus. Das war auch bisher nicht so.

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