60 Jahre Automobil Industrie

Preh: 100 Jahre Bediensysteme

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Neue Ära mit Rheinmetall

Im Jahr 1993 übernahm der börsennotierte Technologiekonzern Rheinmetall AG die Kapitalmehrheit an dem expandierenden Zulieferer. Mit der fortgesetzten Konzentration auf Bediensysteme für das Interieur sicherte sich Preh imageträchtige Aufträge für den BMW 5er und 7er, die Luxuslimousine Maybach, die Mercedes-Benz E-Klasse und den Mittelmotor-Sportwagen Porsche Boxster. Jetzt war Preh wirklich im automobilen Olymp der Top-Zulieferer angekommen und etablierte sich unter dem neuen Investor mit festem Marktanteil. Im Jahr 1999 übernahm Michael Roesnick den Vorsitz der Geschäftsführung. Der gebürtige Hamburger kam über den Elektronikspezialisten RMP Elektroniksysteme nach Bad Neustadt. Er zeichnete seit 1997 als Geschäftsführer für RMP verantwortlich und unterstützte die Übernahme des Unternehmens aus Willich in die Preh-Gruppe im Jahr 2000 federführend mit. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten 1.970 Mitarbeiter im In- und Ausland für den Elektronikzulieferer.

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Verkauf an Investor

2003 folgte mit dem US-amerikanischen Automotive-Standort Novi/Detroit ein weiterer strategisch wichtiger Auslandsstützpunkt, von dem aus der nordamerikanische Markt bearbeitet werden sollte. Eine Grundsatzentscheidung veranlasste Rheinmetall im Jahr 2003 jedoch, die Preh GmbH an einen Investor zu verkaufen, obwohl die Zahlen des Zulieferers für einen Verbleib im Konzern gesprochen hätten. Roesnick erinnert sich: „Rheinmetall verkaufte zu dieser Zeit eine Reihe an jüngst zugekauften Geschäftsbereichen und wollte sich wieder auf das Rüstungsgeschäft und das Automotive-Segment von Kolbenschmidt-Pierburg konzentrieren. Wir wurden veräußert, haben aber bei der Deutsche Beteiligungs AG eine neue Heimat gefunden. Mit ihr hatten wir glücklicherweise einen weitsichtigen Finanzinvestor, der dem Management im späteren Verkaufsprozess weitreichende Mitgestaltungsmöglichkeiten einräumte.“

Fortlaufend steigende Umsätze

Nach dem Vertriebsbüro in Detroit gründete Preh 2005 eine eigene Fertigung im mexikanischen Monterrey und beliefert von dort den gesamten US-Markt. Hauptkunden werden BMW und Volkswagen Nordamerika sowie Ford und General Motors. Der damalige President & CEO der US-Gesellschaft Christoph Hummel war für den Aufbau der beiden Standorte und den Vertrieb maßgeblich verantwortlich. Preh gelang es, mit wachsendem Erfolg, Bekanntheit und neuen Standorten fortlaufend steigende Umsätze zu erzielen. Konnte das Unternehmen im Jahr 2003 noch 223 Millionen Euro erwirtschaften, so waren es 2005 bereits 248 Millionen. Seinen vorläufigen Höhepunkt erlebte es im Jahr 2007: Mit 321 Millionen Euro Jahresumsatz überbot das Unternehmen deutlich das Vorjahr um satte 43 Millionen Euro.

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